Volksstimme: Die Ortschaft Zerben bildete zusammen mit Bergzow, Derben, Ferchland, Hohenseeden, Parey und Zerben im Zuge der Gebietsreform die Gemeinde Elbe-Parey. War es aus Sicht von heute die richtige Entscheidung und wenn ja, warum? Wenn nicht, was wäre besser gewesen?
Dietmar Kohrt: Es gibt immer ein Für und Wider, aber wir denken, dass die Ortschaft Zerben als kleinster Ortsteil der Gemeinde Elbe-Parey durch die Gebietsreform in den letzten Jahren profitiert hat. Ein Beispiel dafür sind die teilweise grundhaft ausgebauten Straßen im Ort, was wir alleine hätten gar nicht finanziell aufbringen können.

Was erwarten Sie von der Gemeinde Elbe-Parey hinsichtlich der Entwicklung Ihrer Ortschaft?
Hohe Erwartungen der Gemeinde Elbe-Parey gegenüber unserem Ort Zerben haben wir nicht. Wäre nicht das Schloss in den letzten Jahren und auch in diesem Jahr finanziell gefördert worden, so hätte man unseren Ort in der Gemeinde, so glauben wir als Ortschaftsrat, nicht richtig wahrgenommen. Für das Schloss werden Investitionen getätigt, da hier die Gemeinde einen finanziellen Vorteil erzielen kann und somit auch einen Nutzen davon hat. Hier muss sich die Gemeinde Gedanken machen, wie in der Zukunft Führungen durchgeführt werden. Die drei Zerbener Einwohner, die bisher die Führungen durchgeführt haben und wir hoffen noch lange werden, werden leider nicht jünger. Veranstaltungen im und um das Schloss herum können beziehungsweise müssen von der Gemeinde abgedeckt werden. Des Weiteren muss man aber auch sagen, sind wir durch das Schloss, bezugnehmend auf den Denkmalschutz, sehr eingeschränkt handlungsfähig. Wir erinnern uns nur noch an das Thema „Kegelbahn“. Ein jetzt aufgetretenes Problem stellen nicht vorhandene gemeindliche Baugrundstücke dar. Es gibt einige Anfragen von jungen Familien, die sich in unserer Ortschaft sehr gern niederlassen würden. So haben wir uns für das Jahr 2020 mit auf die Fahne geschrieben, dieses Problem anzugehen. Wir müssen uns mit der Gemeinde zusammensetzen und Lösungen erarbeiten. Andererseits muss aber auch gesagt werden, dass die Gemeinde ein offenes Ohr hat und angesprochene Probleme versucht, schnell zu lösen.

Was schätzen Sie als gut und was als nicht befriedigend im Leben Ihrer Ortschaft ein?
Eine gute Zusammenarbeit findet in unserem Ortschaftsrat statt, wobei man hier aber den Ortsverein nicht vergessen darf. Durch den Ortsverein wurden viele im Ortschaftsrat angesprochene Projekte umgesetzt. Durch die Größe der Ortschaft Zerben kennt hier jeder jeden und es findet überwiegend ein sehr gutes Zusammenleben statt. Der Zusammenhalt in unserem kleinen Dorf ist super, wodurch auch viele Projekte in letzter Zeit, gerade für die Kinder, in eigener Leistung des Dorfes durchgeführt wurden. Sei es durch Technik, sei es durch Muskelkraft. Leider gibt es auch in unserem Ort einige vereinzelte Bürger, die unsere Arbeit nicht schätzen. Diese Bürger können nur meckern, bringen sich aber selbst nicht mit in den Ort ein. Damit müssen wir halt leben. Zerben ist kein Durchgangsdorf, so dass hier das Leben wie auf einem Dorf stattfinden kann. Die Kinder können alleine losgeschickt werden, ohne dass hier jemand acht geben muss. Der Fahrzeugverkehr hält sich sehr in Grenzen. Ein großes Ärgernis in vielen Augen der Zerbener ist die teure Umgestaltung der Wege im Park, die jetzt alle zuwuchern. Das können wir als Ortschaftsrat den Bürgern nicht erklären.

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Was wünschen Sie sich von den Einwohnern Ihrer Ortschaft?
Ein Sprichwort sagt, „Wer vor anderen Haustüren kehrt, lenkt von seinem eigenen Dreck ab.“ Jeder sollte vor seinem Grundstück die Grünflächen und wo vorhanden, die Straße und Gosse sauber halten. Es wäre schon viel erreicht, wenn jeder Grundstücksbesitzer seinen Pflichten nachkommen würde. Auch die Parksituation einiger Lkw-Fahrer, die in unserem Ort wohnen, ist nicht zufriedenstellend. Meistens werden die schweren Fahrzeuge auf unbefestigten Straßen, Wegen und Plätzen abgestellt. Das Ergebnis sehen wir jeden Tag daran, die Löcher werden größer. Hier muss unbedingt eine Lösung herbeigeführt werden. Als sehr wichtig sehen wir den offenen und ehrlichen Umgang miteinander an. Somit kann man vielen Problemen aus dem Weg gehen und es erleichtert das Zusammenleben im Ort.

Wie stehen Sie zur Diskussion um die Fähre Ferchland-Grieben?
Aus unserer Sicht ist die Fähre Ferchland-Grieben nicht allein durch die Gemeinde Elbe-Parey zu tragen. Das haben auch die letzten Zusammenkünfte im Gemeinderat gezeigt. Hier ist ganz allein die Politik auf Landes- und Kreisebene gefragt. Hier ist die Kreisstraße 1196 durch den Fluss Elbe getrennt. Die Fähre ist keine Pflichtaufgabe der Gemeinde Elbe-Parey. Selbstverständlich wäre es auch für unsere Region schädlich, diese Fähre nicht mehr betreiben zu können. Aber wir müssen der Wahrheit ins Auge sehen. Ohne andere finanzielle Beteiligung ist das Halten der Fähre Ferchland-Grieben nicht mehr möglich. Viele andere große Projekte sind in der Gemeinde Elbe-Parey in Planung, die wir als wichtiger einstufen.

Welche Wünsche haben Sie für Ihre Ortschaft für das Jahr 2020?
Dass das Zusammenleben weiterhin so harmonisch bleibt und die Zerbener gesund bleiben. Wir wünschen uns als Ortschaftsrat Zerben, dass die Wünsche für das kommende Jahr in Erfüllung gehen.

Was erwarten Sie im Jahr 2020 von der Verwaltung der Gemeinde Elbe-Parey?
Dass die gute Zusammenarbeit aufrechterhalten bleibt. Sollte es Unstimmigkeiten geben, sollten diese schnell angesprochen und gelöst werden. Dass jede Abteilung in der Gemeinde Elbe-Parey seine zugeteilten Aufgaben gewissenhaft erfüllt.