Bauprojekt

Ortsteile in Jerichow werden auf Vordermann gebracht

Einheitsgemeinde Stadt Jerichow plant einige Projekte, um Dörfer attraktiver zu gestalten

Von Thomas Skiba
Die Buswendeschleife bei Kuxwinkel wurde vor kurzem der Öffentlichkeit übergeben.
Die Buswendeschleife bei Kuxwinkel wurde vor kurzem der Öffentlichkeit übergeben. Foto: Thomas Skiba

Jerichow

Vor kurzem konnten in Kuxwinkel, einem sogenannten Wohnplatz des Jerichower Ortsteils Schlagenthin, zwei Bauprojekte der Öffentlichkeit übergeben werden. Zum einen erneuerten Bauarbeiter die Buswendeschleife und im zweiten Abschnitt konnte eine Straße in Kuxwinkel grundhaft ausgebaut werden.

Die Straße, die den Namen des Wohnplatzes trägt, ist jetzt nicht mehr in dem Zustand eines besseren Feldweges, Schlaglöcher und morastige Pfützen gehören der Vergangenheit an. „Dafür haben wir für die Bushaltestelle 30 000 Euro und für die Straßensanierung 100 000 Euro in die Hand genommen“, heißt es aus dem Bauamt der Einheitsgemeinde.

Bürgermeister Harald Bothe sagte, dass Kuxwinkel schon länger auf dem Plan stand, doch erst seit dem letzten Jahr habe die Stadt über die finanziellen Möglichkeiten verfügt, „hier endlich etwas zu schaffen“. Es sei die Devise der Verwaltung, einschließlich der Bürgervertreter, „dass in jeder Ortschaft gemacht wird, was nötig sei“, nur eben nicht alles auf einmal.

Schwerpunkte nach Verfügbarkeit von Fördermitteln

Es werden jährlich Schwerpunkte gesetzt, abhängig vom Umfang der Arbeiten, der Verfügbarkeit von Fördermitteln und letztlich der Notwendigkeit.

So plante die Stadt einen Kindergarten-Erweiterungsbau in Kleinwusterwitz, der jetzt Fahrt aufnimmt. Wie es aus dem Rathaus heißt, gab der Landkreis als Fördermittelgeber jetzt die Genehmigung der Baumaßnahme bekannt.

Laut Bürgermeister Harald Bothe reichen die vorhanden Kindergartenplätze dort schon lange nicht mehr aus und so sehen die Planungen einen Anbau für zehn weitere Kita-Plätze vor. Der Landkreis Jerichower Land würde die Erweiterung mit 8?800 Euro je Platz, also 88?000 Euro unterstützen. Läuft alles nach Plan, sind die Arbeiten bis spätestens 2023 abgeschlossen.

Bedarf an Kitaplätzen steigt

Schon 2019 musste die Jerichower Kita erweitert werden. Der Anbau ist als komplette Funktionseinheit geplant und gebaut worden, das heißt mitsamt Gruppenraum, Waschraum und einer Garderobe, für eine Gruppe von 15 Kindern. Fremdmittel wurden keine verwendet, so Stadtbürgermeister Harald Bothe und er betonte, „dass die Kosten von rund 250?000 Euro aus dem eigenen Haushalt kamen.“ Die landeseigenen Fördermittel seien schon für Burg und Möser verplant gewesen, doch jahrelanges sparsames Wirtschaften führte in Jerichow dazu, das auch selbst stemmen zu können.

In Kleinwusterwitz komme die Stadt jedoch dieses Mal in den Genuss von Fördermitteln. Letztlich zeigt sich anhand der Kita-Erweiterungen, dass wieder mehr Kinder geboren werden, aber auch junge Familien die Einheitsgemeinde für sich entdecken. Um Zuzugswilligen eine Perspektive zu bieten, braucht es Bauplätze, beziehungsweise ein vielfältiges Immobilienangebot. Da stößt Jerichow mittlerweile an seine Grenzen. Die Stadt sucht schon seit längerem nach verfügbaren Grundstücken oder Häusern, die verkauft werden sollen.

Verzeichnis soll Bauwilligen helfen

Als Serviceleistung für bauwillige Bürger möchte die Verwaltung ein aktuelles Verzeichnis führen, in dem alle verfügbaren Grundstücke – freies Bauland oder Immobilien - aus der Einheitsgemeinde aufgelistet sind.

Damit soll eine schnellere Vermittlung an Umzugswillige oder zukünftige Bauherren erreicht werden. Alternativ dazu wird gerade in Jerichow selbst ein kleines Baugebiet mit acht Baugrundstücken erschlossen. Eine auswärtige Gesellschaft hat die Arbeiten übernommen. Eine grundsätzliche Bebauungsplanung kann aber erst mit der Erstellung eines Flächennutzungsplanes, frühestens in zwei Jahren, erfolgen, dann könnten von Seiten der Stadt Baugebiete ausgewiesen werden.

Bis dahin mühen sich die Ortsbürgermeister und sprechen Besitzer größerer Grundstücke an, „ob diese nicht einen Teil ihres Landes abtrennen und als Bauland zur Verfügung stellen“. Für den Kader Ortschef Holger Wenslau die bessere Variante, wie er sagt: „So entsteht kein extra Ortsteil neben dem gewachsenen Dorf.“ Lückenbebauung habe dahingehend den Vorteil, dass sich die Bauherren meist auch schnell in die Dorfgemeinschaften integrieren.

Verwaltung auf Hinweise angewiesen

Doch bis die Aufstellung des Flächennutzungsplanes abgeschlossen ist, ist die Verwaltung auf Hinweise der Anwohner angewiesen, die über Baugrundstücke oder leere Häuser verfügen.

Bei Interesse wenden Sie sich bitte an Bauamtsleiterin Julia Bolle unter der Telefonnummer 039343/927?34 oder melden sich beim Sekretariat unter der Telefonnummer 039343/927?0 oder per E-Mail an bauamt@stadt-jerichow.de.

Die Stadt Jerichow sucht immer wieder Grundstücke für Zuzugswillige.
Die Stadt Jerichow sucht immer wieder Grundstücke für Zuzugswillige.
Foto: Thomas Skiba