Genthin l In wie vielen Poesiealben der jüngeren Zeit tauchen solche Sprüche wie „Lebe glücklich, lebe froh, wie der Mops im Haferstroh“ oder „In allen vier Ecken soll Liebe drin stecken“ auf? Wohl in unzähligen, denn mit diesen allgemeingültigen, heiteren Zeilen konnten jene, die um einen Eintrag in das Buch gebeten wurden, nicht viel falsch machen. Individuelleres zur Beziehung zwischen dem Besitzer des Albums und dem Eintragenden bringt dann vielleicht noch die Verzierung mit Selbstgemaltem, -gezeichnetem, mit Glanz- oder Stammbuchbildchen zum Ausdruck.

Dabei waren die Ursprünge der heutigen Poesiealben oder auch Freundschaftsbücher mit vorgedruckten Fragen – eine Variante für die, die ihren Eintrag nicht so gerne selber gestalten - einst nur Leuten „aus gutem Hause“ vorbehalten. Im 16. Jahrhundert führten vor allem Studenten ein „album amicorum“, lateinisch für „Album der Freunde“. Professoren und Studienkollegen schrieben eine Widmung mit ihrem Namen, Wappen und Sprüchen hinein. Je mehr Einträge darin enthalten waren, um so höheres Ansehen genoss der Besitzer des Stammbuches.

Nachweis bedeutender Kontakte

Im Laufe der Zeit wurden diese Stammbücher immer beliebter. Nicht nur Studenten führten solche, sondern bald der gesamte Adel. Schließlich zeigten diese Stammbücher nach wie vor oft eindrucksvoll, über welche bedeutenden Kontakte der Besitzer oder die Besitzerin in der jeweiligen Gesellschaft besaßen.

Die Einträge wurden auch immer üppiger: Das Geschriebene wurde nicht nur mit dem Wappen verziert, sondern auch mit lustigen Freundschaftsstempeln, Porträt-Silhouetten oder Zeichnungen. Getrockneten Blüten, Seidenstickereien oder geflochtene Haarlocken fanden sich oft in Stammbüchern, die Damen gehörten.

Exemplare im Kreismuseum Jerichower Land

Im 19. Jahrhundert fingen dann auch Menschen der anderen gesellschaftlichen Schichten solche Bücher zu führen. Im Kreismuseum Jerichower Land in der Genthiner Mützelstraße bewahrt Museums-Chefin Antonia Beran verschiedene, interessante Exemplare aus der Region auf.

Die Volksstimme sucht für einen größeren Beitrag über Poesiealben nun Genthiner, für die ihre Poesiealben darin bis heute eine besondere Bedeutung haben. Welche Geschichte verbindet Sie mit den Sprüchen darin, beziehungsweise mit der Person, die sie einst eingetragen hat? Wer hat einen besonders schön gestalteten Beitrag dafür geleistet? Schreiben Sie uns Ihre ganz persönliche Poesiealbum-Geschichte. Lassen Sie sich, wenn möglich, digital mit Ihrem Poesiealbum ablichten und senden Sie das Foto samt Ihrer Geschichte dazu per E-Mail möglichst noch in diesem Jahr an die Redaktion. Sie können uns Ihre Geschichte natürlich auch per Post zusenden. Wir freuen uns über jede einzelne Zusendung!

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