Bergzow l Mit ihrem 109. Geburtstag ist Gertrud Thurau die älteste Einwohnerin des Jerichower Landes. Groß war die Freude bei Landrat Steffen Burchhardt über das Wiedersehen mit der Bergzowerin. Schließlich waren beide im Jahr zuvor, 2018, mehrere Stunden auf dem Gelände der Landesgartenschau gemeinsam unterwegs.

Glückwünsche vom Bundespräsidenten

Der Landrat ließ es sich auch nicht nehmen, die Glückwünsche von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier dem Geburtstagskind vorzulesen. Steffen Burchhardt und Gertrud Thurau waren sich einig, dass sie sich im nächsten Jahr beim 110. Geburtstag in Bergzow wiedersehen werden. Der Landrat versprach, dann einen selbstgebackenen Kuchen für die Jubilarin mitzubringen. Gertrud Thurau verriet dem Landrat, dass sie gerne Apfelkuchen mit Streuseln isst. „Das ist eine gute Wahl“, so Steffen Burchhardt.

Gemeindebürgermeisterin Nicole Golz überlegt, ob es zum 110. Geburtstag dann ein „Goldenes Buch“ der Gemeinde Elbe-Parey geben könnte. Gertrud Thurau dürfte sich dann als erste in dieses Buch eintragen.

Geistig immer noch fit

Die Jubilarin hat ihr Leben lang hart gearbeitet. Noch mit 98 Jahren hat sie ihren Garten selbst bestellt. Danach musste sie es langsamer angehen lassen und begnügte sich ab und zu mal mit dem Hacken von Unkraut rund um das Haus herum. Seit die Beine aber nicht mehr so richtig mitmachen, ist es auch damit vorbei. Ein Leben im Altersheim ist für sie nicht vorstellbar. Sie war mal kurze Zeit dort. Aber das war nicht das Richtige für sie. An zwei Tagen in der Woche wird sie ganztags betreut und fühlt sich wohl. Aber geistig ist die 109-Jährige noch immer top fit.

Im Haus ihrer Tochter und Schwiegersohn wird Gertrud Thurau bestens versorgt. Wenn die beiden mal außer Haus sind, schaut auch mal eine freundliche Nachbarin vorbei und leistet Gesellschaft.

In der Landwirtschaft gearbeitet

Gertrud Thurau ist gebürtige Bergzowerin. Sie hatte vier jüngere Geschwister und musste sich um diese kümmern, weil ihre Mutter früh starb. Damals war sie kaum 18 Jahre alt. Deshalb war es ihr auch nicht möglich gewesen, einen Beruf zu erlernen. Sie musste den Haushalt bewältigen und in der Landwirtschaft arbeiten.

Später fand sie Arbeit auf dem Gut in Parey und zog mit ihrem Mann in den Nachbarort. Dort wäre sie gern geblieben, aber als ihr Vater ein Pflegefall wurde, kam sie 1949 zurück nach Bergzow und blieb hier. Sie hat weiterhin in der Landwirtschaft gearbeitet und noch ausgeholfen, bis sie 78 Jahre alt war. Ihren Mann hat Gertrud Thurau früh verloren. Das war bereits 1971. Ihre drei Söhne verlor sie bereits im Krieg. Eine Tochter haben die beiden, zwei Enkel und einen Urenkel.

Der Lebensmut der Bergzowerin ist ungebrochen. Auf die Frage, wie man so alt wird und auch noch geistig fit sein kann, antwortet Gertrud Thurau ohne lange zu überlegen. „Immer draußen an der frischen Luft sein.“ Und ab und zu gönnt sich die 109-Jährige einen kleinen Kräuterschnaps. Sie liebt Musik-und Tiersendungen und hat Hunde gern.