Stadt Osterwieck l Ein Fahrplanwechsel für einen Bus im Dezember ist ungewöhnlich. Sonst findet dieser zum Schuljahresanfang statt. Doch es gibt einen besonderen Grund, den Fahrplanwechsel dieser Buslinie zeitgleich mit der Eisenbahn vorzunehmen. Die Buslinie 203 ist jetzt ins Bahn-Bus-Liniennetz übernommen worden. Die Linie zwischen Halberstadt und Osterwieck wird nun bis Vienenburg verlängert.

Bereits seit 2008 gibt es dieses Netz von Bahn und Bus, berichtete Wolfgang Ball, der Pressesprecher der Nahverkehrsservicegesellschaft Sachsen-Anhalt. Seitdem sind mehrere Buslinien aufgewertet worden. Das Land beteiligt sich an der Finanzierung, nun also auch der Buslinie 203. Ansonsten ist weiter der Landkreis dabei, der für den Busverkehr grundsätzlich zuständig ist.

Komplexes System

„Wir betrachten Bahn und Bus als komplexes System“, erläuterte Ball. Ziel sei es, die Buslinien in ihren Angeboten mit der Bahn vergleichbar zu gestalten und miteinander zu verknüpfen.

Auf der Linie 203 sieht das so aus: Die Busse zwischen Halberstadt und Osterwieck (unter anderem über Dardesheim, Zilly und Berßel) fahren wie bisher von Montag bis Freitag jede Stunde und am Wochenende alle zwei Stunden. Die Busse ab Osterwieck fahren nun mindestens alle zwei Stunden – auch am Wochenende – weiter bis nach Vienenburg zum Bahnhof. Dabei führt die Strecke über Stötterlingen, Lüttgenrode, Suderode und Wülperode. An beiden Enden der Buslinie gibt es Bahnanschlüsse. Mit Umsteigen zunächst am Bahnhof Vienenburg ist es jetzt somit möglich, nach Hildesheim, Hannover, Göttingen oder Braunschweig zu kommen. Wenngleich das nach und aus Braunschweig mit Wartezeiten von etwa einer halben Stunde in Vienenburg verbunden ist. In Halberstadt gibt es schon seit Jahren direkte Anschlussverbindungen nach Magdeburg und Halle.

Weitere Vorteile: Wer eine Bahncard besitzt, bezahlt im Bus nur den Kindertarif. Bahnfahrkarten wie das Sachsen-Anhalt- oder Schönes-Wochenende-Ticket werden auch auf der Buslinie 203 anerkannt. In den Bussen können Fahrräder kostenlos mitgenommen werden, so lange der Platz im Bus reicht. Wobei Kinderwagen und Rollstühle Vorrang haben.

Auch in den Schulferien

Wolfgang Ball betonte, dass diese Angebote auch während der Schulferien bestehen, in denen andere Buslinien oft eingeschränkt fahren.

Grundsätzlich habe man bisher gute Erfahrungen im Land gesammelt mit den Buslinien im Bahn-Bus-Landesnetz. Wenngleich sich das neue Angebot natürlich auch erst herumsprechen müsse. Dafür wurden an die Haushalte in den Orten entlang der Linie 2013 bereits Postwurfsendungen mit dem Fahrplan verteilt. Und auf dem Osterwiecker Weihnachtsmarkt in einer Woche wird die Nahverkehrgesellschaft die Werbetrommel rühren. Damit den Stand auch keiner übersieht, wird als Maskottchen die „rasende Rosi“ über den Markt laufen.