Genthin l Relativ schnell konnte die Vereinsvorsitzende Lisa Wolf während der Jahresversammlung einen Haken hinter das Jahr 2017 machen. Nicht schlecht sei dies aus Vereinssicht gewesen. Eine Studienfahrt nach Brandenburg und Havelberg hat es gegeben sowie eine Ausstellung zur Bildungs- und Schulgeschichte im Kreismuseum.

Hefte zu Volkskunst und Volksfesten

„Es ist aber auch einiges übrig geblieben“, so Wolf. Unter anderem konnten die geplanten Themenhefte nicht fertiggestellt werden. „Die Veröffentlichungen sind für die kommenden Monate geplant“, kündigte die Vereinsvorsitzende an. Unter anderem sind in der Reihe Veröffentlichungen zur „Volkskunst in den Jahren 1970 bis 1990“ von Lisa Wolf, zu „Volksfesten seit 1970“ von Heidi Güldner und zu „Denkmalen und Kunst am Bau“ von Ingrid Kroll geplant.

Bereits erschienen ist eine weitere Zusammenstellung mit Texten des Heimatforschers Otto Schulze, die Vereinsmitglied Sebastian Kroll zusammengestellt hat. „Ein weiteres Heft ist derzeit in Arbeit“, kündigte er an. Bei den Texten handelt es sich um Abhandlungen über die Geschichte Genthins, die Schulze in mehreren Jahrzehnten in der Volksstimme veröffentlicht hat.

Umstrittener Stadtchef

Ein Manuskript für eine mögliche Veröffentlichung hat Altbürgermeister Wolfgang Bernicke zusammengestellt. „Es gibt in diesem Jahr einige verborgene Jubiläen“, schickte er voraus. Vor 120 Jahren wurde Wilhelm Struß geboren, vor 85 Jahren starb er, vor 100 Jahren trat er sein Amt als Bürgermeister in Genthin an. „Es ist ein Anlass, sich mit ihm zu beschäftigen“, fand Bernicke.

Struß Leben verlief turbulent. Er nahm am Ersten Weltkrieg teil, holte als Genthiner Bürgermeister das Unternehmen Henkel in die Kanalstadt und wurde 1933 aufgrund von möglichen Unregelmäßigkeiten in der Kämmerei seines Amtes enthoben. Kurz darauf nahm er sich das Leben. Als 2005 eine Straße nach Struß benannt werden sollte, entzündeten sich heftige Debatten. Am Ende wurde das Ansinnen abgelehnt.

Ereignisse also, die durchaus eine Betrachtung aus heutiger Sicht wert sind. Der Förderverein plant zudem, bei der Jubiläumsveranstaltung des Genthiner Kartoffelfestes dabei zu sein. „Wir werden am Kartoffelfestsonnabend wieder mit einem Stand auf dem Gelände vertreten sein. Da in diesem Jahr die Region ganz im Zeichen der Landesgartenschau steht, wird auch der Förderverein sich dieser Veranstaltung widmen.

Verein begeht zehnjähriges Jubiläum

Zum einen wird die traditionelle Informationsfahrt die Mitglieder auf die Laga führen. Zum anderen wird sich der Genthiner Förderverein zweimal auf dem Gelände präsentieren. „Wir planen mit zwei Terminen, einmal im Frühjahr und einmal im Herbst“, verrät Lisa Wolf. Möglich macht diese Präsentation eine Fläche am Goethepark, die der Landkreis für Vereine bereithält. Noch etwas wirft bereits jetzt seine Schatten voraus: „Wir werden in diesem Jahr zehn Jahre alt“, erinnerte die Vereinsvorsitzende ihre Mitglieder.

Im Sommer wolle man dieses Ereignis mit einem Jubiläumsfest begehen. Über die genaue Ausgestaltung werden die Mitglieder in den kommenden Wochen sprechen. Auch technisch konnte der Verein aufrüsten. Durch eine Spende der Henkel Initiative „Miteinander im Team“ konnten ein Drucker und ein Laptop angeschafft werden.