Genthin l Es geht los. Eine der markantesten Bauarbeiten des Jahres in der Stadt Genthin wird am Montag starten. In den kommenden Wochen sollen die Vorarbeiten zur Neugestaltung des Wartebereiches in der Geschwister-Scholl-Straße umgesetzt werden.

Tiefbauarbeiten beginnen

„Begonnen wird zunächst mit den notwendigen Tiefbauarbeiten“, heißt es seitens der Genthiner Stadtverwaltung. Diese Arbeiten seien nicht ohne Grund in die Ferien gelegt worden. „Dadurch gibt es ein etwas geringeres Fahrgastaufkommen und die Situation wird sich leichter händeln lassen.“

Allerdings werden sich diejenigen, die auch in den Ferien mit dem Bus unterwegs sind, auf einige Änderungen einstellen müssen. Die bisherigen Bussteige 1-4 können ab Montag nicht von den Bussen der Nahverkehrsgesellschaft Jerichower Land (NJL) bedient werden. „Im Zuge dessen werden zwei Ersatzhaltestellen in unmittelbarer Nähe eingerichtet“, informiert die NJL. „Die Linien 742, 744, 745 und 750 bedienen die Ersatzhaltestelle 1 und die Linien 740, 741, 743 und 746 die Ersatzhaltestelle 2.“

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Einzelne Wartebereiche

Gebaut wird voraussichtlich bis 25. September. Im Haltestellenbereich der Geschwister-Scholl-Straße werden insgesamt vier Wartehäuschen, jeweils an den Bussteigen, aufgebaut. Sie sollen Abmaße von etwa vier mal fünf Metern haben. Dadurch gibt es nicht mehr wie bisher einen durchgehenden Buswartebereich, sondern einzelne Wartebereiche mit kleinen Häuschen.

Insgesamt 170 000 Euro hatte die Stadt bereits in den Haushalt eingestellt. Bestimmt ist das Geld für den Abriss der alten, 2010 mit Graffitis verschönten Überdachung sowie für Ausstattungen. Im vergangenen Winter bekam der Entwurf einer österreichischen Fachfirma den Zuschlag. Diese Variante war sowohl der Favorit des zuständigen Fachausschusses, als auch der Favorit der Verwaltung.

„Die Gestaltungsvariante verlange vielleicht etwas Mut ab“, merkte Fachbereichsleiterin Dagmar Turian bei der Vorstellung dieses Bushaltehäuschens an, das mit herkömmlichen Modellen nur noch wenig gemein hat. Die Station des österreichischen Herstellers bildet in sich ein autarkes, sich selbst versorgendes System.

Solaranlage und Lademöglichkeiten

Ausgestattet ist es mit einer Solaranlage und bietet Lademöglichkeiten für E-Bikes sowie Tablets oder Mobiltelefone. Möglich ist in diesen Wartehäuschen auch die Einrichtung von W-LAN Hotspots. Die Wartehäuschen können zudem mit beleuchtete Werbeflächen ausgestattet werden, aus deren Vermietung die Stadt wiederum Einnahmen erzielen kann. Diese Variante weise einen hohen und zeitgemäßen Standard aus, erklärte die Fachbereichsleiterin.

In der kommenden Woche werden die Arbeiten am Wartebereich noch recht unspektakulär daher kommen. Denn die Häuschen werden dann noch nicht aufgesetzt. „Diese werden vormontiert und erst später geliefert“, erklärt die Fachbereichsleiterin. Somit wird sich das neue Antlitz der Schollstraße erst am Ende der rund sechswöchigen Bauzeit einstellen. Dort hat sich in den vergangenen Jahren viel getan.

Der Teil der Bundesstraße 1, von der Geschwister-Scholl-Straße, über die Werderstraße bis zur Berliner Chaussee wurde von Juli 2014 bis Oktober 2017 komplett erneuert. Träger war die Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt. Für die Nebenanlagen, wie Geh- und Radwege, war die Stadt Genthin zuständig, die dafür Fördergelder von Bund und Land bekommen hat. Insgesamt 3,2 Millionen Euro waren in den Haushalt der Stadt eingestellt. 1,3 Millionen wurden an Fördermitteln bewilligt. Über Fördermittel war für die Wartehäuschen jetzt allerdings nichts zu machen. Die Fördermittel für den Ausbau der B 1 waren für diesen Bereich nicht verwenden.

Busbahnhof aus 1970er Jahren

Der Busbahnhof an der Geschwister-Scholl-Straße wurde Mitte der 1970er Jahre angelegt. Mittlerweile bildet er im neu gestalteten Bereich eher einen Schandfleck, da Teile des Wartebereiches beschmiert und unansehnlich geworden sind. Nun kommt eine moderne mutige Lösung, von der Stadtrat Lutz Nitz (Die Grünen) im vergangenen Jahr sagte: „Mit den Buswartehäuschen haben wir mal was, mit dem wir meiner Lieblingsstadt Burg etwas voraus haben.“

Bei eventuellen Anfragen betreffend der geänderten Busabfahrten, können sich Nutzer hier informieren: Im Internet unter www.njl-burg.de oder telefonisch unter 03921 /93590.