Fienerode l Böse Überraschung für die Fieneröder, aber auch für die Fachleute, die mit der Planung der Baumaßnahme befasst waren. Der Baustart zur Sanierung der Fienerstraße, der ursprünglich für den 26. Oktober angekündigt worden war, musste kurzfristig und auf unbestimmte Zeit verschoben werden.

Auf dem geplanten Bauabschnitt, der am Ortseingangsschild beginnen und am Wohnhaus Nummer 12 enden sollte, passiert somit nichts. Schilder und Baustelleneinrichtungen sind an den Straßenrand abgestellt worden.

Suchschachtungen am Straßenrand

Das Vorhaben lag zunächst im Plan, als nach der Auftragsvergabe und einer Bauanlaufberatung die bauausführende Firma aus Osterburg beauftragt wurde, im südlichen Straßenrandbereich sogenannte Suchschachtungen durchzuführen. Sie sollten Aufschluss über den tatsächlichen Verlauf von Versorgungsleitungen geben.

Es sei üblich, dass die angegebenen Leitungsverläufe vor den eigentlichen Tiefbauarbeiten nochmals mit Suchschachtungen überprüft werden, erklärte Fachbereichsleiterin Dagmar Turian auf Anfrage der Volksstimme. Doch mit dieser Überprüfung kam in Fienerode auch der vorläufige Stopp der Straßensanierung. Denn die Suchschachtungen brachten die Gewissheit ans Tageslicht, dass Leitungen anders verlaufen als ursprünglich angenommen. Das betrifft die Stromversorgung durch die Avacon. Wie Corinna Hinkel, Pressesprecherin der Avacon bestätigte, handelt es sich bei der Leitung um ein Mittelspannungskabel auf einer Länge von etwa 800 bis 900 Metern.

Diese Leitung, erklärte Fachbereichsleiterin Dagmar Turian, könne in der gegenwärtigen Lage nicht überbaut werden“. Als einzige Alternative bliebe eine Verlegung.

Keine Hau-Ruck-Aktion

„Wir müssen jetzt genau hinsehen, um dann zu entscheiden, wie die Leitung problemlos verlegt werden kann. Eine Verlegung geht nicht von jetzt auf gleich“, sagte Corinna Hinkel im Gespräch mit der Volksstimme und erteilte damit einer „Hau-Ruck-Aktion“ eine Absage.

Fachbereichleiterin ‚Dagmar Turian informierte, dass derzeit mit der Avacon Verhandlungen geführt würden. Die Umverlegung durch den Energieversorger sei Turian zufolge nicht vorhersehbar gewesen und damit auch materiell und finanziell nicht geplant. Letzteres bestätigte auch die Avacon-Presssprecherin.

Sowohl Corinna Hinkel als auch Dagmar Turian versicherten, dass alle Beteiligten sich um eine möglichst zeitnahe Lösung bemühen, da erst nach der Umverlegung der Leitung die eigentlichen Straßenarbeiten beginnen könnten. Wann das sein wird, ließ Dagmar Turian offen. Das sei schließlich auch abhängig von der Witterung.

Verbreiterung um einen Meter

Es ist geplant, die Fienerstraße um einen Meter zu verbreitern, so dass sich zukünftig die Fahrzeuge, die die Straße befahren, ungehindert und ohne Ausweichmanöver begegnen können.

Die Bauarbeiten sollten nach der ursprünglichen Planung eigentlich bis zum 18. Dezember abgeschlossen sein. Für den ersten Bauabschnitt werden nach Angaben des städtischen Fachbereichs Bau die Gesamtkosten vorerst auf rund 300 000 Euro geschätzt.