Musik

Ruhe im Ort - Live-Musik nur digital

Bands können nicht in Parchen auftreten und empfehlen Videoclips für eine digitale Rocknacht.

Von Mike Fleske

Parchen l Es war in den vergangenen Jahren fast schon ein gewohntes Ritual. Irgendwann im Juli rückten Lastwagen auf in Parchen an, lieferten Bühnenbauteile, Licht- und Tontechnik und dann begann ein geschäftiges Treiben, bis aus dem Geflügelhof ein Festivalgelände geworden war. Und dann ging es oft an mehreren Abenden kräftig musikalisch  zur Sache. In diesem Jahr bleibt alles ruhig. „Die derzeitige Situation und die Auflagen lassen eine solche Veranstaltung nicht zu, wir mussten in diesem Jahr absagen“, hatte Veranstalterin Heike Gentz vor einigen Wochen erklärt.

Dafür melden sich einige Bands, die in den vergangenen Jahren bei der Rocknacht dabei waren oder in diesem Jahr hätten dabei sein sollen. Die Mitglieder der Queen-Coverband „Rockfonie“ bedauern die Absage. Die Band habe eine Reihe von Absagen zu verkraften, sagt Sänger und Gitarrist Claus Kulisch. „Nur am heimischen Herd zu versauern ist nicht unser Ding“, sagt er und so ging die Band ins Internet. „Wir haben uns vernetzt und mit sogenannten Wohnzimmerkonzerten unser Publikum erreicht.“ Das habe funktioniert. „Pro Konzert gab es zwischen 300 und 3000 virtuelle Gäste.“

Claus Kulisch empfiehlt einmal in die Titel, die die Bandmitglieder einzeln in ihren Wohnzimmern aufgenommen haben, hinanzuhören. Da gibt es etwa die Rockfonie-Version, des Titels "No One But You" mit der ganzen Band, diese Version von "I want it all" im Duett oder ein kleines Queen-Medley. Die Musik der Gruppe Toto hat Rockfonie auch drauf, etwa "Africa".

Gute Bekannte in Parchen sind die Musikerinnen der Gruppe Black/Rosie. Die Band spielt AC/DC-Titel und wollte in diesem Jahr aus besonderem Anlass eine komplette Show spielen. „Als besonders schade empfinden wir es, dass wir nach dem wetterbedingten Abbruch der Parchner Rocknacht 2019 letztes Jahr, dieses Jahr auch nicht spielen dürfen!“, sagt Black/Rosie-Gitarristin Gaby Neitzel.

Sie hat diese Version von "Whole lotta Rosie" als Schmankerl für die Leser herausgesucht. Wer noch ein wenig mehr AC/DC-70er-Sound haben möchte, wird mit Black/Rosies Version von "Squealer" bestens bedient.

Im vergangenen Jahr sorgte bei schönem Wetter die Band „Berlin Beat Club“ mit ihrem 1969-Musik-Programm für gute Laune. Überhaupt sind die Musiker mit dem Jerichower Land verbunden, waren bereits privat in der Region unterwegs und haben in Parchen auch mehrere Auftritte in der früheren Disco „Steinbrück“ absolviert. Wann es mal wieder nach Parchen geht, steht im Moment noch nicht fest.

Als kleinen Online-Appetithappen bis zum nächsten Besuch im Jerichower Land, empfielt Berlin-Beat-Club-Bassistin Gabi Mehlitz einen Clip, der bei der Rocknacht 2019 in Parchen aufgenommen wurde. Das Thema war seinerzeit 50 Jahre Woodstock. Die feierte dies mit dem Titel "With a little help from my friends" und erinnerte damit an den legendären Auftritt von Joe Cocker beim Woodstock-Festival 1969.

Die „Männerband“ aus Berlin war vor zwei Jahren bei der Rocknacht. „Da hingen Gewitterschauer über Parchen und ich musste mein Schlagzeug zweimal auf- und wieder abbauen", erinnert sich Hans-Joachim Gabriel. Die Gruppe spielte ihr Konzert letztlich bis zum Ende. Geplant ist derzeit ein Konzert in Parchen am 5. September. "Wir hoffen das beste, das es dabei bleibt", sagt Gabriel.

Bis es so weit ist, können Rockfans mit diesen Clip die Zeit überbrücken. ER zeigt die band mehr als 20 Minuten in bester Spiellaune.

Durch die Wetterunbillen im vergangenen Jahr musste auch die Band Völkerball abbauen. Dreimal waren sie bei der Rocknacht. Im vergangenen Jahr mussten sie umziehen. „Geilerweise haben alle Beteiligten es möglich gemacht, das Konzert, wenn auch in abgespeckter Form, schnellstmöglich in den Hühnerstall nebenan zu verlegen“, schrieb die Gruppe nach dem Konzert auf ihrer Facebookseite. Als kleine erinnerung an die furiosen Konzerte, kann dieser Trailer dienen.