Kulturstätte

Verunsicherung bei Genthiner Vereinen bleibt

Heute Abend Stadtratsvorsitzender Gerd Mangelsdorf mahnt zu einer sachlichen Diskussionen zum Stadtkulturhaus.

Wie es mit dem Stadtkulturhaus in Genthin weitergeht, ist noch nicht gewiss.
Wie es mit dem Stadtkulturhaus in Genthin weitergeht, ist noch nicht gewiss. Foto: Simone Pötschke

Genthin - Mike Fleske

Seit einigen Tagen ist eine hitzige Debatte über die Zukunft von Auftrittsstätten insbesondere für die Genthiner Vereine entbrannt. Auslöser war die Entscheidung des Stadtrates, die Sporthalle in der Berliner Chaussee zur Mehrzweckhalle umzubauen und damit in ein paar Jahren eine Alternative zum bisherigen Stadtkulturhaus zu schaffen.

Der Stadtratsvorsitzende Gerd Mangelsdorf (CDU) hat sich nun mit einer Presseerklärung an die Öffentlichkeit gewandt und möchte damit zu einer Versachlichung der emotional geführten Debatte beitragen. So müsse man sich in der Diskussion immer vor Augen führen, dass das Stadtkulturhaus zu keiner Zeit der Stadt Genthin gehört habe.

Stadt war noch nie Eigentümer des Kulturhauses

Eigentümer seien das Waschmittelwerk Genthin, die QSG und heute die Firma Inprotec gewesen. „Die QSG ist Betreiber des Stadtkulturhaus, ausgestattet mit einem Vertrag mit der Inprotec, der bis zum 31. Dezember 2021 gültig ist“, schreibt Mangelsdorf. Es sei beabsichtigt gewesen, dass die Stadt Genthin das Haus als Betreiber ab 1. Januar 2022 übernehme.

„Diese Absicht besteht mit dem besagten Beschluss zur Zeit nicht mehr.“ Die Stadt habe sich bisher mit einem jährlichen Zuschuss von zuletzt 50.000 Euro an die QSG zur Deckung der Betriebskosten des Stadtkulturhaus beteiligt, stellt Mangelsdorf fest.

Aufgrund von Mängeln hinsichtlich des bautechnischen Brandschutzes sei das Haus derzeit gesperrt. „Vor Wiedereröffnung des Stadtkulturhaus ist die Erarbeitung eines Sanierungskonzeptes und die Durchführung einer brandschutztechnischen Sanierung erforderlich. Bisher liegt weder ein solches Konzept noch eine Kostenkalkulation für die Arbeiten vor.“

Betrieb des Kulturhauses soll eingestellt werden

Zudem sei vorab verbindlich die Frage zu klären, wer die Kosten für die erforderlichen Maßnahmen trage. Auch stehe es der QSG laut Mangelsdorf frei, mit der Inprotec nach dem Rückzug der Stadt, einen neuen Vertrag über den 1. Januar hinaus abzuschließen. „Jeder Verein  kann dann mit der QSG entsprechende Nutzungsverträge abschließen.“

Allerdings hat sich nun ein Problem ergeben: Bereits kurz nach der Stadtratsentscheidung hatte der Geschäftsführer der QSG, Lars Bonitz, darauf verwiesen, dass er Investitionen getätigt habe, um wieder regulär öffnen zu können, diese Option verfolge er nicht mehr und werde den Betrieb des Stadtkulturhauses zum 31. Dezember einstellen. Also so, wie er es auch bei einer möglichen Übernahme durch die Stadt getan hätte.

Vereine der Stadt sehen daher eine ungewisse Zukunft für ihre Veranstaltung und protestieren gegen das drohende aus des Kulturhauses. Heute Abend kommen sie zu einer nichtöffentlichen Beratung mit Bürgermeister Matthias Günther (parteilos) zusammen.