Genthin l „Wollt ihr blutige Finger sehen?“, fragte Moderator Sebastian Strebe ins Zuschauerrund und spielte damit auf den Kartoffelschälwettbewerb auf der Kartoffelfestbühne an. Die Regeln sind schnell erklärt: Eine Schale mit Kartoffeln, drei Minuten Zeit, und wer am Ende die meisten Knollen möglichst sauber von der Schale befreit hat, ist Sieger. So weit zur Theorie. In der Praxis stellt sich das Ganze wesentlich schwieriger dar, wie die drei Runden im Kartoffelwettschälen bewiesen.

Zunächst hatte das Organisationsteam alle Hände voll zu tun, um überhaupt Mitwirkende beim Wettschälen zu finden. In der Publikumsrunde fanden sich unter den acht Startern mit Leonie Meyer und Romy Czerwon zwei Schülerinnen, die „äußerst akkurat“ die Kartoffeln von der Schale befreiten, wie Moderator Strebe lobte. Mit 31 und 181 Gramm reichte es allerdings nicht zum Sieg.

870 Gramm Kartoffeln reichen zum Sieg

Den ersten Platz holte sich dort Mario Pauluth mit 870 Gramm und verwies Korinna Räbel, die 835 Gramm Kartoffeln geschält hatte, auf Rang zwei. Räbel freute sich dennoch über ihre Platzierung. „Fast ein Abonnement“ sei es, hatte sie zuvor doch für das Heideeck auch den zweiten Platz beim Kartoffelsuppenkochwettbewerb belegt. Beim Schälen errang in der Königinnenrunde die Bockauer Wurzelkönigin Sabrina I. immerhin Rang drei in der Gesamtwertung.

Dafür waren 736 Gramm Kartoffeln notwendig. Fast außer Konkurrenz schälten die Prominenten. Unter ihnen Genthins Bürgermeister Matthias Günther, Dattelns Bürgermeister Andrè Dora, sowie Avacon-Kommunalreferent Klaus Schmekies und Karnevalist Bernhard Horn.

Schaustellerchef schält Kartoffeln

Es gab aber auch zwei Premieren. Nach 26 Jahren im Amt nahm Organisationschefin Marina Conradi zum allerersten Mal am Kartoffelschälwettbewerb teil. „Als Hausfrau und Mutter ist man Kartoffelschälen gewohnt, vor den Zuschauern ist es jedoch etwas anderes“, bekannte sie. Ebenfalls zum ersten mal nahm Schausteller Freddy Schmidt am Wettbewerb teil. Sebastian Strebe stellte verblüfft fest: „Er kann nicht nur Karussells bedienen, sondern auch Sparschäler.“