Genthin l Der Klassiker der deutschen und österreichischen Küche, die Kartoffelsuppe, bekommt beim bevorstehenden Kartoffelfest im September wieder ihren großen Auftritt. Was dem Zerbster sein Spargel und dem Gommeraner seine Gurken sind, bedeuten dem Genthiner mittlerweile seine Kartoffeln. Dass das Jerichower Land eigentlich nicht zu den deutschlandweit typischen Kartoffel-Anbauregionen zählt, hat die Gäste des Kartoffelfestes dabei eigentlich noch nie gestört.

Hier geht es vielmehr um die braune Knolle als Multitalent auf der heimischen Speisekarte und natürlich auch ein wenig um die touristische Vermarktung der Kartoffelsuppe aus dem Jerichower Land. Denn wer als Koch zu Königswürden gekommen ist, kann mit der verliehenen „Kartoffelsuppen-Siegerurkunde“ im XXL-Format bei seinen Gästen punkten.

Im September wird wieder ein neuer Kartoffelsuppenkönig oder eine Kartoffelsuppenkönigin die Regentschaft für ein weiteres Küchenjahr übernehmen. Es wird der 26. Preisträger in der Geschichte des Kartoffelfestes sein. Ansprüche auf den Titel können jetzt geltend gemacht werden. Restaurants, Gaststätten und Einrichtungen, die sich mit ihren Kartoffelsuppen dem Urteil der Juroren stellen wollen, sollten ihre Teilnahme telefonisch bis zum 6. September in der Stadt Genthin bei Marina Conradi unter der Telefonnummer 03933/87 63 04 anmelden. Köche aus dem gesamten Jerichower Land sind aufgefordert, eine klassische Kartoffelsuppe aufzutischen, die mittlerweile als Lieblingssuppe von Angela Merkel den Beinamen „Kanzlerinnensuppe“ trägt. Für dieses Süppchen gilt die Regel: Hauptsache heiß und deftig. Die Kartoffel muss die Grundsubstanz bilden, dazu dürfen Gemüseeinlagen, Gewürze und Kräuter zur Geschmacksverfeinerung verwendet werden.

Plädoyer für regionale Küche

Für Marlett Heinemann vom gleichnamigen Gasthof in Jerichow stand schon vor der offiziellen Ausschreibung fest, dass sie erneut „um die Wette“ kochen werde. Die Schwierigkeit , bei der Jury zu punkten, sei der Umstand, dass unter vermutlich zehn bis 15 klassischen Kartoffelsuppen ein ziemlich uniformer Geschmack von der Jury herausgekostet werde. „Die Wettbewerbssuppe muss also etwas ganz Spezielles haben, mit der sie sich von der Konkurrenz abhebt.“ Gleichzeitig müsse sie aber der Vorgabe einer klassischen Kartoffelsuppe gerecht werden. „Ich werde mir also etwas einfallen lassen“, kündigt Marlett Heinemann für ihre insgesamt vierte Teilnahme an dem Wettbewerb an. Dem Zufall wird sie das allerdings nicht überlassen. „Ich werde im Vorfeld das eine oder andere ausprobieren und schon mal unsere Gäste probieren lassen, um so herauszukriegen, was besonders gut ankommt.“

Voraussichtlich wird auch wieder eine Suppe von Ursula Lüde vom „Storchennest“ in Ferchland dabei sein, wenn es im Volkspark vor großem Publikum um den Titel geht. Für sie ist der Kartoffelsuppen-Wettbewerb eine ausgezeichnete Gelegenheit, regionale Küche zu präsentieren. „Wir wollen zeigen, dass wir in Ferchland eine prima Kartoffelsuppe kochen können, mit regionalen Produkten und natürlich mit Kräutern aus dem eigenen Garten.“

Jury ist Verschlusssache

Das Geheimnis, welche Promis diesmal in der Jury mitwirken werden, ist bisher noch nicht gelüftet worden. Nach der Verkostung der Suppen durch die Jury und der Kür des Kartoffelsuppenkönigs werden die Suppen portionsweise in guter alter Tradition wieder am Stand der Touristinformation verkauft.