Genthin l Es war ein geräuschloser nahtloser Übergang. Seit einigen Wochen ist Beate Hertting aus Genthin, Vorsitzende des Bibliotheksfördervereins. „Es verändert sich gar nicht so viel, der Verein wird seine Arbeit wie bisher in den Bibliotheken im Landkreis fortführen“, sagt sie. Hertting ist vor drei Jahren in den Verein eingetreten, da ihr die Arbeit in den Bibliotheken am Herzen liegt. Lesen sei eine Grundfähigkeit im Leben.

Ort des sozialen Miteinanders

„Bibliotheken machen mit Veranstaltungen und einem Umfang an unterschiedlichem Lesestoff, Lust auf Lesen“. Aber die Einrichtungen haben sich verändert. „Früher ist man in die Bücherei gegangen, hat ein Buch ausgeliehen und das war es, heute sind Bibliotheken ein Ort der Begegnung und des sozialen Miteinanders.“

Das sei ihr besonders aufgefallen, als es vor einigen Jahren auf dem Höhepunkt des Flüchtlingszuzuges, Deutschkurse in der Stadtbibliothek gab.

Schauen, wo es Bedarf gibt

„Da habe ich gemerkt, was man in den Einrichtungen leistet und wie sich ein Teil der Kultur der ländlichen Region in den Bibliotheken abspielt. Hertting hat sich den Erhalt genau dieses Schwerpunktes auf ihre Fahne geschrieben - im ganzen Landkreis. Deshalb sei sie sozusagen „auf Tour“ durch die Einrichtungen. Schaut, welchen Bedarf es gibt und wo die Bibliotheken unterstützt werden können.

„Es ist keine leichte Arbeit, heute reichen die Fördermittelgeber nicht mehr ganz so viel Geld aus wie früher, man muss einiges tun, um einen Teil abzubekommen“, erklärt der nunmehr zweite Vorsitzende Berndt Franke ein Problem. Mit einem Budget von 3000 bis 5000 Euro könne man im Landkreis wenig erreichen.

Überzeugungsarbeit leisten

Zudem müsse man die Menschen viel stärker von der Sinnhaftigkeit einer Mitgliedschaft in einem solchen Förderverein überzeugen“, meint er. „Wir sind kein Sport- und Züchterverein, wo man mit eigenem Fleiß Erfolge einfahren kann, sondern kümmern uns um das kulturelle Gemeinwohl.“

Dabei benötige man dringend auch Mitglieder aus allen Einheitsgemeinden, um zu erfahren, was die Menschen von ihrer Bibliothek vor Ort erwarten und um auch dort Hilfe zu leisten.

Knapp 30 Mitglieder

In den acht Einheitsgemeinden Burg, Genthin, Jerichow, Elbe-Parey, Biederitz, Möser Gommern sowie Möckern (mit Loburg) gibt es neben den Hauptstandorten auch Schul- und Gemeindebibliotheken, der 1993 gegründete Bibliotheksförderverein hat knapp 30 Mitglieder. Der Verein unterstützt die Bibliotheksarbeit ganz unterschiedlich.

Tablets für modernes Lesen

„Im vergangenen Jahr konnten wir dank Mitteln der Sparkasse etwa neue Technik in den Bibliotheken finanzieren“, erläutert Gabriele Herrmann, die im Verein für die Finanzen und Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Fernseher, Beamer, Lautsprecher oder Speichermedien wurden an die Einrichtungen ausgereicht und kommen seitdem bei Vorträgen, Infoveranstaltungen oder Gesprächskreisen zum Einsatz. Teil des Technikpools sind auch Tablets, die in entsprechenden Veranstaltungen für das moderne Lesenlernen genutzt werden. Auch moderne Formen des Bücherlesens werden gefördert. Einige Bibliotheken des Landkreises bieten E-Book-Reader im Leihverfahren, um das digitale Lesen ausprobieren zu können.

„Auch sind wir Träger für Bibliotheksprojekte im Rahmen des Programms „Demokratie leben“, erläutert Gabriele Herrmann. Lesungen, Aktionstage oder Schul- und Theaterprojekte wurden bereits auf diesem Weg umgesetzt.

Wer sich für die Arbeit und die Mitgliedschaft im Bibliotheksförderverein interessiert, kann am 15. Oktober in der Genthiner Stadt- und Kreisbibliothek vorbeischauen. Dann stellt sich der Förderverein ab 15 Uhr vor. Die Mitglieder sind zwischen 10 und 16 Uhr vor Ort.