Genthin l Einen Geburtstag muss man feiern, auch wenn es der einer Jugendeinrichtung ist. So gab es zum 26. des Thomas-Morus-Hauses ganz klassische Geburtstagsspiele wie Topfschlagen, Sackhüpfen und Stuhltanz. „Hier wird es nie langweilig“, fand Besucherin Nina Volesky, sie kam über einen Besuch mit ihrer Schulklasse mit dem Jugendhaus in Kontakt und hatte auch ihre Schwester dabei: „Im Moment macht es am meisten Spaß Tischtennis oder Tischkicker zu spielen, im Sommer gibt es draußen ein Trampolin“, erzählt Emily Volesky.

Während die Jüngeren bei vielen Spielen mitmachten, trafen sich die Älteren im Fernsehraum. Nach einem Wunsch an das Morushaus für das kommende Jahr gefragt, sagen sie: „Es gut, dass es das Jugendhaus gibt, aber noch besser wäre es, wenn es länger offen hätte, am Wochenende oder in den ganzen Ferien offen wäre“, fanden nicht wenige.

Doch einfach die Öffnungszeiten erweitern geht nicht. „Wir können die Öffnungszeiten nicht so ohne weiteres erweitern“, erklärt Jugendhausleiter Ronny Harzendorf. Derzeit habe das Haus von Montag bis Freitag zwischen 13 und 20 Uhr geöffnet. „Dafür halten wir Personal vor, dass in den Öffnungszeiten sicher vor Ort ist.“ Eine Verlängerung der Öffnungszeiten oder eine Erweiterung würde ein völlig neue Planung erfordern, da Lücken in der Besetzung nicht gewollt seien. Es habe einst andere Zeiten gegeben, auch am Sonnabend sei früher geöffnet gewesen, allerdings hatte sich nach und nach der Bedarf geändert.

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Jugendliche wollen lieber draußen bleiben

Derzeit könne mit dem vorhandenen Personal eine zusätzliche Öffnung ohnehin nicht realisiert werden. „Wir beteiligen uns auch stark an städtischen Veranstaltungen etwa dem Weihnachtsmarkt, dem Kartoffel oder Frühlingsfest, dadurch sind wir an einer Reihe von Wochenenden nicht vor Ort. Auch das eine längere werktägliche Öffnungszeit etwa bis 22 Uhr, unter der Woche, Jugendliche aus der Stadt in das Morushaus zieht, sieht Harzendorf nicht. „Es gibt Jugendliche, die sich abends auf dem Marktplatz oder am Bahnhof aufhalten, die sprechen wir auch immer wieder an, aber diese jungen Leute lassen sich nicht bewegen sich ins Morushaus zu setzten.“

Es sei so, dass die Jugendlichen draußen bleiben möchten, dort gesehen werden wollen. In den benachbarten Jugendhäusern hat man unterschiedliche Regelungen. Im Jugendhaus Parey etwa ist montags von 15 bis 20 Uhr und von Dienstag bis Freitag von 13 bis 20 Uhr geöffnet. „Am Sonnabend haben wir Jugendliche im Haus, die an festen Projekten arbeiten“, erläutert Jugendhausleiterin Ulrike Paul. So gäbe es etwa Gruppen, die sich etwa mit Grafikdesign oder Fotografie beschäftigten. Auch die Mitarbeiter des Pareyer Jugendhauses verstärken Veranstaltungen am Wochenende.

Nachmittags als Kernzeit

Ähnlich wie auch der Jugendklub Jerichow, er ließ sich in das Festprogramm zur 875-Jahr-Feier der Stadt einbinden. Jugendhausleiterin Victoria Gronka war zudem Unterstützerin der Erlebnisrallye im Herbst. Somit ist man auch dort an Wochenenden und über die Öffnungszeiten hinaus in der Öffentlichkeit präsent. In Jerichow ist ähnlich wie in den anderen Jugendeinrichtungen von Montag bis Freitag zwischen 13 und 19 Uhr geöffnet.

Der Kernzeit der Nachfrage der Jugendlichen am Nachmittag. Eine Wochenendöffnung gibt es nach Absprache. Wie es in Genthin weitergeht, wird sich zeigen. „Wir bleiben mit den Jugendlichen im Gespräch“, sagt Ronny Harzendorf.

Allerdings werde man auch keine Entscheidungen gegen den Willen der Träger der St. Marien-Gemeinde oder der Nachbarschaft treffen.