Altenplathow l Vorsichtig streift Fritz Franke das hellblaue T-Shirt mit der Aufschrift „875 Jahre Altenplathow“ über Kopf und Oberkörper und zupft dann am Saum, bis es richtig sitzt. Dass ein leichter Nieselregen einsetzt, stört das geschäftige Team, das sich an der Altenplathower Kirche eingefunden hat, bei der Anprobe nicht. Denn für das Team ist dieser Moment schon so etwas wie ein Outing: Es stellt sich erstmals in der Öffentlichkeit als Organisator der bevorstehenden 875-Jahrfeier Altenplathows vor, die am Wochenende des 30. Augusts bis einschließlich 1. September starten soll.

Ältester Stadtteil Genthins

Der älteste Stadtteil Genthins demonstriert damit Selbstbewusstsein. Denn Stadtjubiläen wurden zumindest in der vergangenen fünf Jahrzehnten in Altenplathow nicht gefeiert. Der nördliche Stadtteil stand damit immer irgendwie im Schatten Genthins, das sich, wenn es um runde Stadtgeburtstage ging, bisher nicht lumpen ließ und üppig feierte.

Ein bisschen überraschte Fritz Franke deshalb schon, als er vor gut acht Wochen bei der Stadtratssitzung ankündigte, dass sich Altenplathower Vereine und interessierte Leute zusammengetan hätten und in Vorbereitung eines Festwochenendes im August/September auf Sponsorensuche seien. Solange die noch nicht erfolgreich abgeschlossen war, wollten sich die Organisatoren mit offiziellen Informationen zurückhalten.

Altenplathower für Altenplathow

Inzwischen steht jedoch der Ablauf der 875-Jahrfeier Altenplathows, bei dem die „Macher“ sowohl auf gestandene „Publikumsbringer“ setzen, als auch auf das Prinzip „Altenplathower für Altenplathow“. So sind die Kinder der Diesterweg -Grundschule wie alle Vereine des nördlichen Stadtteils in irgendeiner Weise im Programm des Festwochenendes gesetzt. Außerdem konnte der Chor des Bismarck-Gymnasiums, das Genthiner Blasorchester und das Berliner Rockduo Freebirds für das Festwochenende gewonnen werden. „Das Programm auf die Beine zu stellen, fiel uns eigentlich nicht zu schwer“, sagt Fritz Franke.

Die Mitglieder des Fördervereins der Altenplathower Feuerwehr, des Fördervereins Altenplathower Kirche und des Kleingartenvereins Hasenholztrift hätten dabei ihre Erfahrungen beim Ausrichten von Feierlichkeiten einbringen können. „Absagen haben wir kaum kassiert. Die ganze Vorbereitung hat schon hingehauen“, gibt sich der Altenplathower zuversichtlich.

Eintritt frei

Eine gute Nachricht für Besucher: Schon jetzt zeichnet sich ab, dass Eintritt für verschiedene Musikveranstaltungen und Kinderattraktionen nicht erhoben werden muss. Der Besucher hat allein die Kosten für Speisen und Getränke zu tragen.

Bürgermeister Matthias Günther, selbst Altenplathower, stellte auf Volksstimme-Anfrage in Aussicht, dass, wenn gewünscht, die Stadt die Altenplathower bei der Vorbereitung und bei der Bewerbung der Feierlichkeiten unterstützen könne. „Es ist möglich, dass Marina Conradi von der Stadt zum Einsatz kommt“, sagte Günther. Eine Anfrage habe es diesbezüglich jedoch noch nicht gegeben. Das Angebot an das Organisationsteam stehe weiterhin.

Feierlichkeiten rund um die Kirche

Abspielen werden sich die Feierlichkeiten rund um die Kirche auf dem Kirchplatz. Mit der Wahl des Veranstaltungsortes knüpft das Organisationsteam an die Tradition der Sommerfeste an, die der Förderverein Altenplathower Kirche in den vergangenen Jahren mit zunehmendem Erfolg entwickelt hat. „Um die Kirche hat sich ein Mittelpunkt in Altenplathow entwickelt, der sich in den Feierlichkeiten wiederfinden muss“, betont Franke deshalb.

Befeuert wurde die Idee einer Jubiläumsfeier im vergangenen Jahr nach einer öffentliche Diskussion um das genaue Gründungsdatum Altenplathows. Nach einer Recherche des früheren Genthiners Axel Neubauer standen zwei Jahrestage im Raum. Entweder ein Alter von 1050 Jahren oder 875 Jahren. Letzteres stellte sich nach einer Recherche von Geschichtsexperten als richtig heraus.