Hohenseeden l Es ist schon ein Thema, das die Gemüter bewegt: der Neubau der Kita in Hohenseeden. Dort soll es Platz für 15 Krippen- und 25 Kindergartenkinder geben. Inzwischen gibt es vier Varianten dafür, unter denen nun die Gemeindevertreter am 11. September 2018 auswählen müssen. Auf Nachfrage teilte Ortsbürgermeister Gerald Buhl mit, dass sich mit der Thematik der Hohenseedener Ortsbeirat am 3. September um 19 Uhr beschäftigt.

Mehrheitlich hatte sich die Gemeindevertretung im Mai für einen Neubau ausgesprochen. Wichtigstes Argument war für Gemeindebürgermeisterin Nicole Golz bereits im Vorfeld, dass die Kapazitäten in der Kita am Schulplatz nicht mehr ausreichten, mehr als 20 Mädchen und Jungen müssten in anderen Kitas untergebracht werden. Auch der finanzielle Aspekt spiele eine Rolle. Außerdem habe es zu viele Probleme in der Verständigung mit dem Träger der bestehenden Kita gegeben. Auf Nachfrage teilte Golz mit, dass das Bauprojekt nicht gefördert werden kann. Die Kostenplanung ergebe sich am Montag bei der Ortschaftsratssitzung.

Unterschriften

Es gab Stimmen im Dorf, die sich aus unterschiedlichen Gründen auch gegen einen Neubau aussprachen. So wurden Befürchtungen laut, dass am geplanten Standort etliche Bäume weichen müssen. Auch eine Unterschriftenaktion wurde gestartet.

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Auf Anfrage der Volksstimme meldete sich nun Manfred Denkert zu Wort. Er ist Vorsitzender des Vereins Advent-Kindergarten als Träger der bestehenden Kindertagesstätte. „Als vor 14 Jahren die Gemeindeverwaltung den Kindergarten in Hohenseeden aufgegeben hat, hat der neue Träger zugesagt, dass in Zukunft für alle Hohenseedener Kinder ein Kita-Platz gesichert ist, wenn notwendig auch in zusätzlich angemieteten Räumen. Diese Zusage ist eingehalten worden und wird weiterhin eingehalten“, so Denkert. Ihm sei nicht bekannt, dass derzeit in größerem Umfang Hohenseedener Kinder in anderen Orten den Kindergarten besuchten. „Zur Absicherung der Kindergartenbetreuung in Hohenseeden ist ein weiterer Kindergarten nicht notwendig“, erklärt Denkert deutlich.

Kommunikation

Der Advent-Kindergarten in Hohenseeden gehöre zu den kostengünstigsten Kindergärten im Landkreis. „Der Träger des Kindergartens hat sich immer um eine gute Beziehung zur Gemeindeverwaltung bemüht. Konflikte mit der Gemeindeverwaltung wurden vermieden“, sagt Denkert.

Die Kindertagesstätte befindet sich neben der historischen Kirche am Schulplatz. Im nächsten Jahr werde mit einem Festgottesdienst der 15. Geburtstag der kirchlichen Kindertagesstätte gefeiert. „Viele Ideen zur Entwicklung kommen von den Eltern“, berichtet Inge Friedrich, die seit zwölf Jahren mit im Team ist. „Wir haben hier keinen Leiter, sondern agieren im Leitungsteam“, berichtet sie. „Ich bin am längsten hier“, erzählt sie weiter. Sie sei evangelisch und gehöre nicht zu dem 7-Tage-Adventisten.

Weiterhin beschäftigt sind im pädagogischen Bereich Sandra Schmidt, Annemarie Syska und Faith Chilenga, im technischen Bereich Monika Keppner, Frank Bamberger und Christine Sauermilch.

Der „Advent-Kindergarten“ ist Träger Kinderkrippen, -gärten, Horten und Spielkreisen, unabhängig von Religion, Rasse und Herkunft.

Momentan besuchen 25 Kinder die Kindertagesstätte. Die Themen Inklusion und Integration spielen hier eine große Rolle.

Die Erzieherin Faith Chilenga kommt aus Sambia. „Mir gefällt es hier in der Kita sehr gut“, sagt sie lächelnd. Sie werde von den Eltern und Kindern hier angenommen.

„Die Personalsituation ist nicht einfach. Wir freuen uns über Praktikanten“, sagt Inge Friedrich an mögliche Interessenten gewandt.