Genthin l Mit dem immer wieder heftig diskutierten Thema „Strom- und Wasserversorgung in den Kleingartenanlagen“, beschäftigten sich die Vorstände der Gartenvereine während ihrer Sitzung.

Gartensaison beginnt

„Wir dürfen keine Solaranlagen auf den Laubendächern montieren“, erläuterte der Vorsitzende des Stadtverbandes Reimar Porrini und berief sich dabei auf ein Schreiben des Landesverbandes Sachsen-Anhalt. Dieser hatte zu Frühlingsbeginn und dem Start der neuen Gartensaison darauf hingewiesen, was in den Kleingärten erlaubt ist und was nicht.

Eine eigene Stromversorgung, die ein dauerhaftes Wohnen ermöglichen würde, ist nicht erlaubt. Denn dann könnte die Kleingartenlaube wie ein kostengünstiges Wochenendhaus genutzt werden. Sozusagen staatlich gestützt. Denn der Pachtzins der Kleingärten in Deutschland darf laut Gesetz höchstens das Vierfache der ortsüblichen Pacht im Obst- und Gemüseanbau betragen. Reimar Porrini erklärte: „Die Stadt hält nach wie vor an einer Pacht von neun Cent pro Quadratmetern im Jahr fest und berücksichtigt damit die Vorgaben des Bundesverbandes der Kleingärtner.“

Ein Kleingarten soll dadurch auch für einkommensschwache Haushalte erschwinglich bleiben. Er soll der Eigenversorgung mit Obst und Gemüse, aber auch der Erholung dienen. Nicht allerdings als Zweitwohnsitz. Viele Lauben verfügen ohnehin schon über eine gemeinschaftliche Strom- und Wasserversorgung. Laut Bundeskleingartengesetz ist dies auch nicht verboten. Auch der Landesverband verbietet weder Stromversorgung noch Solaranlagen generell.

Nicht ins öffentliche Stromnetz

Porrini, wies auf eine Einschränkung im Schreiben hin: Zur gemeinschaftlichen Nutzung seien Solaranlagen durchaus in den Kleingärten erlaubt, etwa um Elektrogeräte zur Rasen- oder Heckenpflege zu betreiben. In das öffentliche Stromnetz dürfe der so erzeugte Strom allerdings nicht eingespeist werden.

In Genthin gibt es derzeit 575 Parzellen, von denen 514 (knapp 90 Prozent) belegt sind. Zehn Vereine gibt es derzeit in Genthin, Brettin und Parey. Wenn man die Familien mitrechne, die Kleingärten nutzten, komme man auf gut und gern 1700 Kleingärtner in Genthin. „Mehr als ein Zehntel der Bevölkerung Genthins“, rechnete der Stadtverbandsvorsitzende vor. Allerdings haben die Gartenfreunde auch mit einer Reihe von Problemen zu kämpfen. Nicht nur der Leerstand der Parzellen, sondern auch, dass in einigen Vereinen, Vorstandsposten nach wie vor nicht besetzt werden können, gehören dazu. Zudem fehlen Pächter für die Gastronomie in den Kleingartenanlagen. Sowohl in der Spartengaststätte „Gurke“ als auch in der „Drossel“, gibt es derzeit keine dauerhafte Bewirtschaftung.

„Leider gibt es für die Drossel keinen Interessenten“, bedauerte Kevin Schröder, Vorsitzender des Kleingartenvereins Birkheide. Im Mühlenfeld fehle ebenfalls ein Pächter, berichtete Peter Staats, der kommissarisch den Vorstand betreut.

Kritisch äußerten sich die Vorstände erneut zur Schließung der Annahmestelle in Parey.

„Dadurch müssen rund 200 Kleingärtner aus Parey den Weg bis nach Genthin auf sich nehmen“, machten sie deutlich. Der Stadtverbandsvorsitzende betonte erneut zu einem Gespräch mit den Entscheidungsträgern im Kreis bereit zu sein. „Vielleicht sollte man uns als Betroffene einfach einmal anhören, wir würden gern ins Gespräch kommen.“

Mit der Landesgartenschau in Burg steht für die Gartenfreunde ein wichtiges Ereignis vor der Tür. „Ob wir uns als Stadtverband präsentieren werden, können wir nicht sagen, vielleicht ergibt sich noch eine Möglichkeit“, erläuterte Porrini.

Er regte an, dass die Öffentlichkeitsarbeit verstärkt wird, in dem die vor wenigen Jahren komplett überarbeitete Internetseite mit Inhalten und Bildern bestückt wird. Auch seien die Gartenfreunde bereit, Vorträge bei anderen Veranstaltungen zu halten.