Holzmarkt

Im vergangenen Jahr wurden in Genthins Wäldern 2.850 Festmeter Holz eingeschlagen

Ausschließlich Schadholz holen die Forstarbeiter 2019 und 2010 aus Genthins Wäldern. Vor allem die Altkiefern können sich nicht mehr anpassen und sterben ab.

Genthin

sm

In den Jahren 2019 und 2020 ist in den städtischen Wäldern Genthins ausschließlich sogenanntes Kalamitätsholz, salopp gesagt Schadholz, eingeschlagen worden. Das teilte Bürgermeister Matthias Günther (parteilos) auf Volksstimme-Anfrage mit. Frischholz sei in diesen beiden Jahren gar nicht zum Einschlag gekommen, so die Auskunft, die er in Abstimmung mit dem zuständigen Betreuungsforstamt gegeben hat.

Die für das Jahr 2020 geplante Einschlagmenge habe demnach 2 850 Festmeter betragen. Diese Holzmengen seien dann vollständig an die Holzindustrie verkauft worden. Die Verkaufserlöse der letzten zehn Jahre hätten zwischen 40.000 und 100.000 Euro geschwankt. Im Jahr 2020 habe der Verkaufserlös etwa 34.000 Euro betragen.

Das Betreuungsforstamt gehe, so schreibt Matthias Günther weiter, derzeit von einer schwierigen Situation auf dem Holzmarkt aus. Das liege an dem der „Kalamitätssituation“, also dem vielen Schadholz, das anfalle. Insbesondere bei den Kiefernbeständen in Genthins Wäldern falle viel Schadholz an. Vom flächendeckenden Absterben der Kiefer in Genthins Wäldern hatte Revierförster Steffen Lieder gegenüber der Volksstimme schon im November 2020 gesprochen. Was regenarmen Sommern als auch dem Klimawandel geschuldet sei. Besonders die Altkiefern könnten sich diesen neuen Bedingungen nicht mehr anpassen.

Nach Zahlen des Umweltbundesamtes wurden deutschlandweit 2019 insgesamt 63,1 Millionen Kubikmeter Holz (ohne Rinde) eingeschlagen. Dabei sei besonders auffällig, dass der durch Insekten bedingte Schadholzanteil 2018 und 2019 im Vergleich zum Vorjahr stark zugenommen habe und im Jahr 2019 die Hauptursache darstellte. Das eingeschlagene Holz werde vielfältig genutzt. Abhängig von Holzsorte und Holzqualität kann es als Baumaterial, Brennstoff, Werkstoff, in der Papierherstellung sowie bei der Produktion von Verpackungen verwendet werden.