Jerichow l „Wie schneide ich einen Baum richtig?“ war kürzlich Thema im Jerichower Bürgerhaus. Sarah Scheufler vom Berliner Büro „Hortec“ hatte für Rahmenbedingungen gesorgt. Das Büro koordiniert das Kooperationsprojekt „Gartensommer 2020“, das nun in eine weitere Runde geht. Gekommen waren 16 Mitarbeiter der Stadt und der Verwaltung sowie weitere Projektbeteiligte.

Theorie und Praxis

Als Fachmann für den Baumschnitt konnte man das Projektbüro Norbert Krebber vom Elbehof in Wahrenberg gewinnen. Der ehemalige Fährgasthof ist heute vor allem Bildungsort für Natur, Umwelt und Kultur. Er liegt in Wahrenberg, dem Storchendorf von Sachsen-Anhalt, direkt an der Elbe.

Der Hof bietet fortlaufende Kurse in Musik und Sprachen an und organisieren Veranstaltungen im Bereich Umweltbildung, Naturerlebnispädagogik und Kultur.

Dazu gehört auch der Baumschnittlehrgang in Jerichow. Er unterteilte sich in einen theoretischen und einen praktischen Teil. Hier wurde mit Hilfe des Lehrmaterials einiges erklärt. „Nie in der Mitte abhacken“, das war ein Leitspruch des Tages. An diese Sache sollten sich die Teilnehmer auch nach dem Lehrgang erinnern. Klar wurde auch: Je stärker eine Pflanze geschnitten wird, desto stärker wird sie im folgenden Frühjahr wieder austreiben. Beim Schnitt sei also darauf zu achten, regelmäßig altes Holz zu entfernen. Gleichsam bedeute dies, dass ein unregelmäßiger, aber dafür starker Schnitt der Pflanze einen ebenso unregelmäßigen und starken Austrieb bedeute.

Weitere Themen waren die Schnittführung, die Schnittzeiten, die Wundversorgung und unter anderem die Herangehensweise. Nach dem Mittagessen ging es dann nach draußen. Krebber führte nun praktisch vor, was theoretisch erlernt wurde. Dazu brauchte man nur zu den Bäumen am Burgberg zu gehen, der nicht unweit vom Bürgerhaus entfernt liegt.

Mit dem Kurs wurde ein weiteres Kapitel in dem Projekt abgeschlossen. Nun folgt das Anlegen von Beeten mit Wildblumen. Vor Ort verantwortlich zeichnet für das Projekt Bauamtsmitarbeiter Ralf Demann. Auch Kitas und Schulen innerhalb des Gemeindegebiets sollen mit einbezogen werden.

„Die dafür vorgesehene Flächen sehen überall anders aus“, erklärt Demann. „Es geht um eine naturnahe Gestaltung kommunaler Flächen“, erklärt Sarah Scheufler vom Berliner Koordinationsbüro. Die Aussaat werde nun vorbereitet.

Zum Abschluss des Projektes gehört ein Besuch der Jerichower in der Gemeinde Hohe Börde, dem Projektpartner. Hier wird der Holunder-Kontors „Holli Holler“ begutachtet. Dabei handelt es sich um ein Dokumentations- und Informationszentrum zum Thema Holunder. Man rechne bei dieser Fahrt mit gut 60 Teilnehmern.

Zur Finanzierung: Für das Gesamtprojekt „Gartensommer 2020“ werden 80.000 Euro über Leader-Fördermittel inklusive Eigenmitteln bereitgestellt. Über die Stiftung Umwelt, Natur und Klimaschutz des Landes Sachsen-Anhalt kommen zusätzlich 10.000 Euro. Derzeit werde auch über weitere Kooperationsmöglichkeiten nach Enmde des Projektes nachgedacht.

Wildobstgehölze an Kitas

Unter anderem wurde innerhalb der Kooperation das Pflanzen von 42 Bäumen und 58 Sträuchern in den Grenzen des Gemeindegebietes realisiert. Wildobstgehölze fanden ihren Platz an allen Kitas und Schulen. Die Freude über den gepflanzten Baum war groß unter anderem bei den Kindern der Kita „Gänseblümchen“ unter Leitung von Marita Hänschen. „Wir haben uns eine Schwarze Knorpelkirsche ausgesucht“, sagt sie.

Aufgrund eines 2019 geplanten Anbaus konnte die Kita „Wirbelwind“ hier nicht berücksichtigt werden.