Genthin l Herbst an der Genthiner Skaterbahn in der Keplerstraße. Hier und da treffen sich immer noch Jugendliche an der Bahn, aber von den lange geforderten Umgestaltungen ist nichts zu sehen. Das brachte jüngst auch Anliegerin Bianka Kemnitz auf den Plan, als sachkundige Einwohnerin sitzt sie im Kulturausschuss und wollte wissen, welchen Stand die Neugestaltung derzeit habe.

Für die Stadtverwaltung führte Alexandra Adel, Fachbereichsleiterin Bürgerservice aus, dass derzeit der Fachbereich Bau Gespräche mit den Mitarbeitern des Jugendhauses Thomas Morus führe. Dort laufen derzeit die Fäden bei der Erhebung von Grunddaten zusammen. Unter anderem werde der Bedarf geprüft und auch welche Altersgruppen die Anlagen nutzen. Auf Volksstimme-Anfrage an die Stadtverwaltung führt Bau-Fachbereichsleiterin Dagmar Turian aus, dass der Fachbereich bereits eine Grundlagenermittlung für den Neubau einer Skateranlage durchgeführt habe. Angestoßen worden seien diese durch die Vorstellung zweier jungen Leute im Stadtrat im Frühjahr 2019.

Parkour gefährlich wegen Unebenheiten

Tilmann Gohr und Moritz Ritzke hatten damals beklagt, dass Hindernisse zu dicht beieinander stehen, für bestimmte Tricks fehlte dadurch der Schwung, manche Hindernisse ließen sich gar nicht richtig nutzen. Und der Skaterpark hat laut den Nutzern andere Mängel und Gefahrenquellen wie etwa Sand und unebene Asphaltflächen.„Diese Vorstellungen sind in Bewertungen zur Machbarkeit und Grundstücksbereitstellungen übergegangen“, bestätigt die Fachbereichsleiterin.

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Problem sei aber auch, dass es in der Vergangenheit viel Unmut in der Nachbarschaft der Skateranlage gegeben habe. Unter anderem hatten sich Anwohner über Lärm beschwert. „Im Ergebnis dessen sind einige Standortvorschläge erarbeitet worden, die in einem weiteren Arbeitsschritt mit den Jugendlichen diskutiert werden sollen.“ Und hier hakt es derzeit ein wenig, die jungen Leute, die seinerzeit als Sprecher der Genthiner Skater fungierten, stecken mittlerweile mitten im Studium und sind nicht mehr ständig in Genthin, daher laufe der Kontakt der Verwaltung mittlerweile über das Jugendhaus. Im November seien weitere Unterredungen geführt worden. Nun würden Planungsansätze konkretisiert und sollen zu Beginn des Jahres den Gremien des Stadtrates vorgestellt werden. „Es wird davon ausgegangen, dass die Beratungen im 1. Quartal 2021 abgeschlossen werden können“, setzt Dagmar Turian einen zeitlichen Ablauf.

Verständnis für Sorgen der Anwohner

Allerdings hatte sich in diesem Jahr auch die Runde um Tilmann Gohr weitere Gedanken gemacht. „Wir haben uns im Internet informiert, welche Voraussetzungen eine Vereinsgründung mit sich bringt“, erklärte Gohr vor einiger Zeit gegenüber der Volksstimme. Durch die Corona-Pandemie und die damit einhergehenden Kontaktbeschränkungen seien zwar konkrete Pläne erstmal auf Eis gelegt worden, jedoch liefen die Vorbereitungen für das Unterfangen im Hintergrund weiter. Auch wolle man in der weiteren Planung die Meinung von Anwohnern hören. „Wir Skater verstehen die Sorgen der Anwohner. Aus unserer Sicht macht auch ein Ausbau aus Platzmangel in der Keplerstraße keinen Sinn. Deswegen sind wir der Meinung, dass ein Neubau mit ausreichendem Platz am Rand der Stadt mit wenig bis keinen Anwohnern ideal wäre“, sagt Tilmann Gohr.

Dass das Ansinnen der jungen Leute nicht ganz abwegig ist, zeigen Beispiele aus der Region. In der Region gibt es aus jüngster Zeit einige Beispiele für ähnliche Anlagen, die gut angenommen werden. Etwa den Rideplatz Rathenow. Dort konnte unter anderem durch die Finanzierung der Stiftung Lebendige Stadt „Sport bewegt Vielfalt“ ein 1000 Quadratmeter großes Skaterareal geschaffen werden.

Anlagen aus der Region als Vorbild

Ein weiteres Beispiel ist auch der Skaterpark in Burg, der zur Landesgartenschau entstanden war und mittlerweile Skater aus Magdeburg anzieht. Eine zusätzliche gut aufgebaute Anlage in Genthin könnte nicht nur für Skater, sondern auch für BMXer, Inline-Skater und Roller-Fahrer interessant sein.