Schopsdorf l Emotional, kritisch, aber meist sachlich verlief die Einwohnerversammlung zum Thema Busverkehr im Bereich Schopsdorf und Umgebung. Nach mehr als zwei Stunden verständigte man sich auf einige Schwerpunkte, die zeitnah geklärt werden sollen. Anlass für diese Einwohnerversammlung waren unter anderem zu lange Fahrzeiten der Schüler nach Genthin, eine schlechte Busverbindung nach Burg sowie die Busverbindungen während der unterschiedlichen Ferienzeiten in Sachsen-Anhalt und Brandenburg zur Schule nach Ziesar.

„Ich möchte verstehen, wo das Problem liegt. Sie leben hier zwischen den Gymnasien des Landkreises. Die Schule Ziesar war für Sie ein Glücksfall“, machte Landrat Steffen Burchhardt deutlich.

Daniela Kramper, Assistentin der Geschäftsleitung der NJL, erläuterte, dass mit dem Fahrplanwechsel am 1. März zwei Linien von und nach Schopsdorf von Änderungen besonders betroffen waren. „Im Nahverkehrsplan ist Schopsdorf Genthin zugeordnet. Deshalb muss dorthin vornehmlich bedient werden“, so Daniela Kramper. Über die Schuleinzugsbezirke werde der Bedarf ermittelt, wie viel Fahrgäste transportiert werden müssen. Erfasst werden aber nur Schüler bis zur 10. Klasse. Der Fahrplan wurde im August 2018 vorgestellt und allen Einheitsgemeinden des Landkreises zugestellt. Im Januar 2019 wurden letzte Abstimmungen vorgenommen. Daniela Kramper: „Aus Schopsdorf liegen aktuell nur zwei Beschwerden vor. Das betrifft den Bus nach Burg und am Mittag zurück sowie die langen Fahrzeiten der Schüler nach Genthin.“

In welche Schule?

Aktuell lernen 45 Schüler aus Sachsen-Anhalt in der Gesamtschule in Ziesar. Aus Schopsdorf fährt ein Schüler nach Burg ins Gymnasium, zwei ins Genthiner Gymnasium. Zehn Kinder fahren aktuell nach Ziesar. Die Grundschüler fahren nach Tucheim, die Sekundarschüler nach Genthin. Die Sekundarschule in Möckern ist keine Option.

Elke Schlünz, in der NJL für die Schülerbeförderung zuständig, sprach aber davon, dass es schon erste Verbesserungen für die Fahrt nach Genthin gebe. „Sie müssen nicht mehr umsteigen. Es gibt jetzt auch eine Anbindung nach Schopsdorf nach der 5., 6., 7. und 8. Stunde. Im Vorjahr gab es das nach der 8. Stunde nicht.“

Sven Mehlhase fragte an, in welche Schule sich die Schopsdorfer orientieren sollen. „Wir gehören zu Genthin und müssen dort einen Antrag stellen, wenn unsere Kinder dort die Schule besuchen sollen.“ Melanie Baier sprach die Busverbindung in den Ferien zur Hortbetreuung in Tucheim an. „Es hält dann kein Bus an der Haltestelle vor der Grundschule.“ Die Hortbeförderung, so Daniela Kramper, ist nicht in die Schülerbeförderung integriert. Dafür seien die Schul-Hortträger zuständig. Wenn aber der Bedarf bestehe, könne man die Haltestelle vor der Grundschule auch in den Ferien anfahren.

Eine Stunde zu früh in der Schule

Manuela Richter berichtete, dass die Kinder auf der Rückfahrt von Ziesar 40 Minuten in Magdeburgerforth stehen. In der Früh müssen sie eine Stunde vor der Schule warten, weil der Bus so zeitig da ist. In den Ferien, berichteten mehrere Eltern, sei der Transport ganz schwierig, weil die Ferienzeiten in den beiden Bundesländern unterschiedlich sind. Erika Rehwagen ist auf den Bus nach Burg angewiesen, weil sie dort regelmäßig zum Krankenhaus muss.

Daniela Kramper und Elke Schlünz wiesen vehement Anschuldigungen zurück, dass Bürger bei Nachfragen und Bestellungen, zum Beispiel beim Rufbus, nicht vernünftig behandelt werden. Daniela Kramper: „Im Jahr gibt es über 2000 Bestellungen für Rufbusse. Deshalb laufen die Bestellungen über die INSA und nicht über die NJL.“ Sollte es dort Probleme geben, sollten die Bürger die INSA informieren.

Versammlungsleiter Nils Rosenthal fasste abschließend die Eckpunkte der Diskussion zusammen. So soll der Bus in Magdeburgerforth nicht mehr 20 Minuten stehen, sondern in dieser Zeit nach Schopsdorf fahren und dort die Fahrgäste abholen. „Und wir brauchen bessere Anbindungen nach Burg und Genthin.“ Für die Zuordnung zum Schuleinzugsbezirk werden die Schopsdorfer in Kürze einen Fragebogen erhalten, um ein Meinungsbild zu erhalten.