Bau des Radweges von Genthin nach Jerichow wird in das nächste Jahr verschoben

Kein Geld 2013: Die B 107 bleibt für Radler vorerst ein gefährliches Pflaster

Von Simone Pötschke 08.08.2013, 03:09

Der für dieses Jahr angekündigte Bau eines Radweges auf der ehemaligen Bahnstrecke zwischen Genthin und Jerichow verschiebt sich. Die Landesstraßenbaubehörde wollte sich zwar nicht auf einen konkreten Termin festlegen, hält aber das nächste Jahr für realistisch, das Vorhaben anzupacken.

Genthin l Keine gute Nachricht aus der Landeshauptstadt: Der Bau des bundesstraßenbegleitenden Radweges zwischen Genthin und Jerichow, den Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) bereits als gesetzt verkündet hatte, ist ins Stocken geraten. Radler müssen sich damit erneut in Geduld üben. Andreas Böhle von der Landesstraßenbaubehörde Nord führt nun sowohl einen nicht ausreichenden Vorbereitungsstand des Projektes, aber auch finanzielle Probleme an, die einem Baubeginn noch in diesem Jahr entgegenstehen. So liege der Behörde derzeit noch kein konkretes Angebot zum Verkauf von Grund und Boden durch eine Bahnverwertungsfirma als Eigentümer vor.

Diese hatte sich allerdings immer verkaufswillig gezeigt. "Wir haben bisher auch nicht gedrängelt", räumte Andreas Böhle ein.

Die Behörde müsse zudem klären, inwiefern die zu erwerbende Gesamtfläche für landschaftspflegerische Maßnahmen zu nutzen sei. Hier stünden noch Absprachen mit der Unteren Naturschutzbehörde aus. Als weiteren Grund, warum das Vorhaben nun in das nächste Jahr geschoben wird, führt Andreas Böhle im gleichen Zuge die finanzielle Situation des Landes an.

Bei einer Bestandsaufnahme zum Halbjahr habe man feststellen müssen, dass der Haushalt das Vorhaben, das mit etwa einer knappen Million Euro in zwei Jahresscheiben veranschlagt ist, "einfach nicht hergibt". Zudem habe die Landesstraßenbehörde erkennen müssen, dass sie zurzeit auch personell an ihre Grenzen stoßen würde, wenn sie den Radwegebau noch in diesem Jahr in Angriff nehmen wollte. Jetzt stünde Andreas Böhle zufolge eine ordentliche Vorbereitung des Radwegebaus im Vordergrund. Das sei ein realistisches, aber immer noch sehr aufwendiges Ziel für dieses Jahr, unterstrich Böhle in einem Gespräch mit der Volksstimme.