Genthin l Krankheit schützt vor sportlicher Betätigung nicht. Dahinter steht die Herzsportgruppe, die von Übungsleiterin Brigitte Kabelitz angeleitet wird, ohne Wenn und Aber. Der Übungsleiterin zur Seite steht seit September die Internistin Dr. Stephanie Kamke, die im Verlaufe der Übungsstunde das gesundheitliche Wohl der Herzsportler im wahrsten Sinne des Wortes im Auge hat. Noch bevor Brigitte Kabelitz das Kommando zum Auftakt gibt, misst die Ärztin den Blutdruck bzw. den Puls ihrer Schützlinge, um sie dann ohne Einwände in die Obhut von Brigitte Kabelitz zu entlassen. Mediziner wie Dr. Stephanie Kamke, die bereit sind, Herzsportgruppen zu betreuen, findet man längst nicht mehr wie Sand am Meer. Mit dem Weggang ihrer Vorgängerin, die während der Elternzeit die Gruppe betreute, brach deshalb für den SV Chemie eine schwere, zum Glück letztlich erfolgreiche Zeit der Suche nach einer neuen Ärztin an.

Die junge Medizinerin verfolgt konzentriert und lautlos vom Rand der Sporthalle aus die körperlichen Aktivitäten der Patienten. Sie gibt den chronisch Erkrankten ein Gefühl der Sicherheit, wenn hin und wieder ein Lächeln über ihr Gesicht huscht. Sie ist das passende Gegenstück zu der Powerfrau Brigitte Kabelitz, die das sportliche Kommando übernimmt. Selbstbewusst und energiegeladen hält sie die männerdominierte Truppe „beherzt“ in Schach.

Neue Übungen

Auch eine langjährige und erfahrene Übungsleiterin wie Brigitte Kabelitz schüttelt sich den Ablauf einer solchen Übungsstunde für Herzkranke nicht einfach aus dem Ärmel. Die großen Pflöcke sind freilich eingeschlagen. Verbesserung der Leistungsfähigkeit bei Ausdauer, Kraft und Beweglichkeit, die Koordination von Bewegung und Atmung, die Wahrnehmung von körperlichen Belastungsgrenzen.

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Brigitte Kabelitz reizt diese Vorgaben aus. Zuhause setzt sie sich an den Computer und wird im Netz auf der Suche nach neuen Übungen immer wieder fündig. Auch eine gestandene Übungsleiterin braucht eben immer wieder neue Impulse und Anregungen, um ihren Job gut zu machen, gibt die Parchenerin zu verstehen.

Der Härtetest

Dieser Ehrgeiz verfehlt nicht seine Wirkung. So besticht die Gruppe durch Disziplin und großen Eifer. Auch bei der härtesten Herausforderung der Stunde, dem Ausdauertraining. Manchmal geht es dafür hinaus ins Freie an den Kanal. Heute allerdings nicht.

Jeder stattet sich mit einem Steppbrett aus, auf das die Herzsportler für die Dauer von zweimal drei Minuten - ganz nach ihrem Leistungsvermögen - im schnellen Wechsel auf- und absteigen. Zwischendurch, vor dem nächsten Rundgang, gibt es eine kurze Verschnaufpause. Im Verlaufe dieser Übung misst sich jeder Herzsportler seinen Ausgangspuls, den Zwischenpuls und den Ruhepuls.

Brigitte Kabelitz ruft die Messergebnisse ab, lobt und ermutigt die Herzsportler für ihren Trainingsfleiß und ihren Leistungswillen. Ein wenig Schützenhilfe erhält die Übungsleiterin von Helene Fischer, deren Songs die Stunde wohlwollend begleiten. „Atemlos“ sind die Herzsportler am Ende der Stunde jedoch nicht, höchstens glücklich ausgepowert. „Ich fühle mich richtig wohl“, sagt Monika Bachmann.