Klietznick l Es wurde langsam dunkel, als die ersten Gäste den Weg hoch zum Aussichtsturm des Dorfes erklommen. Langsam begannen die Flammen in der Feuerschale zu züngeln, die nicht unweit des Turms aufgestellt wurde.

Eine Tradition im Ort

Mit einem Feuer das neue Jahr zu begrüßen gehört zur Tradition in Klietznick – Die Klietznicker Ortswehr entzündete dabei nicht nur die Feuerschale, sie kümmerte sich auch um Getränke und einen Imbiss. Ein ausgemustertes Feuerwehrauto diente als Grillwagen, verriet Ortswehr-Chef Sven Kaminski. Zu moderaten Preisen wurden Glühwein und Bratwurst verteilt.

Die Klietznicker Wehr zählt derzeit sieben aktive Mitglieder. „Wir kooperieren eng mit dem Team um den Jerichower Stadtwehrleiter Ralf Braunschweig“, berichtete Kaminski. Oft rücken sie bei Einsätzen gemeinsam aus. Im vergangenen Jahr waren es zirka 40.

Bilder

Vor allem bei Waldbränden war der Einsatz gefordert. Die Feuerwehrleute tauschen sich noch immer über die Brandstiftungen aus, die bei dem trockenen Sommer die Gemüter der Region erregten.

Dankbar für Engagement

Die Ortsfeuerwehr ist in das gesellschaftliche Leben in Klietznick mit eingebunden, das zeigte auch das Neujahrsfeuer. „Es gibt ein funktionierendes Zusammenspiel mit dem Dorfverschönerungsverein“, erzählte Kaminski. Seit Ende 2016 engagiert er sich auch als Hobby-Bäcker im Klietznicker Backhaus. Er ist außerdem eingebunden in das Ensemble des Heydebleckhauses. Zu den Festen, vor allem auf dem Bauernmarkt, gibt es schmackhaftes, frisch gebackenes Brot, Kuchen und verschiedene Pizzen. Damit hatte er an der Essensausgabe zum Neujahrsauftakt den richtigen Platz. Dankbar ging sein Blick rüber zum Genthiner Blasorchester. „Sie gehören einfach zum Neujahrsauftakt dazu“, sagte Kaminski.

Erinnerung an Musikshow

Ein heller Strahler sorgte dafür, dass die Musiker nicht im Dunkeln spielen. Die Darbietung des Ensembles wurde von den rund 130 Besuchern mit Beifall belohnt. Den Auftakt machte der Schlager „Musik ist Trumpf“. Die große Samstagabendshow „Musik ist Trumpf“ (1975-1981) wurde nicht nur durch den unvergessenen Peter Frankenfeld geprägt, sondern auch durch die mitreißende Titelmelodie von Heinz Gietz. Mit dem Arrangement zu „Dolce Vita“ gab es danach eine ganz andere Klangfarbe, die bei den Besuchern ebenso ankam.

Die gesellige Musik sorgte auch für ein geselliges Miteinander am Feuer. Dort erwärmte sich auch der Ferchländer Harald Stamp. Er ist aus Berlin in den Ortsteil der Gemeinde Elbe-Parey gezogen. Er habe sich inzwischen eingelebt, wie er im Gespräch mitteilt. Im November 1997 hatte er in Ferchland ein Grundstück erworben. „Ich lebe aber erst seit 2000 in Ferchland“, sagte Harald Stamp.

Gespräche am Feuer

Über die Zeitung habe er von dem Termin erfahren. „Klietznick, da hat sich doch einiges getan“, merkte er an. Er komme gerne mit den Menschen ins Gespräch. Am Feuer teilte er Erinnerungen an seine Reisen zu verschiedenen Ecken der Bundesrepublik. Er sei nicht sicher, ob er noch sehr lange in Ferchland bleiben würde, sagte er mit einem Augenzwinkern.