Genthin l Der Schnee ist weg, die Vorsitzenden des Fördervereins Bürgerbahnhof Güsen sind da. Am Sonnabend schnitten Daniel Gröner und David Stößner Bereiche der ehemaligen Kleinbahnstrecke an der Wagnerstraße frei. „Wir wollen die Möglichkeit schaffen, dass unsere Bahn hier wieder fahren kann“, erklärt Gröner.

Der Freischnitt der Strecke am Sonnabend war ein erster Schritt zur Wiederherstellung der Strecke, die möglicherweise irgendwann für Kleinbahnfahrten genutzt werden soll. Zuvor steht aber noch eine Herrichtung bestimmter Gleisbereiche an, denn im Laufe der Jahre sind einige Defekte aufgetreten. Diese sollen dann von Fachleuten ausgebessert werden.

„Wir hoffen auf eine Abnahme der Bereiche im März. Der Bereich in der Wagnerstraße wäre der Zubringer zwischen dem Henkelmuseum, in dessen Nähe sich der zum Verein gehörende Steuerwagen einer Kleinbahn befindet. Hier soll nach Möglichkeit die Bahn zukünftig unterwegs sein.

Um dies zeitnah zu ermöglichen, wird an verschiedenen Stellen gearbeitet. Unter anderem auch am Schienenbus auf dem Gelände des Chemieparks. Dieser war dem Verein im vergangenen Jahr aus Hessen überlassen worden und wird seitdem aufgearbeitet. Auf Nachfragen im jüngsten Kulturausschuss, wie der aktuelle Stand sei, reagiert David Stößner: „Wir waren in den vergangenen Monaten mehrfach dort, mussten aber unsere Arbeiten aufgrund der Corona-Bestimmungen etwas abspecken und dürfen nur zu zweit an dem Steuerwagen arbeiten.“

Unterstützung von Firmen

Dennoch habe sich auch durch die Unterstützung von verschiedenen Firmen einiges getan. Von Edeka-Minden gab es im Rahmen einer Vereinsaktion 500 Euro für die Aufarbeitung des Steuerwagens. Die Firma Metallbau Ewert aus Genthin konnte kostengünstig 16 Gestelle für Sitzbänke zur Verfügung stellen. „Leider konnten wir gestiftete Sitzpolster nicht verwenden, da sie nicht zu unserer Bahn passen, und suchen nun einen Schreiner und einen Polsterer, die uns die eigentlichen Sitzflächen anpassen können“, erklärt der Vereinsvorsitzende.

Diese Arbeiten würden über Spendengelder finanziert, die der Verein derzeit sammelt. Spätestens zur 850-Jahr-Feier soll es Fahrten mit der Kleinbahn geben. Möglicherweise auch schon in diesem Jahr. Ein Triebwagen könnte über andere Kleinbahnvereine beschafft werden. Auch wolle man nicht nur die Fahrten anbieten, sondern auch über die einstige Strecke in Genthin informieren.

Förderung über Bundesprogramm

Mit 500 Euro wurde über das Bundesprogramm „Demokratie leben“ die Erstellung eines Skriptes des Güsener Fördervereins gefördert. Damit solle die Geschichte der Industriestandorte in der Region in Erinnerung rufen. Im Mittelpunkt steht dabei die Strecke der ehemaligen Kleinbahn im Altkreis Genthin. „Die Idee ist, während der Fahrt eine Präsentation laufen zu lassen, die analog zur gefahrenen Strecke markante Punkte in Erinnerung ruft“, so der Vereinsvorsitzende.

Über die Aktivitäten des Vereins möchte er nicht nur in einer der kommenden Kulturausschusssitzungen, sondern auch in einer Zusammenkunft des Stadrates informieren. Außerdem hoffen die Vereinsmitglieder, Räumlichkeiten in Genthin nutzen zu können, um in der Stadt zumindest zeitweise vor Ort zu sein, um Interessierten Rede und Antwort stehen zu können. Mehr Informationen gibt es hier.