Jerichow l Der Jerichower Bürgermeister Harald Bothe ließ es sich nicht nehmen zu gratulieren: Marita Hänschen, die Leiterin der Kleinwusterwitzer Kita „Gänseblümchen“, kann auf 35 Dienstjahre zurückschauen. Sie blickt in der familiären Einrichtung in die Runde. „Heute besuchen Kinder die Einrichtung, deren Eltern ich früher schon hier betreut habe“, stellt sie lächelnd fest. Von 35 Jahren war sie nämlich 31 in der Kita. Auf die Frage nach den Höhepunkten, sagt sie: „Das ist immer dann, wenn die Kleinen eingeschult werden.“

Ein Höhepunkt im Jahresprogramm sei die Weihnachtsfeier. „Da muss ich immer weinen“, sagt sie. Dieses Jahr kommt der Weihnachtsmann am 18. Dezember.

Ein Naschgarten soll entstehen

Auf Marita Hänschens Wunschzettel steht ein Naschgarten. Vielfältig sind schon die gesunden Angebote in der Einrichtung. Dazu gehöre Säulenobst, Äpfel, Brombeeren, Himbeeren, Weintrauben, unterschiedliches Gemüse und ein Kräuterwurm. „Nun wollen wir unseren Eingangsbereich sinnvoll verschönern und für Kinder interessant gestalten“, sagt Marita Hänschen.

Ein Blick aus dem Fenster zeigt auch erste Vorbereitungen für das Naschgarten-Projekt. Die einst hohe Tanne auf dem Gelände wurde aus Sicherheitsgründen gestutzt. Nur noch ein Stumpf bleibt übrig.

Dabei profitiere die Kita auch von dem Projekt „Auf dem Weg zum Sommergarten 2020“. Das ist ein breit gestreutes Kooperationsprojekt von der Stadt Jerichow mit der Gemeinde Hohe Börde, das unter anderem von dem EU-Programm Leader, dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des Ländlichen Raums und dem Land Sachsen-Anhalt gefördert wird.

Kinder lernen fremde Länder kennen

Unterstützung für ein weiteres Vorhaben bekommt die Kita aus dem Bundesprogramm „Demokratie leben“. Hier geht es laut Projektbeschreibung um Horizonterweiterung in der Kindertagesstätte. Die Kinder sollen andere Länder spielerisch kennenlernen, um ein Verständnis für die eigene Lebensweise zu bekommen. Durch einzelne Projekttage soll die Neugier auf die Welt mit praxisnahen Themen und Impulsen geweckt werden. Dazu gehören auch Kenntnisse zur Nachhaltigkeit.

Am Anfang des Projektes steht der Schwerpunkt „Unsere Erde“. Hier wird die Welt märchenhaft spürbar. Sitzend auf einem fliegenden Teppich reisen die Kinder in der Vorstellung von einem Kontinent zum anderen, um unterschiedliche Tiere, Länder und Klimazonen kennenzulernen.

Märchen zur Weihnachtszeit

In der Weihnachtszeit rückt die Welt der Märchen in den Mittelpunkt. „Ich bin ich, du bist du“, wird in der Kindertagesstätte zum Motto. Der Blick geht dabei schon voraus ins nächste Jahr. „Wir werden mit unseren Kindern Fasching feiern, um dabei herauszufinden, wie dieser Brauch in anderen Ländern gelebt wird“, erklärt Hänschen.

Geplant ist zum Abschluss des Projektes ein Fest unter dem Motto „Rund um den Erdball“. Hier wird der neue Teppich, der in den nächsten Tagen angeliefert wird, zum Einsatz kommen. Präsentiert werden soll Spielzeug aus aller Welt. Dazu kommen unterschiedliche Essgewohnheiten in unterschiedlichen Kulturen zur Sprache. Das Bundesprogramm „Demokratie leben“ fördert das Projekt, das im März endet, mit knapp 400 Euro.

Gut kommt die Kita auch bei den Kindern an. Voller Begeisterung ist zum Beispiel der fünfjährige Nic. Wie er berichtet, kickt er in der Fußballabteilung des TSV Brettin Roßdorf. „Ich spiele so gerne hier mit meinen Freunden“, erzählt Nic begeistert.