Fördermittel für Abriss sind bereits bewilligt / Im Birkenwäldchen entstehen 22 neue Wohnungen

Hoher Leerstand: 158 SWG-Wohnungen an der Einsteinstraße werden platt gemacht

Von Manuela Langner

Die Städtische Wohnungsbaugesellschaft Genthin (SWG) reißt ab Herbst in der Einstein- und Gillhofstraße 158 Wohnungen ab. Auf dem Gelände der ehemaligen Kita Birkenwäldchen entstehen im nächsten Jahr 22 neue. Insgesamt hat die SWG mit hohem Leerstand zu kämpfen.

Genthin l Es gibt nur zwei Gründe, weshalb sich Mieter für eine Wohnung in Genthin entscheiden: Die Familie hält sie in der Umgebung oder sie haben einen Job hier gefunden, berichtet Angelika Domsgen, Geschäftsführerin der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft Genthin (SWG), aus ihrer Erfahrung. Um ihrer selbst willen, zieht derzeit niemand in die Stadt. Die SWG spürt das: Der aktuelle Leerstand betrifft 30,7 Prozent der Wohnungen. Auf die begehrten Lagen wie beispielsweise die Heimstätten trifft das nicht zu.

Anders sieht das im Neubaugebiet an der Einsteinstraße aus. Entsprechend froh ist die SWG, dass alle drei Abrissanträge genehmigt wurden. Bund und Land stellen 60 Euro pro Quadratmeter für den Abriss zur Verfügung. Selbstverständlich ist das nicht, dass die Genthiner Wohnungsbaugesellschaft bei den Fördermitteln berücksichtigt wurde, da die Gesellschaften, die noch Altschuldenentlastung erhalten, bevorzugt werden. 2013 ist darüber hinaus das letzte Jahr, in dem die Gelder im bisherigen Rahmen ausgereicht werden.

Angelika Domsgen geht davon aus, dass die Fördermittel die gesamten Kosten des Abrisses decken. Dieser sieht übrigens auch die Wegnahme der Keller vor. Muttererde wird aufgefüllt und die Flächen begrünt. Denkbar ist, dass sie in Zukunft zum Verkauf angeboten werden.

Während die Gillhofstraße 7 bis 9 und die Einsteinstraße 4 bis 20 schon leer gezogen sind, sind noch 23 Wohnungen in der Einsteinstraße 1 bis 11 belegt. Aber auch hier steht fest: Der Block kommt weg. Auf einer Versammlung haben die Mieter ihre Kündigungen persönlich überreicht bekommen. Weil der Abriss zum Programm Stadtumbau Ost gehört, darf einseitig gekündigt werden. Für Mieter, die Transferleistungen, beispielsweise Hartz IV, erhalten, ist die Kündigung der Beweis, dass sie eine neue Wohnung benötigen. Für den Fall, dass Mieter nicht freiwillig ausziehen, will die SWG den Rechtsweg beschreiten. "Wir können nicht für beispielsweise zwei Mieter einen ganzen Block unterhalten", sagt Angelika Domsgen. Bei der Wohnungssuche erhalten die Mieter Unterstützung.

Vielmehr ist es das Ziel der SWG, auch die Einsteinstraße 1 bis 11 bis zum Herbst leergezogen zu haben, damit über den Winter keine Betriebskosten mehr anfallen. Während in der Gillhofstraße und der Einsteinstraße 4 bis 20 der Abriss Ende September/Anfang Oktober beginnen soll, ist dieser für die Einsteinstraße 1 bis 11 für Anfang 2014 vorgesehen.

Der Abriss im Herbst erfolgt in Rücksprache mit der GWG "Frohe Zukunft". So ist unter anderem eine gemeinsame Baustelleneinrichtung vorgesehen. Mit dem Abriss sinkt die Leerstandsquote der SWG auf unter 30 Prozent.

Parallel zum Abriss der Wohnblöcke wird die ehemalige Kindertagesstätte Birkenwäldchen, die vor rund zwei Jahren geschlossen wurde, dem Erdboden gleich gemacht. Die SWG baut dort im nächsten Jahr 22 neue Wohnungen. Spätestens zum Jahresende sollen diese bezugsfertig sein. Die Wohnungen seien barrierefrei, weil man heute so baue. Sie richteten sich aber nicht vordergründig an ältere Mieter. Auch jüngere Leute könnten dort einziehen, erklärt Angelika Domsgen.

Zwar gibt es keinen Fahrstuhl, aber beispielsweise Abstellmöglichkeiten für Fahrräder zu ebener Erde. "Das Gelände ist groß genug, dass das vernünftig gestaltet werden kann."

Inzwischen liegt der Bauantrag der SWG der Kreisverwaltung vor. Mit einer Genehmigung rechnet die Geschäftsführerin nicht vor September. Der Neubau auf dem Birkenwäldchen-Gelände wird nach jetzigem Stand vorerst der letzte der SWG sein.