Genthin l Die Genthiner „trauen“ sich auch weiterhin. „Sicherlich, schränkt Standesbeamtin Petra Koschnitzke ein, Genthin sei unter den Paaren vielleicht nicht der gefragteste Heiratsort, doch trotz stetigen Bevölkerungsrückgangs sei im vergangenen Jahr die Gesamtzahl der Eheschließungen in den Standesämtern der Einheitsgemeinde konstant geblieben. Waren es im Jahr 2018 60 Paare, die sich in den Genthiner Standesämtern das Ehe-Versprechen gaben, waren es im vergangenen Jahr 62.

Mai als Lieblingsmonat zum Heiraten

„Darauf kann man schon ein wenig stolz sein“, freut sich Petra Koschnitzke. Als langjährige Standesbeamtin registrierte sie sehr aufmerksam die Trends, die sich im Verlaufe eines „kalendarischen Heiratsjahres“ abzeichneten. Wirklich „erstaunlich“ sei so aus ihrer Sicht der Umstand gewesen, dass sich der Monat Mai mit zehn Eheschließungen an die Spitze der heiratsfreudigen Monate geschoben hat, sonst rangierten die Sommermonate Juli, August in vorderster Reihe .

Unangetastet blieb nach wie vor die „Vormachtstellung“ des Genthiner Standesamtes gegenüber den Nebenstellen in Schloss Dretzel und auf dem Königsroder Hof.

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Schloss Dretzel kommt gut an, Wasserturm nich

Der Wasserturm fiel im vergangenen Jahr in der Gunst heiratswilliger Paare hingegen durch.

„In“ bei den Brautleuten bleibt weiterhin das Schloss Dretzel, wobei die Zahl der Ehen, die in dem Ostauschen Anwesen geschlossen wurden, von 22 im Jahr 2018 auf acht im vergangenen Jahr gesunken ist. Wobei das Dretzeler Schloss nach wie vor für Berliner Paare als Geheimtipp für Eheschließungen inklusive einer großen Feier mit Familien und Freunden gilt. Petra Koschnitzke wird dabei eine Trauung mit vielen Gästen in besonderer Erinnerung bleiben, die im Park unter freiem Himmel vollzogen wurde.

Zweimal mit Live-Musik getraut

Das Besondere an diesen Brautleuten: Theresa und Florian Dahms aus Berlin wurden mit Live-Musik gleich zweimal getraut. Einmal standesamtlich von Petra Koschnitzke und dann vom Vater der Braut kirchlich, der in seiner niedersächsischen Heimat in der katholischen Gemeinde tätig ist, und sich als humorvoller Hochzeitsredner bewies. Auf Dretzel ist das Paar, ähnlich wie die anderen „Heiratskandidaten“, im Internet aufmerksam geworden. „Wir fanden es sehr interessant, im Schloss zu heiraten.“ Das große Gelände habe sich für eine Feier im Freien einfach angeboten. „Außerdem konnten wir in den Gästezimmern vor Ort übernachten“, wussten die Eheleute die Location zu schätzen.

Neu im Ranking der Genthiner Standesämter tauchte der Königsroder Hof mit drei Eheschließungen auf. Eine Eheschließung vollzog die Standesbeamtin in der Remise, zwei unter „freiem Himmel“. Das zurückliegende Jahr hat sich wohl mit dem schönen, sonnigen Wetter dafür besonders angeboten“, erklärt sich Petra Koschnitzke die Nachfrage nach Trauungen in freier Natur.

VW-Bulli als Hingucker

Wenn die Genthinerin ihre Arbeit als Standesbeamtin erledigt hat, darf auch sie Zeugin des feierlichen Drumherums werden, mit dem Freunde und Bekannte das frisch gebackene Paar überraschen. Originell fand sie beispielsweise den Einsatz einer Strechlimousine als Hochzeitsauto. Zu einem Hingucker, auch für die Passanten, wurde ein VW-Bulli, mit dem sich im Dezember Jenny und Robin Kemnitz aus Parchen zum Standesamt vorfahren und abholen ließen.

Rückblickend auf das Jahr 2019 glaubt die Standesbeamtin, dass sich speziell für Genthin vorsichtig ein Trend zur kleineren Hochzeitsfeiern abzeichnet. Eheschließung, gemeinsames Mittagessen mit den Gästen und dann ab in Urlaub. Auch das gebe es hin und wieder.