Bebauungsplan

Jerichow soll attraktiver werden

Flächennutzungsplan könnte mehr Bauplätze bringen

Jerichow (tsk). In Jerichow gibt es derzeit eine Nachfrage an Häusern und Baugrundstücken, die das Angebot deutlich übertrifft. Um von Insellösungen weg hin zu einer in die Zukunft ausgerichteten verlässlichen Bebauungsplanung zu gelangen, beschloss der Jerichower Stadtrat vor kurzem, einen gesamteinheitlichen Flächennutzungsplan für die Einheitsgemeinde aufzustellen.

Dadurch soll in Zukunft die Erschließung von Baugebieten vereinfacht werden, außerdem kommt mit der Aufstellung des gesamtheitlichen Flächennutzungsplanes die Stadt Jerichow einer Forderung des Landkreises nach, wie es Seiten der Verwaltung heißt.

Die Kosten für die Erstellung sollen sich auf rund 260 000 Euro belaufen, gefördert werden könne das Verfahren mit circa 80 000 Euro. Durch die Aufstellung des Flächennutzungsplanes soll für das Gemeindegebiet abgebildet werden, wo und in welcher Anzahl zukünftig gebaut werden dürfe.

Dieser wird dann in dem Regionalen Entwicklungsplan des Landes Sachsen-Anhalt geführt und kann dann im Internetauftritt der Regionalen Planungsgemeinschaft Magdeburg (RPM) eingesehen werden. Die Planungsgemeinschaft ist ein kommunaler Zweckverband, der sich mit Zusammenfassen sämtliche Flächennutzungspläne befasst. Anders als in vielen Dörfern und kleinen Städten Sachsen-Anhalts fehlt es hier nicht an Interessenten für die abgelegenen oder leeren Grundstücke, heißt es aus dem Bauamt. Somit ist die Stadt immer auf der Suche, um Zuzugswilligen eine Perspektive zu bieten und dazu gehöre es, herrenlose Immobilien für die Stadt zu erhalten.

Stadt will Grundherr werden

Auch herrenlose Grundstücke gilt es von Seiten der Gemeinde zu identifizieren, zum einen damit Jerichow selbst Grundherr wird und die Fläche an Bauwillige veräußern kann. Das sei jedoch nur Stückwerk, eine Planung kann es so nicht geben, heißt es bei so manchem Ortsbürgermeister. So sind die Ortschefs von Kade, Holger Wenslau und Wulkow, Gerd Bunjes immer wieder unterwegs, um mit Grundstückseigentümern zu sprechen, „ob diese nicht ein Teil ihres Landes abtrennen und als Bauland zur Verfügung stellen“.

Damit lässt sich leider nicht gezielt Werbung betreiben, um Familien in die Ortschaften zu locken. Mit einem Flächennutzungsplan und der Möglichkeit, dann speziell Bauplätze im größeren Stil zu planen und auszuweisen, wäre eine Menge für die Region getan. Derzeit behilft sich die Verwaltung damit, dass sie ein Verzeichnis pflegt, in dem alle verfügbaren Grundstücke - freies Bauland oder Immobilien - aus der Einheitsgemeinde aufgelistet sind. Damit soll eine schnellere Vermittlung an Umzugswillige oder zukünftige Bauherren erreicht werden. Bisher wurden immer nur sogenannte Angebotsbebauungspläne erstellt, wie jetzt erst für den Schlagenthiner Ortsteil „Neue Häuser“, die sich immer an konkreten Vorhaben orientieren und keine Allgemeingültigkeit besitzen.

Auf Hinweise der Bevölkerung angewiesen

„Mit einem Bebauungsplan werden unsere Orte attraktiver“, sagt der Bürgermeister der Einheitsgemeinde, Harald Bothe. Die Menschen wollen den Service und sich nicht selbst Grundstücke oder Häuser suchen müssen. Doch bis die Aufstellung des Flächennutzungsplanes abgeschlossen ist, ist die Verwaltung auf Hinweise der Anwohner angewiesen, die über Baugrundstücke oder leere Häuser verfügen.

Interessenten können sich an Bauamtsleiterin Julia Bolle, unter der Telefonnummer 039343/927?34 wenden oder beim Sekretariat melden, unter der Telefonnummer 039343/927 0 sowie auch per E-Mail an bauamt@stadt-jerichow.de.