Burg/Genthin l Der Zeitplan ist ambitioniert. Das sagt Landrat Steffen Burchhardt (SPD) immer wieder gerne. Bis zum Schuljahr 2021/22 soll der Neubau des Hauses 2 des Genthiner Gymnasiums in Betrieb gehen. In den vergangenen Wochen ist noch ein weiterer Kernsatz hinzugekommen. „Wenn wir rechtzeitig einen Haushalt haben“. Der erste Entwurf wurde vom Kreisausschuss abgewiesen, am kommenden Mittwoch wird in einer gemeinsamen Sitzung von Kreis- und Finanzausschuss erneut versucht, ein Budget für das kommende Jahr von den Kommunalpolitikern genehmigt zu bekommen.

Ganz unabhängig von den Haushaltsverhandlungen und der möglichen Gefährdung für Fördermittel präsentierte Dirk Becker von der Sender Hofrichter Planungsgesellschaft aus Berlin vor Landrat Burchhardt, weiteren Verwaltungsmitarbeitern sowie Schulleiter Volker Schütte und der Leiterin der Steuerungsgruppe Susan Buch den aktuellen Stand der Dinge. Auffällig am Neubau ist, dass er ein Flachbau sein, sich aber trotzdem in die Umgebung der Spitzdachhäuser einfügen wird. Auf ein Detail machte Becker aufmerksam: „Wir haben Abstand zu Haus 3 gehalten, das zeigt den Respekt vor dem Denkmalschutz“, sagte er.

Schulleitung sitzt unterm Dach

Ein zentrales Element wird der Verbinder sein, der im ersten und zweiten Obergeschoss den Übergang zwischen neuem Gebäude und Haus 3 darstellt. Er ermöglicht auch den barrierefreien Zugang zu Haus 3, daher ist er auch auf zwei Etagen konstruiert. Mindestens dreieinhalb Meter über dem Erdboden können Lehrer und Schüler dann vorbei an großen Glasscheiben die beiden Gebäude erreichen.

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Das Haus 2 selbst besteht aus drei Stockwerken, wird nicht unterkellert sein. Zentraler Raum wird die 160 Quadratmeter große Mensa sein, die mit ihrer Verglasung auch ein Blickfang ist. Sie wird bei den Mahlzeiten 80 bis 100 Schülern Platz bieten. Neben dem Lehrerzimmer werden auch Fach- und Vorbereitungsräume dort Platz finden. Durch die überstehende Außenkante der Obergeschosse entsteht vor Haus 2 auch ein wettergeschützter Bereich.

Lerngruppen nicht nur in Räumen

In den oberen Etagen werden ebenfalls Fach- und Klassenräume angesiedelt, im zweiten Obergeschoss werden Schulleitung und Sekretariat ihre Räumlichkeiten haben. Die Aufteilung lässt zu, dass sich die Schüler auch zu lockeren Lerngruppen außerhalb der Räume zusammenfinden können.

Auch an die Energie wurde vom Architekten gedacht. So befindet sich auf dem Dach des Neubaus eine Photovoltaikanlage, die sechs Kilowattstunden produzieren kann. Das reicht zwar nicht für den Bedarf der Schule, ein Blockheizkraftwerk erzeugt aber zudem 20 Kilowattstunden, was in der Sommerferienzeit durchaus für einen Überschuss an Energie sorgt.

Abriss Altbau lieber in Sommerferien

Landrat Burchhardt zeigte sich angetan von der Perspektive, merkte aber einmal mehr an, dass die Verzögerung des Haushaltes das Verfahren in das kommende Jahr dränge, mindestens im Januar werde es wohl noch eine haushalts-lose Zeit geben. Viel lieber hätte man schon den Spätherbst genutzt, um das Projekt voranzutreiben.

Wie konkrete Auswirkungen eine persönliche Begegnung haben kann, zeigte sich auch bei diesem Treffen. Ursprünglich war der Abriss des Altbaus für das Frühjahr geplant worden. Während der Beratung erschien aber als bessere Alternative, ihn in die Sommerferien zu verlegen, da so der Schulbetrieb weniger gestört werde.