Genthin l „Wir fordern für alle Genthiner und unsere geschichtlich interessierten Gäste, das Kreismuseum in Genthin zu erhalten und die würdige Weiterführung des Kreismuseums Jerichower Land in Genthin“, auf diesen Text einer Resolution einigte sich der Genthiner Stadtrat und bezog damit fraktionsüber- greifend Position für das mehr als 90 Jahre in Genthin befindliche Haus. Mit der Unterzeichnung wurden Bürgermeister Matthias Günther (parteilos) und der Stadtratsvorsitzende Gerd Mangels- dorf (CDU) betraut. Beide haben das Papier unterzeichnet und auf den Weg gebracht.

Adressaten sind Landrat Steffen Burchhardt (SPD) und der Beigeordnete des Landrates Thomas Barz (CDU) sowie die Fraktions- und Ausschussvorsitzenden des Kreistages. Grund für die Resolution ist der in den vergangenen Wochen diskutierte Fortbestand des Kreismuseums am jetzigen Standort. Zudem steht ein Grundsatzbeschluss zum Erhalt des Kreismuseums als wichtigster Punkt auf der Tagesordnung des Kreis-Bildungsausschusses am 3. Dezember.

Museum muss saniert werden

„Der Landkreis wird sich darin äußern, wie das Museum zu fördern und zu entwickeln ist, zudem muss man sich positionieren, wie die südlichen Teile des Landkreises eingebunden werden können“, erklärt Gerd Mangelsdorf, selbst Mitglied im Bildungsausschuss des Kreises. Seit Wochen steht der Landkreis in der Kritik, zu wenig für das Kreismuseum in Genthin zu tun. Das Gebäude müsste dringend saniert werden. Es fehlt ein zweiter Rettungsweg.

Burchhardt hatte vor einigen Monaten laut darüber nachgedacht, das Museum ins Kloster Jerichow zu verlagern und war damit auf heftige Kritik der Genthiner Bevölkerung gestoßen und auch auf die der Stadträte. Lutz Nitz (Grüne) und Horst Leiste (SPD), hatten den Landrat sofort kritisiert.

Es ist und bleibt ein Kreismuseum

„Das Kreismuseum gehörte schon immer zu Genthin, eine Verlegung wäre kein gutes Signal“, hatte Leiste vor wenigen Wochen seine Sicht verdeutlicht. Ähnlich deutlich war auch Nitz im jüngsten Stadtrat, er machte allerdings auch klar: „Es ist und bleibt ein Kreismuseum, die Stadt strebt nicht an, das Museum zu übernehmen.“

Auch Bürgermeister Matthias Günther bringt eine solche Variante nicht ins Gespräch, plädiert aber deutlich für den jetzigen Standort: „Das Museum liegt verkehrsgünstig an den Bundesstraßen 1 und 107, sowie am Bahnhof.“ Deshalb könnten im Museum, immer wieder Gäste aus Brandenburg und Berlin begrüßt werden. Insgesamt sei ein großes Interesse an den Ausstellungen vorhanden. „Wir müssen jetzt sehen, in welcher Form Fördermittel eingeworben werden können.“ Günther nennt als Beispiel die Städte Schönebeck und Staßfurt, deren Museum mit öffentlichen Mitteln entwickelt werden konnte.

Ländlichen Raum gestalten

Auch sei denkbar, den Kulturstaatssekretär des Landes Sachsen-Anhalt Gunnar Schellenberger zu einem Vor-Ort-Termin einzuladen, um sich über Möglichkeiten zur Weiterentwicklung des Museums zu informieren. Für Günther steht fest: „Es ist eine Aufgabe, den ländlichen Raum zu gestalten, durch ein Museum in Genthin geht das durchaus.“