Hohenseeden/Genthin l „Unter den gegebenen Umständen sind wir mit der Spargelsaison zufrieden“, machte Patrick Wolter, Vorsitzender der Agrargenossenschaft Hohenseeden-Parchen, deutlich. Der letzte Stichtag war am Montag, 22. Juni. Mit dem Johannistag, 24. Juni, begann der Ausverkauf, der noch bis zum Wochenende andauern wird.

Rund 350 Tonnen/Brutto Spargel wurden in dieser Saison auf den Feldern der Agrargenossenschaft Hohenseeden-Parchen gesteckt. Im Vorjahr waren es rund 550 Tonnen. Effektiv konnte auf 60 Hektar von möglichen 120 Hektar der Spargel gestochen werden. Dies war bedingt durch die geringere Anzahl an Saisonkräften. Patrick Wolter: „Wir hatten 65 polnische und 15 deutsche Saisonkräfte zur Verfügung.“ Der größte Teil der deutschen Saisonkräfte war als Verkäufer beschäftigt. Die Qualität des Spargels habe gestimmt.

Spargeltriebe müssen sich erholen

Warum endet die Spargelsaison am 24. Juni? Der Spargeltrieb ist nur der Stamm der Spargelpflanze. Um im nächsten Jahr wieder Triebe erzeugen zu können, muss er durchwachsen und einen grünen Busch bilden. Dafür braucht er 100 Tage. Deshalb muss er jetzt noch Energie sammeln, diese in die Wurzeln einlagern und dann im Frühjahr wieder neu austreiben. Dies kann eine Spargelpflanze sieben Jahre hintereinander machen. Sind schon mehr als sieben Jahre vergangen, muss keine Rücksicht mehr genommen werden und man kann noch Spargel stechen.

„Der Start in die Spargelsaison war schwierig, weil niemand so recht wusste, wie sich Corona auswirken würde“, blickte Patrick Wolter zurück. Erst ab Ende April zog eine gewisse Regelmäßigkeit ein. Der Regen zwischendurch tat dem Spargel gut. Grüner Spargel konnte erst zu einem späteren Zeitpunkt verkauft werden. Der Spargelverkauf an die Gastronomie war in dieser Saison eingebrochen. Patrick Wolter: „Weil die Gaststätten geschlossen waren, haben die Leute mehr zu Hause gekocht. Das haben wir an unseren Verkaufsständen gemerkt.“

Aufgrund der Corona-Pandemie gab es zwei Kontrollen. Zum einen kontrollierte das Gewerbeaufsichtsamt die Unterkünfte der polnischen Saisonkräfte und zum anderen kontrollierte der Zoll die Saisonkräfte selbst. Es gab keine Beanstandungen.

Preissenkung lockt

Die Corona-Tests wurden auf freiwilliger Basis angeboten. Da waren die polnischen Saisonkräfte aber schon vier Wochen in Hohenseeden. Die Erdbeersaison endet am Sonntag, 28. Juni. Bis dahin kann auch noch auf dem Erdbeerfeld an der B 1 bei Hohenseeden selbst gepflückt werden. Patrick Wolter: „Ab Freitag, 26. Juni, gibt es bis zum Sonntag eine Preissenkung.“ Da lohnt es sich, wer zum Beispiel Erdbeeren für die Marmeladen-Herstellung möchte, mal vorbei zu schauen.

Gut über fünf Tonnen Erdbeeren konnten in dieser Saison geerntet werden. Das geschah fast ausschließlich durch die Selbstpflücker. „So viele Selbstpflücker hatten wir bisher noch nicht. Ihnen allen gilt mein Dankeschön“, so Patrick Wolter.

Heidelbeersträucher hängen voll

Nun steht die Heidelbeersaison vor der Tür. Patrick Wolter: „Wir sind bisher sehr gut durch das Jahr gekommen. Die Sträucher hängen voll. Das dürfte die Selbstpflücker freuen.“ Voraussichtlich ab Montag, 6. Juli, können die Selbstpflücker dann aktiv werden. Eine zeitnahe Information erfolgt noch. Selbst gepflückt werden kann wieder auf dem Feld hinter dem Reitplatz Hohenseeden. Die Anfahrt wird wieder ausgeschildert sein. Erstmals werden die Heidelbeeren auch an einem Verkaufsstand in Burg angeboten. Dazu wird der Spargelstand an der Total-Tankstelle in Burg weiter genutzt. Hier wird auch anderes Obst mit angeboten.

Ob es in diesem Jahr doch noch das beliebte Heidelbeerfest gibt, ist noch offen. „Wir haben es noch nicht ganz gestrichen. Es hängt davon ab, wie die nächste Eindämmungsverordnung des Landes Sachsen-Anhalt aussehen wird“, so Patrick Wolter. Auch ein möglicher Termin steht noch nicht fest. Wenn das Heidelbeerfest doch stattfinden kann, wird rechtzeitig informiert.