Genthin l "Wenn es heute regnet, wundert euch nicht, der ist bestellt, um das richtige Woodstock-Feeling zu bekommen, da gab es auch drei große Regenschauer", witzelte Moderator Ralf Ballerstein zu Beginn der 5. Parchener Rocknacht. Aber es blieb trocken und sogar die Sonne schaute vorbei, als die Gruppe Berlin Beat Club die Bühne betrat und mit Musik aus dem Jahr 1969 eine besondere Ära aufleben ließ.

Mit einem lässigen und passenden "Come together" der "Beatles".  Die waren zwar nicht bei Woodstock, veröffentlichten aber 1969 einige ihrer letzten Titel der aktiven Bandgeschichte. Die Berliner ließen es Schlag auf Schlag krachen. Titel von "Creedance Clearwater Revival", "Canned Heat", "Crosby Stills & Nash" oder "The Who" (mit Ausschnitten aus dem 69er Album "Tommy") ließen echtes Festivalgefühl aufleben.

Satter Klang

Perfekt waren die Bandmitglieder aufeinander eingespielt und hatten mit Tom Thiede und Silvia Christoph zwei Sänger, die bestens bei Stimme, jeden Titel zum Erlebnis machten. Vor allem Christoph erntete viel Lob bei den Zuhörern: "Die singt wie die junge Janis Joplin", entfuhr es einem Besucher. Gitarrist Ralf Leemann, Schlagzeuger Richard Koch, Bassistin Gabi Mehlitz und Rudi Weiß am Keyboard sorgten für ein sattes musikalisches Fundament.

Bilder

Bei "Soul Sacrifice" von Santana wurden die Percussioninstrumente und das Schlagzeug ordentlich strapaziert. Gitarrist Hans Rohe wurde dabei gar zum "Conga"-Mann. Lustig: Hatte Beat-Club-Sänger Thiede gerade erinnert, dass die gesamte Gruppe Santana für ihren Woodstock-Auftritt nur 70 Dollar bekam, konnte Moderator Ballerstein nach einer Recherche korrigieren: "Es waren 750 Dollar". Etwas mehr zwar, aber wenig im Vergleich zu Superstar Jimi Hendrix, der durch seinen Auftritt satte 18.000 Dollar verdiente.

Plauderein über Woodstock-Festival

Während sich die Live-Band eine Pause gönnte, erinnerte Ralf Ballerstein in Plauderlaune, wie es überhaupt zum Woodstock-Konzert gekommen war. Denn eigentlich wollte der junge Produzent Michael Lang mit der Veranstaltung sein neues Aufnahmestudio finanzieren und bewerben. Woodstock wurde ausgewählt, weil dort in der Nähe Bob Dylan wohnte und man von dessen Namen profitieren wollte. "Der trieb sich zum Zeitpunkt des Konzertes aber in Europa herum."

Letztlich war das dreitägige Konzert mit 32 Bands im August 1969  auch gespickt mit einer Kette von Fehlentscheidungen. Statt der erwarteten 60.000 Besucher, kamen 400.000. Das Gelände war viel zu klein, die Straßen rings herum völlig verstopft, Verpflegung und medizinische Versorgung nicht gewährleistet.

Keine Wetterkapriolen

Der Stoff also, aus dem Legenden sind - an die, wurde mit Einspielungen und vor allem Live-Musik der Gruppe "Berlin Beat Club" erinnert. Die Band konnten ihren mehrstündigen Auftritt anders als im vergangenen Jahr ohne Einschränkungen durch Wetterkapriolen über die Bühne bringen.

"Wir waren mit dem Abend recht zufrieden, die Musik war sehr gut, aber es waren nicht ganz so viele Leute da", zog Veranstalterin Heike Gentz ein erstes Fazit. Stark nachgefragt sei der zweite Abend mit Auftritten der AC/DC-Coverband Black/Rosie und der Rammstein-Coverband "Völkerball".