Halberstadt l Es ist noch nicht sehr viel los, an diesem frühen Nachmittag. Senioren, dick eingemummelt in ihren Rollstühlen, stehen vor einer Imbissbude, die Pflegekräfte reichen die gewünschten Getränke und Gerichte. Die Gruppe ist gut gelaunt.

Ensemble wirkt aufgeräumter

Die Jurymitglieder bemerken es nebenbei, ihr Augenmerk gilt weniger der Stimmung, als der Gestaltung der Hütte. Denn um die geht es der Jury, die die schönste Weihnachtshütte auf dem Markt sucht. Zweimal drehen die Bewerter ihre Runden, machen sich Notizen. Es geht um die Optik, die Dekoration, die Sauberkeit. Und eines fällt gleich zu Beginn auf: „Der Markt wirkt aufgeräumter“, sagt Christiane Strohschneider. Die Chefin der Halberstadt-Information hat gemeinsam mit dem Halberstädter CDU-Landtagsabgeordneten Daniel Szarata im vergangenen Jahr den Wettbewerb ins Leben gerufen, beide stiften auch diesmal wieder den Preis – 100 Euro und eine Halberstädter Schatzkiste. Und weil auch die Jury dazulernt, gibt es diesmal eine Urkunde für den Gewinner. Vielleicht sollte es im nächsten Jahr eine kleine Plakette sein, regt ein Jurymitglied an, die an der Bude befestigt werden kann.

Beim Rundgang dabei ist auch dieses Jahr Marktbetreiber Jens Ganso. Er enthält sich aber einer Bewertung. Schließlich sind auch Hütten von ihm im Rund zu finden. Wobei die Jury sich an der einen oder Stele noch eine Hütte mehr wünschen würde, die er Händlern zur Verfügung stellt, denn sie haben Charme mit ihrer Holz­optik und den Holzschindeln als Dach.

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Abfalleimer umhüllt

Jutesäcke mit großer Schleife umhüllen die Abfalleimer unter den Stehtischen von einen imbisstand, ein anderer Händler hat neue Holzverkleidungen gezimmert, in denen die Abfallbehälter verschwinden. Viele Behältnisse stehen nicht mehr vor, sondern neben den Buden. An einigen haben sie Ablageflächen für die Teller und Tassen der Imbissgäste Platz gemacht, was den Gesamteindruck der Hütte sofort stark aufwertet.

Während Familie Zinnecker die Dachfläche ihres Süßigkeitenstandes als Dekoträger entdeckt und je zwei Kirchengruppen aufs Dach gestellt hat, ist bei anderen Buden noch Luft nach oben, wie Christiane Strohschneider bemerkt. „Es muss doch gar nicht teuer sein. Ein paar bunte Geschenkekartons, ein bemalter Schlitten, und schon wirkt alles noch weihnachtlicher“, sagt die Halberstädter Tourismuschefin.

Sie bemerkt aber ebenso wie die anderen Jurymitglieder, das der erste Wettbewerb tatsächlich Spuren hinterlassen hat. An vielen Buden finden sich liebevoller dekorierte Giebelfronten, die Auslagen sind aufgeräumter, übersichtlicher. Wofür es beim Rundgang auch Lob direkt an die Händler gibt.

Drei Buden liegen gleichauf

Bei der Auswertung liegen drei Buden gleichauf, die Entscheidung fällt für die Hütte, an der sich gegenüber 2018 deutlich etwas verändert hat. Es ist der Crêpesstand der Familie Nachtigall. Joanna Nachtigall nimmt den Preis gern entgegen und freut sich sichtlich über das Lob der Jury. Die hofft, dass im kommenden Jahr noch mehr der Händler die Idee aufgreifen und Weihnachtsstimmung über Deko außen und innen erzeugen.

Übrigens, wenn Sie in der Dämmerung oder abends den Markt besuchen, schauen Sie doch mal genauer auf das Schlitten ziehende Rentier, das über der Kindereisenbahn leuchtet ...