Sommerfest

Unterwegs mit dem Esel

Sportliche Höchstleistungen, Vierbeiner mit Strohhüten und fleißige Vereinsmitglieder gab es beim Sommerfest in Mützel.

Von Kristin Schulze

Mützel l Im Fokus des tradtionellen Sommerfestes auf dem Mützeler Reitplatzes stand der Sport. Das war bei tropischen Temperaturen nicht immer ein Vergnügen, aber die Mützeler zogen ihre Dorfmeisterschaften trotzdem durch und wuchsen zum Teil über sich hinaus: Manuela Paul zum Beispiel. Sie stapelte 25 Kisten aufeinander und gewann so souverän den Stapelwettbewerb. Oder die Teilnehmer am Völkerballwettbewerb. Hier stellte jeder Verein eine Mannschaft, am besten schnitt das Elternteam des Kindergartens ab. Eine enorme Leistung, zwar gab es auf der Reitanlage „Unter den Eichen“ einige schattige Plätzchen, das Völkerballfeld gehörte jedoch nicht dazu.

Erfolgsrezept der Mützeler Traditionsveranstaltung ist, dass alle Vereine eingebunden werden. „Ein Fest von Mützelern für Mützeler“, fasst Ortsbürgermeister Rüdiger Feuerherdt zusammen.

Beim Reitverein konnte man am Hufeisen-Weitwurf teilnehmen, für die Kleinsten stand Shettlandpony Nena zum Reiten bereit. Die Mitglieder des Angelvereins hatten eine Kegelbahn aufgebaut und auch der bekannte „Angelzielwurf“ wurde wieder angeboten, beim Feuerwehrverein konnte man sich mit Pfeil und Bogen probieren.

Wer bei der Hitze zum Bewegungsmuffel wurde, ließ sich von Tobias Kister und seinen Kollegen mit dem großen Feuerwehrauto durch Mützel kutschieren. Besonders für die kleinen Besucher war das eine spannende Abwechslung.

Mit drei PS fuhren Wilfried Wolle und Ralf Zimmermann auf dem Reitplatz vor. Die Eseldamen Lilly und Lizzy sowie Fohlen Gustav zogen die Sommerfestbesucher mit einer schicken Kutsche über den Reitplatz. So eine Eselkutsche sieht man nicht alle Tage, ist es doch ungleich schwerer einen Esel für die Arbeit zu begeistern als ein Pferd. „Denen wird nicht nur nachgesagt, dass sie stur sind“, sagt Ralf Zimmermann. Geduld und stetige Arbeit seien aber auch hier der Weg zum Erfolg. „Ein dreiviertel Jahr hat es aber schon gedauert, bis die Eseldamen artig vor der Kutsche gingen.“ Die Vierbeiner kamen schnell ins Schwitzen, darum gab es für sie, wie für ihre Herrchen, Strohhüte, nach jeder Runde einen Schluck aus dem Wassereimer und Ruhepausen im Schatten.

Schatten gab es auch in der Heimatstube im Preußenhaus, die Ortschronist Wolfgang Ermisch für diesen Anlass öffnete und in der die Gäste etwas über die Geschichte des Preußendorfes Mützel lernten.

Sport und Kultur haben eines gemein, sie machen hungrig: Für volle Mägen sorgten die Frauen des Feuerwehrvereins. Carola Feuerherdt, Manuela Ziemert, Kerstin Rebischke und ihre Mitstreiterinnen versorgten Groß und Klein mit Grillwürsten und am Stand der Angler gab es Schwein am Spieß. Heimatverein und Volkssolidarität übernahmen die Versorgung mit Kuchen.

Der ging in diesem Jahr wegen der Hitze nicht ganz so gut weg, überaus beliebt, weil eine eiskalte Abkühling, waren dagegen die Cocktails von Bettina Wolle. Die schmeckten nicht nur gut, sondern waren auch hübsch anzusehen. „Das Auge trinkt mit, darum muss ein guter Cocktail schön bunt daher kommen“, verriet die Fachfrau.

Stichwort bunt: Für Farbe sorgten Silke Stellmacher und Katrin Hinze. Die Erzieherinnen der Kita „Unter den Eichen“ zauberten den kleinen Besuchern Tiger, Elfen und andere Nettigkeiten ins Gesicht. „Die Farbe konnte ich mir aussuchen“, sagte die dreijährige Hedi Holley stolz, während sie frisch geschminkt mit Pony Nena ihre Runden zog.

Langweilig wurde es auch denen nicht, die noch zu klein für Bogenschießen, Kistenstapeln und Co. waren. Am Stand des Kindergartens konnten sie sich dank Kleiderbörse, die ein Teil der Elternschaft organisiert hatte, mit Spielzeug und Klamotten eindecken und neben der Hüpfeburg standen Planschbecken zum Abkühlen bereit. „Ein rundum gelungener Tag“, resümierte Rüdiger Feuerherdt bei der Ehrung der Dorfmeister (siehe Infokasten), bevor das Fest beim zünftigen Sommertanz ausklang.