Ideales Wetter, um das alte Jahr in Haldensleben gemeinsam sportlich zu verabschieden

324 Teilnehmer beim Silvesterkarpfenlauf

Von Marita Bullmann

324 Läufer und Wanderer trafen sich am Silvestertag im Waldstadion, um das alte Jahr gemeinsam sportlich ausklingen zu lassen. Der Lauftreff in dieser Form mit der Verlosung von Silvesterkarpfen zum Schluss fand zum 35. Mal statt.

Haldensleben l "Es hat allen gefallen, und das Wetter hat auch gepasst", resümierte Walter Krull am Sonnabend, als er mit seiner Wandergruppe ins Waldstadion zurückkam. Da beim Treff am Silvestertag so viele Wanderer gekommen waren, hatte nicht nur Walter Krull, sondern auch Hans Becker eine Wandergruppe in die waldreiche Umgebung geführt. Aber auch Läufer waren wesentlich mehr als im Vorjahr ins Stadion gekommen, freute sich Uwe Vester von der Laufgruppe Roland. Silvester 2010 lag Schnee, und es war sehr glatt, so dass die Läufer nur im Stadion ihre Runden drehen konnten. 208 Teilnehmer waren dennoch gekommen.

Um so größer war die Freude bei den Organisatoren über die große Resonanz am Sonnabend. Als erste gingen 15 Kinder an den Start, um 800 Meter zu laufen. Viele waren zum ersten Mal dabei, wie beispielsweise Finn (5 Jahre) und Isa (4) Magdeburg aus Klein Ammensleben. Ihre Mutter Jeannette Magdeburg hatte in der Volksstimme von dem Lauf gelesen und war mit den Kindern losgefahren. Finns und Isas Papa Marko Reinhold, der regelmäßig läuft, konnte allerdings nicht mitkommen.

"Die Schokolade wollen sie nicht essen, die gehört zu den Medaillen"

Jeannette Magdeburg

Als Isa nicht die ganze Strecke schaffte, nahm Ralf Geisthardt, der Präsident des Kreissportbundes, der den Lauf gestartet hatte und dann mitgelaufen war, das Mädchen kurzerhand auf die Schultern und trug es ins Ziel. Ihre Medaillen wollten die Kinder so mit nach Hause nehmen. "Die Schokolade wollen sie nicht essen, die gehört zu den Medaillen", erklärte Jeannette Magdeburg.

Die siebenjährige Marie Jeitner lief bereits zum vierten Mal mit, diesmal hatte sie aber ihre achtjährige Cousine Anna Jeitner mitgebracht, und beide waren als erste im Ziel. Erstmals dabei war auch die siebenjährige Anne Sophie Schiefer. Und die dreieinhalbjährige Fallon Rohde stellte unter Beweis, dass man mit dem Laufen gar nicht früh genug anfangen kann. Eine Superzeit legten die 17-Jährigen Maurice Gerchel, Johannes Wellmann und Lars Wesemann auf 3000 Metern hin. Maurice und Lars trainieren beim HSC Leichtathletik, allerdings nicht Langstreckenlauf, Johannes ist Handballer beim HSV. Die elfjährige Anna-Lena Metje, ebenfalls eine Leichtathletin, kam als erste weibliche Teilnehmerin ins Ziel. Sehr gut schlug sich auch der neunjährige Kanut Raul Melcher, seine Mutter Wiebke Melcher, die sonst kaum läuft und nur wegen ihres Sohnes mitgelaufen war, blieb zurück.

"Raul ist mir einfach davon gelaufen, er hat mich abgehängt"

Wiebke Melcher

"Raul ist mir einfach davon gelaufen, er hat mich abgehängt", erzählt sie lachend. Aber bei diesem Lauf ging es schließlich nicht darum, Rekorde aufzustellen, sondern sich gemeinsam sportlich zu betätigen, versicherte Uwe Vester, und dieses Ziel wurde auf alle Fälle erreicht. Alle wurden euphorisch begrüßt, die ins richtige Ziel einliefen, und Urkunden gab es auch für alle wie auch heißen Tee, Würstchen und Pfannkuchen.

Von den Läufern, die sechs Kilometer liefen, war das "Team Oslo" am schnellsten - Tobias Osterburg aus Colbitz und sein Schwager Sebastian Lohe aus Zielitz. Uwe Vester kommentierte den Zieleinlauf und begrüßte dabei auch den Hohenwarsleber Klaus Schmidt, der im November als Sportler des Jahres im Landkreis Börde geehrt wurde. Der 65-Jährige, der zum TSV Schackensleben und zum SV Eintracht gehört, ist in diesem Jahr in seiner Altersklasse Deutscher Meister im Duathlon geworden.

Dicht am Altersrekord beim Lauf aber war Walter Römer mit 78 Jahren, der mit "Besenläufer" Wolfgang Linke einlief. Wolfgang Linke hatte die Aufgabe, als Schlussläufer alle sicher ins Ziel zu bringen. Reinhard Metzger lief die drei Kilometer vorneweg und Dirk Vinzelberg die sechs Kilometer. Über 20 Aktive hatten übrigens die Organisation und Ausrichtung des Laufs von der Vorbereitung der Strecke bis zur Versorgung und Verlosung übernommen. Veranstalter des sportlichen Höhepunkts waren die Laufgruppe Roland, der Haldensleber Sportclub, der Kreissportbund und die Stadt Haldensleben.

Und während sich Läufer und Wanderer zur großen Verlosung von Silvesterkarpfen, Sekt und anderen Preisen wieder einstellten, warb Uwe Vester schon für die nächsten Lauftermine 2012. Besonders wandte er sich an die Familien. Am 1. April zum Jacobimarkt findet wieder der Staffellauf in der Innenstadt statt, und am 24. Juni steigt der Rolandlauf im Waldstadion.