Harzgerode/Halberstadt l Nach wochenlangen Ermittlungen haben sie am Dienstagmorgen in Harzgerode vier große Fische an Land gezogen und mehrere Nester mit Diebesgut ausgehoben. Zugleich wurde damit nach Recherchen der Volksstimme eine Einbruchserie im Raum Harzgerode aufgeklärt. Obendrein geht die Polizei offenbar davon aus, dass im Zuge der Durchsuchungen noch weitere Delikte in der Harzregion aufgeklärt werden können.

Drei Männer und eine Frau im Visier

Die Razzia, bei der die Harzer Ermittler mit Unterstützung von Kollegen aus dem Revierbereich Mansfeld-Südharz und Beamten der Bereitschaftspolizei im Morgengrauen zuschlugen, richteten sich gegen vier Tatverdächtige. Neben drei Männern im Alter von 27 bis 35 Jahren auch gegen eine 27-jährige Frau. Das Quartett soll dem Vernehmen nach in Harzgerode und den Ortsteilen gelebt haben.

Dort wurden pünktlich um 7 Uhr vier Wohnungen durchsucht. Für die insgesamt rund 25 Beamten ein Volltreffer, wie Einsatzleiter Andreas Haberlag sagte. „Es hat sich gelohnt, wir sind ausgesprochen gut fündig geworden“, so der Kriminalrat auf Anfrage. Zu weiteren Details wollte sich der Sachgebietsleiter im Harzer Polizeirevier mit Blick auf die laufenden Ermittlungen nicht äußern.

Nach Recherchen der Volksstimme sollen Ermittlungen und Razzia mit einer Einbruchsserie im Raum Harzgerode in Zusammenhang stehen. Dort hatte es in den vergangenen Wochen immer wieder Einbrüche bei kleinen und mittelständischen Firmen gegeben.

Einbruchserie sorgt für Unruhe

Die Polizei ermittelte zwar mit Hochdruck, hatte zunächst aber nicht die entscheidende heiße Spur. Offenbar gelang der entscheidende Durchbruch erst nach einem Zeugenhinweis. Mit zusätzlichem Druck sahen sich die Ermittler konfrontiert, weil aufgrund der Raubserie in Harzgerode immer mehr Unruhe aufkam und vor Ort der Ruf nach einer Bürgerwehr immer lauter wurde.

Dafür schien die Freude über den erfolgreichen Zugriff nun um so größer. Bei der Razzia in den vier Wohnungen stellten die Beamten in erster Linie hochwertiges Werkzeug und Maschinen sicher. „Praktisch alles, was Handwerker und mittelständische Unternehmer im Alltag so im Einsatz haben“, hieß es. Lukrativ seien die Raubzüge wahrscheinlich gewesen, weil die vier Verdächtigen vor allem Markenware und Profiwerkzeug erbeuteten.

Neben den vier Wohnungen in Harzgerode und den Ortsteilen Siptenfelde und Schielo wurde auch die Wohnung eines Tatverdächtigen in Uftrungen im Nachbarkreis Mansfeld-Südharz durchsucht. Dort wurden die Ermittler aber offenbar nicht fündig.

Offenbar den Lebensunterhalt aufgebessert

Über die Motivation der Tatverdächtigen kann bislang nur spekuliert werden, die Polizei hält sich bedeckt. Offenbar ging nur einer der vier Tatverdächtigen einer geregelten Arbeit nach. Die übrigen sollen wohl Arbeitslosengeld bezogen haben. Möglicherweise besserten sie ihren Lebensunterhalt mit dem Verkauf von Diebesgut auf. Möglich auch, dass die vier Verdächtigen bei ihren Raubzügen ganz gezielt und auf Bestellung losgezogen sind.

Gegen das Quartett wird wegen schweren Diebstahls ermittelt. Nach der Razzia, die in den Mittagsstunden beendet wurde, blieben die vier Verdächtigen auf freiem Fuß. Die Polizei prüft nun Verbindungen zu anderen Raubstraftaten.