Ferchland l Rosel Richter, Organistin des Kirchspiels Parey, hatte am E-Piano Platz genommen und stimmte musikalisch auf den Regionalgottesdienst vor dem Elbehaus in Parey ein. Zuvor war auch Glockenklang zu hören. Der kam nicht direkt aus dem Turm der historischen Ferchländer Kirche, sondern aus Lautsprechern.

Besondere Atmosphäre

Schon eine besondere Atmosphäre bei der Feier im Grünen. „Der Herr hat es geschenkt, dass wir nun wärmere Tage haben“, begrüßte Pfarrer Andreas Breit die Besucher. Sie kamen aus den Pfarrbereichen Genthin, Parey und Schlagenthin.

Schon das erste Lied, das von der Gemeinde gesungen wurde, unterstrich den Anlass für diesen besonderen Gottesdienst zu Christi Himmelfahrt. „Gott ist gegenwärtig, lasset uns anbeten und in Ehrfurcht vor ihn treten“.

Wechselgebet mit Gemeinde

Dazu wurde gemeinsam mit der Gemeinde der 47. Psalm gesprochen, der sich im Alten Testament, im ersten Teil der Bibel, befindet. Dieser wurde im Wechsel gebetet. Tituliert ist er mit den Worten „Gott ist König über die ganze Erde“. Das Evangelium zu diesem Tag ist zu finden im 24. Kapitel beim Evangelisten Lukas im Neuen Testament.

 „Und es geschah, als er sie segnete, schied er von ihnen und fuhr auf gen Himmel. Sie aber beteten ihn an und kehrten zurück nach Jerusalem mit großer Freude und waren allezeit im Tempel und priesen Gott.“ So wird die Himmelfahrt Jesu hier beschrieben.

Nachenkliche Anmerkungen

In der Predigt konzentriert sich Pfarrer Andreas Breit auf einen Text aus dem Alten Testament. Zuvor gab er aber eine nachdenklich machende Einordnung des Festes. „Wissen Sie noch, an was sie vergangenen Freitag gedacht haben?“ Breit verwies darauf, dass schon in sieben Monaten wieder Heiligabend ist.

Es ist der Tag, an dem die Gedanken der Christen zur Geburt Jesu im Stall von Bethlehem gehen. „Da ist der Himmel uns so nah gekommen“. Dann ging er gedanklich etwa 33 Jahre weiter. „Da ist Jesus nach seinem Tod zurück zu seinem Vater gegangen“, erklärt Breit. Eine wichtige Botschaft. „Der Himmel ist uns trotzdem ganz nah“. Der Predigttext selbst beschäftigt sich dann mit der Einweihung des Jerusalemer Tempels zur Zeit des Königs Salomo. Sie wird im 1. Buch der Könige im 8. Kapitel geschildert. Er ist das erste Gotteshaus aus Stein.

Himmel in den Herzen

Doch wo ist nun der Himmel zu finden? Breit zitierte ein traditionsreiches Gebet: „Lieber Gott, mach mich fromm, dass ich in den Himmel komm.“ Er zog den Bogen weiter zu dem Lied „Der Himmel erfüllt mein Herz.“ Eine Feststellung daraus: „Der Himmel darf auch in unserem Herzen sein.“ Der Himmel sei da, wo Gott ist. „Der Herr ist in uns und ganz nah“, stellt Breit abschließend fest.

Mit unter den Besuchern auch Gabriele von Reinersdorff aus Hohenseeden. „Ich freue mich, dass wir nach der Wende diesen Tag so feiern können“, stellt sie fest.

Verbundenheit der Menschen

Pfarrerin Magdalena Wohlfarth sagt: „Das ist ein Symbol gegen jeden Nationalismus.“ Es gehe um die Verbundenheit der Menschen, die hier versammelt sind und weit über die Grenzen hinaus.

Pfarrerin Beate Eisert sieht den Gottesdienst und das anschließende gemeinsame Zusammensein als weiteren Schritt des Regionalisierungsprozesses der Kirche. Er gehöre zu den drei Fixpunkten, auf die man sich verständigt hat. Ziel sei ein Regionalpfarramt. Der Prozess werde von einem Regionalbeirat begleitet.