Genthin (ie) l Der Stadtrat hat entschieden: Es gibt einen Neujahrsempfang. Ein entsprechender Antrag des CDU-Fraktionsvorsitzenden Klaus Voth wurde befürwortet.

Alle Stadträte waren für die Durchführung, einzig Bürgermeister Matthias Günther (parteilos) enthielt sich. Er hatte zuvor erneut deutlich gemacht, dass er es in Zeiten der knappen Kassen für wenig angemessen halte, eine Feierlichkeit in dieser Größenordnung aufrecht zu erhalten. „Den Neujahrsempfang gibt es seit fünf Jahren, von einer lang verwurzelten Tradition lässt sich dabei nicht sprechen“, machte er seinen Standpunkt deutlich. Das sahen die Stadträte hingegen deutlich anders. „Der Neujahrsempfang ist keine Fete, sondern eine Ehrenveranstaltung“, meinte Lutz Nitz (Die Grünen). Er führte aus, dass jeder Stadtrat zwei Genthiner seiner Wahl mitbringen könne und dies von den Stadträten in den vergangenen Jahren so genutzt wurde, dass Ehrenamtliche und Engagierte bei der Veranstaltung zugegen waren. „Es ist kein Abend für Wirtschaft und Politik, sondern ein Austausch unter verschiedenen gesellschaftlichen Vertretern.“

Ähnlich hatten sich in den vergangenen Wochen auch Wilmut Pflaumbaum (FDP) und Klaus Voth geäußert.

6000 Euro Kosten

Im Verlauf der Debatte kamen auch die Kosten zur Sprache, die in den vergangenen Jahren von der Städtischen Wohnungsgesellschaft (SWG) getragen wurden. Auf rund 6000 Euro wurden die Kosten beziffert. „Das ist unsere Gesellschaft, es sind Mittel, die aus Beteiligungen verwendet werden“, gab Matthias Günther zu bedenken und machte damit deutlich, dass die Stadt indirekt an der Finanzierung der Veranstaltung beteiligt sei. Nur 800 Euro steuerte die Stadt in Jahren mit dem Haushalt direkt bei. Zudem stellt sie Personal.

Da die Stadtverwaltung bereits im Vorfeld mit einer großen Zustimmung für den Neujahrsempfang gerechnet hat, wurde bereits ein Termin festgelegt. Geplant ist der 30. Januar 2020.

Anträge bis zum 31. Dezember

Dann soll auch der Bürgerpreis vergeben werden, auch das war Teil der Entscheidung des Stadtrates.

Bis zum 31. Dezember können der Verwaltung Vorschläge unterbreitet werden. Bereits Anfang Januar wird eine Jury aus Vertretern der Stadtratsfraktionen zusammenkommen und über die Vorschläge beraten.

Beschluss ist geheim

Eine extra eingeschobene Stadtratssitzung Mitte Januar wird dann im nichtöffentlichen Teil genutzt, um den Bürgerpreisträger festzulegen. Denn der Beschluss ist geheim, zumindest bis zum Abend des Neujahrsempfanges, an dem die Ehrung nebst Eintrag in das Goldene Buch der Stadt Genthin vorgenommen werden soll.