Genthin l Vor einem ausverkauften Stadtkulturhaus hob sich am Nachmittag des Heiligen Abends der Vorhang für das Märchen „König Drosselbart“, mit dem das Genthiner Amateurtheater an den Adventswochenenden bereits durch die Lande gezogen war.

Die Vorfreude im Publikum auf die unmittelbar bevorstehende Bescherung knisterte hier jedoch besonders und ließ auch bei den sonst so geübten Darstellern ein Gänsehaut-Gefühl aufkommen. Nicht unerwartet.

„Diese Aufführung ist und bleibt der absolute Höhepunkt der Weihnachts-Spielzeit für das gat“, versicherte Regisseur und Ensemble-Chef Jürgen Wagner.

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Von dem Erfolgsdruck, unter dem die Laienschauspieler damit standen, war für die Gäste am Heiligen Abend kaum etwas zu spüren, als es ernst wurde. Das gat lieferte eine in sich stimmige, überzeugende und ausgewogene Leistung ohne Fehl und Tadel ab.

Die Turbulenzen um das Stadtkulturhaus und die Proben-Schwierigkeiten im Vorfeld schienen damit vergessen. „Es war einfach schön, alles hat top geklappt“, sagte ein sichtlich zufriedener Jürgen Wagner nach der Aufführung.

Mit einer Spieldauer von etwa anderthalb Stunden übertraf „Drosselbart“ alle bisherigen gat-Weihnachtsmärchen. Das Stück sei zeitlich in die Länge geraten, räumte auch der Regisseur ein. Mit einem Augenzwinkern setzte er nach: „Das sollte es eigentlich nicht, es ist einfach so passiert.“

Erfahrene Bühnendarsteller, ein glückliches Händchen des Regisseurs bei der Besetzung der Rollen und eine dynamische Choreographie machten den Erfolg dieser Aufführung aus. Die Vorschuss-Lorbeeren wurden zu Recht an das Ensemble verteilt.

Erstmals probierte es sich darin aus, lautstarke und spontane Reaktionen der Kinder auf das Spiel auf der Bühne zu provozieren. Das habe ganz gut bei den Aufführungen in Möckern und Tucheim geklappt, aber er sei diesbezüglich auch mit der Aufführung am Heiligen Abend ganz zufrieden, resümierte Jürgen Wagner.

Es spricht für die Professionalität und für eine erfolgreiche, kontinuierliche Nachwuchsarbeit des gat, dass neben den großen Rollen auch kleinere mit starken Darstellern besetzt werden konnten. So schwächelte das Stück an keiner einzigen Stelle, so dass die Spieldauer über anderthalb Stunden unterhaltsam ausgefüllt war.

Die nächste und letzte „Drosselbart“- Vorstellung gibt es am 6. Januar, um 14.30 Uhr wieder im Stadtkulturhaus.