Genthin/Burg l Ein Mobiles Museum soll im Jerichower Land Fahrt aufnehmen. Rückenwind erhält das Vorhaben mit einem Leader-Fördermittelbescheid in Höhe von 16.000 Euro. Der Landkreis wird für das Vorhaben einen Eigenanteil über 4000 Euro tragen. Anfang nächsten Jahres soll ein Konzept vorliegen. Dafür wird zunächst eine Ausschreibung für den Einsatz eines Ausstellungsplaners vorgenommen. In welcher Form ein Mobiles Museum auf Tour gehen wird, ob beispielsweise als Fahrzeug, als Koffer oder digital, ist derzeit offen.

In Gegenwart von Dr. Volker Schütte, Schulleiter des Bismarck-Gymnasiums, Heike Winkelmann vom Leader-Management und Steffen Voigt vom Landkreis, umriss Museumsleiterin Antonia Beran in einem Pressegespräch die Ziele, die sich mit einem solchen Vorhaben verbinden. Ein Mobiles Museum, stellte Antonia Beran ihren Ausführungen voran, verstehe sich als ein Partner der Schulen. Sie arbeitete heraus, dass im vergangenen Jahr 800 Schüler das Kreismuseum besuchten, was elf Prozent der Gesamtschülerzahl des Landkreises ausmache.

Dreidimensionale Sammlung

Es gelinge derzeit, Genthiner Schülergruppen in das Kreismuseum zu holen, es sei aber aus den unterschiedlichsten Gründen schwer, das Kreismuseum in den Landkreis zu tragen, versuchte Antonia Beran die Entwicklung der Idee eines Mobilen Museums nachvollziehbar darzustellen. Das Projekt, ein Mobiles Museum zu entwickeln, fand bei Volker Schütte, Schulleiter des Genthiner Bismarck-Gymnasiums, große Zustimmung, sowohl aus der Sicht eines Pädagogen als auch aus der eines Geisteswissenschaftlers.

Er bescheinigte der Einrichtung ein großes Potenzial, das Vorhaben eines Mobiles Museum umzusetzen. „Wenn wir das nicht nutzen, gehören wir bestraft.“ Es sei mehr als sinnvoll, die Besonderheiten des Museums hervorzuheben, sagte Schütte unter anderem auch im Hinblick auf Praktika, die Gymnasiasten der Klassenstufen 5 bis 10 hier zukünftig absolvieren könnten.

Im Unterschied zur trockenen Lehrstoffvermittlung verfüge das Museum über den Vorteil einer dreidimensionalen Sammlung, die in Aktion präsentiert werden könne. Dass hier Originale vorliegen, mache Geschichte für die Schüler in besonderer Weise erlebbar. Volker Schütte hob mehrfach darauf ab, dass für die Schüler der Umgang mit Sammlungen, mit Originalen oder Faksimiles in einer digital dominierten Zeit für das Verständnis von Geschichte wichtig sei. „Es entsteht ein Mehrwert, wenn die Schüler Originale in den Händen halten“, machte er deutlich.

Kooperation mit Gymnasium

Der Schulleiter sprach sich dafür aus, dass das Mobile Museum in Verbindung mit der Schule, konkret mit den Lehrplänen für Geschichte, konzipiert wird. Es könne dann „den Lehrern an die Hand gegeben“ werden. Er empfahl, in Rücksprache mit den Fachlehrern, pro Klassenstufe zentrale Themen nach den Rahmenrichtlinien festzulegen, die das Mobile Museum abbilden könnte.

Heike Winkelmann vom Leader-Management knüpfte an das von Antonia Beran geäußerten Anliegen des Mobilen Museums an, zukünftig auch die Schüler der Burger Region besser zu erreichen. Mit dem Konzept eines Mobilen Museums gelinge es, in den ländlichen Raum auszustrahlen, zeigte sie sich überzeugt. „Dieses überregionale Projekt vermittelt Wissen in die Breite.

Eines von 22 Leader-Projekten

Das Projekt, das neben Schulen auch auf Kitas, Seniorengruppen und Heimatvereine zugeschnitten sein kann, solle, so Steffen Voigt, „Lust auf Museum machen“ und nicht künstlich aufgesetzt wirken. Mit dem Mobilen Museum verfolgten die Initiatoren das Ansinnen, das Jerichower Land bekannter zu machen und die Identifikation mit dem Landkreis zu befördern.

Das Mobile Museum ist eines der Projekte, das die Lokale Aktionsgruppe zwischen Elbe und Fiener Bruch (Elfi) im November 2016 auf den Weg gebracht hat. Seit 2014 wurden mehr als 22 Leader-Projekte mit zirka einer Million Euro EU-Mitteln unterstützt.