Schwerlastverkehr und Raser unterliegen in der Region einer dreitägigen Kontrolle Großer Polizei-Check für 5100 Fahrzeuge
Wer am Montag, Dienstag und Mittwoch sein Fahrzeug auf der B1 oder auf der B 107 zu schnell lenkte, hatte gute Chancen, von der Polizei ertappt zu werden. Rasante Fahrer und der gewerbliche Schwerlastverkehr standen an diesen Tagen im Fokus von groß angelegten Verkehrskontrollen, an denen sich überörtliche Kräfte beteiligten.
Genthin l Nach und nach hatte es sich gestern rumgesprochen, an welchen Stellen der Region die Radarfalle der Polizei zuschnappen würde. Acht waren es immerhin.
Der Genthiner Beamte, der auch noch gestern bei zeitweise zweistelligen Minusgraden die Raser in Redekin von der Straße zum Stop winkte, hatte schon deutlich weniger zu tun als noch an den Vortagen. "Das ist gut so, dann haben wir schon eine Menge erreicht, um die Fahrer zu disziplinieren", sagte er dem Winterwetter tapfer Paroli bietend.
Auch in Parchen, wo Stendaler Beamten im Einsatz waren, fiel die Liste der Raser kürzer aus als noch am Vortag. "Innerorts lag der Spitzenwert heute bei 77 km/h", sagte Hartmut Westermann, Beamter aus der Rolandstadt.
Aber es gab an diesen drei Tagen durchaus auch "starke Auftritte": "Wie leichtsinnig muss man eigentlich sein, bei Neuschnee, wie am Montag der Fall, mit 138 km/h mit dem Pkw und mit 92 km/h mit dem Lkw zu fahren", kommentierte Pressesprecher Thomas Kriebitzsch besonders rasante Messergebnisse.
Während der vergangenen drei Tage hatten die Beamten, darunter Einsatzkräfte der Autobahnpolizei, der Polizeireviere Börde, Stendal, Salzwedel, Jerichower Land und der Zentralen Verfügungseinheit insgesamt 5100 Fahrzeuge überprüft. Dabei fischte die Polizei 173 Kraftfahrer, darunter 65-Lkw-Fahrer und 108 Pkw-Fahrer, aus dem Verkehr, die zu schnell unterwegs waren.
137 Kraftfahrer müssen sich nun auf ein einigermaßen "maßvolles" Verwarngeld einstellen, während 36 Kraftfahrern ein Bußgeldbescheid zugestellt wird, zu dem sich in einigen Fällen ein Punkt gesellt.
Dem Eindruck, dass auf den ersten Blick die Kontrollergebnisse nicht dramatisch ausfallen, widerspricht Polizeisprecher Thomas Kriebitzsch. "Man müsse auch in Betracht ziehen, zu welchen Witterungsbedingungen die Kontrollen vorgenommen worden sind", gab er zu bedenken. Es sei allerdings ein Zufall gewesen, dass die Kontrollen ausgerechnet in einem Zeitraum durchgeführt worden seien, als sich in der Region Genthin wiederholt schwere Verkehrsunfälle ereigneten. Um so notwendiger seien solche Verkehrskontrollen, schlussfolgerte der Pressesprecher.
In die Bilanz der groß angelegten Aktion der vergangenen Tage geht auch die Kontrolle des Schwerlastverkehrs ein, die in fachlicher Verantwortung der Beamten der Autobahnpolizei Börde wahrgenommen wurde. 69 Lkw mussten sich dem Urteil der Experten unterziehen, das in einem ernüchternden Ergebnis mündet. Bei fast der Hälfte der kontrollierten Lkw, immerhin 32, sprach die Autobahnpolizei Beanstandungen aus.
Für Jens Braune sind solche Kontrollen tägliches Handwerk. Lkw-Fahrer, so seine Erfahrung, treten bei Kontrollen im Vergleich zu Pkw-Fahrern relativ gelassen auf.
Auch wenn der Schwerlastverkehr dem Konkurrenzdruck unterliegt, habe sich in den vergangenen Jahren viel verbessert. Die Halter hätten viel in die Sicherheit der Fahrzeuge investiert, sagt er.
Gleichwohl sind die Beamten der Autobahnpolizei bei ihren Kontrollen bei Redekin mehr als "fündig geworden. Den größten Teil der Beanstandungen machten 20 Anzeigen wegen des Verstoßes gegen das Fahrpersonalrecht aus. Jeweils zwei Beanstandungen gehen auf das Konto von Verstößen bei Gefahrguttransporten und Verstöße gegen die Ladungssicherung.
Auf die Mängelliste mussten die Beamten der Autobahnpolizei ebenso Überladen setzten. In einem Fall waren die technischen Mängel so gravierend, dass die Weiterfahrt untersagt wurde.
Von den 69 kontrollierten Lkw kommen 54 aus Deutschland, weitere sieben aus Polen.