Langenstein l Ganz oben auf dem Siegertreppchen sind die Langensteiner zwar nicht angekommen. Doch Ortsbürgermeister Jürgen Meenken (CDU) lässt sich davon nicht verdrießen. Wer Gold in der Tasche hat, ist Sieger, denkt er und sagt ganz entspannt: „Wir haben gewonnen.“

16 Dörfer aus ganz Sachsen-Anhalt haben in ihren jeweiligen Landkreisen erfolgreich abgeschnitten und sich damit das Recht erkämpft, am Landesausscheid teilzunehmen. Dessen Ergebnis wurde am Sonnabend in der Altmark-Gemeinde Diesdorf verkündet, mit einem recht eindeutigen Ergebnis. Vergeben wurden sieben Goldmedaillen, darunter jene für die Langensteiner. Zudem vergab die Jury aus dem Landwirtschaftsministerium neun Silbermedaillen. Eine davon ging an den Wernige­röder Ortsteil Silstedt, der wie Langenstein beim Kreiswettbewerb die Wettkampfrichter für sich eingenommen hatte.

Schlechtes Wetter

Von den sieben Goldmedaillen-Gewinnern werden im kommenden Jahr zwei Dörfer das Land beim Bundeswettbewerb vertreten. Die Wahl der Jury fiel auf Gladigau (Landkreis Stendal) und Zappendorf (Saalekreis). Und warum hat es für die Langensteiner nicht für den Platz ganz oben gereicht? Meenken hat eine Vermutung: „Das Wetter war schlecht.“ Am 27. April hatten die Langensteiner die Bewertungskommission des Landes zu Gast, um sich und ihren Ortsteil vorzustellen. Das gelang angesichts des miserablen Wetters aber nicht so ganz, die eigentlich schöne Aussicht von der Altenburg hinab aufs Dorf war etwas getrübt. „Da fehlte doch der weite Blick ins Land.“

Mag sein, dass diese trübe Aussicht den Gesamteindruck etwas geschmälert hat, angetan von Langenstein war die Jury dennoch, wie Meenken in Diesdorf zugetragen wurde. „Unser Vereinsleben hat ihnen gut gefallen“, sagt er. Damit, und mit dem Kulturleben, den Festivitäten und dem Zusammenhalt im Ort konnten die Langensteiner punkten.

Wie sehr die Menschen aus dem Halberstädter Ortsteil zusammenstehen, war auch am Sonnabend zu sehen. Der Ortsbürgermeister führte eine 25-köpfige Delegation an, die in die Altmark reiste, um vor Ort die Daumen zu drücken. Fast allen Ortschaftsräte waren vertreten und viele Vertreter der Vereine, dazu noch eine Abordnung aus Halberstadt mit Oberbürgermeister Andreas Henke (Linke) an der Spitze. Der lobte den Ortsteil für eine beispielgebende Präsentation. Die Goldmedaille sei ein hervorragendes Ergebnis. Wenn es auch mit dem Bundeswettbewerb nicht geklappt habe, ist sich Henke dennoch sicher: „Diese kleine Enttäuschung wird Langenstein sicherlich nicht entmutigen, sich erneut am Landeswettbewerb in 2017 zu beteiligen.“

Daran lässt Ortsbürgermeister Meenken keinen Zweifel. Er weiß auch schon, welche Projekte bis dahin konkret angegangen werden müssen. Drei Stichworte nennt er: Schule, Amtshof und die Bebauung am Pastorenberg. „Wir geben nicht auf“, sagt Meenken - die nächste Runde im Dorfwettbewerb wird sicherlich nicht ohne die Langensteiner über die Bühne gehen.