Badeanstalt Aderstedt

Badesaison scheint gerettet

Optimistisch können die Aderstedter Freibadfreunde auf die nächste Saison blicken. Denn die defekte Umwälzpumpe wurde ausgetauscht. Wenn nun noch der Anschluss gelingt und der behördliche Startschuss fällt, sollte das Becken bald gefüllt sein.

Von Ramona Adelsberger
Jens Klaus, der Vereinsvorsitzende, erklärt die Schwimmbadtechnik der Badeanstalt Aderstedt, deren Herzstück die Umwälzpumpe ist. Durch deren Defekt war der Start der neuen Saison in Gefahr.
Jens Klaus, der Vereinsvorsitzende, erklärt die Schwimmbadtechnik der Badeanstalt Aderstedt, deren Herzstück die Umwälzpumpe ist. Durch deren Defekt war der Start der neuen Saison in Gefahr. Fotos (3): Ramona Adelsberger

Aderstedt - Gute Nachrichten gibt es aus der Badeanstalt Aderstedt. Nachdem bekannt geworden war, dass das technische Herzstück des Freibades, die Umwälzpumpe, ihren Geist aufgegeben hatte, und damit die neue Saison auf der Kippe stand, sind sofort eine Reihe von Spenden für eine neue Pumpe eingegangen. Sogar die Ortsbürgermeister der Nachbarorte Schlanstedt, Pabstorf, Eilsdorf und Aderstedt selbst hatten sich bereits verständigt, hier unbedingt helfen zu wollen.„Diese Welle der Solidarität hat uns beeindruckt und bestätigt, dass unser Bemühen um den Erhalt der Badeanstalt von der ganzen Region beachtet und anerkannt wird“, sagt Jens Klaus, der Vorsitzende des Fördervereins der Badeanstalt. Seit inzwischen 17 Jahren kümmert sich der Verein komplett um die Badeanstalt und trägt die gesamte Verantwortung.

Gemeinde übernimmt Kosten für Anschaffung

Dann aber hat die Gemeinde Huy gezeigt, dass sie sich trotz, dass sie den Hut an den Verein abgegeben hat, immer noch verantwortlich fühlt und die Kosten für die Anschaffung der neuen Pumpe übernommen. „Dafür sind wir der Gemeinde sehr dankbar“, betont Jens Klaus.

Nun steht die nagelneue Pumpe bereits an ihrem künftigen Wirkungsort und muss nur noch angeschlossen werden. Und genau hier liegt der Knackpunkt, denn die bisherigen Anschlüsse passen nicht mehr. „Die alte Pumpe wurde vor 30 Jahren eingebaut, inzwischen hat sich einiges verändert“, erklärt Klaus. So haben die Anschlüsse inzwischen alle andere Abmessungen und passen nicht mehr so einfach ineinander, wie sich das ein Laie vielleicht vorstellen würde.

„Wir sind dran und haben bereits von einem Fachmann ein Angebot erhalten, um die Pumpe anzuschließen und arbeitsfähig zu machen“, ist der Vorsitzende optimistisch. Und damit klärt sich auch sofort die Frage nach der Verwendung der für die neue Pumpe eingegangenen Spenden von Privatleuten. Denn das Geld wird nun dafür eingesetzt, dass die Pumpe fachgerecht zum Laufen gebracht wird.

Sie kann eine Wassermenge von 75 Kubikmetern pro Stunde aus dem großen Becken ansaugen. Das fließt durch den Filter und wird dann, gereinigt, an verschiedenen Einläufen wieder zurück in das Becken transportiert.

Damit könnte die neue Saison eigentlich pünktlich beginnen - wären da nicht das Coronavirus, die im Landkreis immer noch zu hohen Inzidenzen und die damit geltende Notbremse.

„Sobald der behördliche Startschuss kommt, werden wir das Becken füllen und unsere Saison beginnen“, erklärt Jens Klaus. Denn, wenn erst einmal Wasser im Becken ist, muss auch die Pumpe laufen und dann dreht sich auch die Kostenuhr. Das ergibt also nach den Worten des Vorsitzenden nur Sinn, wenn geöffnet werden darf und Einnahmen erzielt werden können.

Freiwillige beseitigen Winterschäden

Das Gelände der Badeanstalt sieht schon sehr einladend aus. Jeden Sonnabend haben sich Freiwillige getroffen, um die Winterschäden zu beseitigen und die Badeanstalt für die Saison vorzubereiten. „Wir sind in diesem Jahr eine schlagkräftige Truppe und haben bereits viel geschafft“, so der Vorsitzende, der besonders darüber erfreut ist, dass es einige neue Mitstreiter gibt, die sich als Vereinsmitglieder einbringen.

So wie zum Beispiel Matthias Deutsch, der eigentlich aus Pabstorf stammt, mittlerweile aber in Schwanebeck lebt. Dort hat er seinen Freund Julian Heyer zum Mitmachen begeistern können. Beide haben die Fassade des Gebäudekomplexes neu gestrichen und auch gleich die Farbe mitgebracht, die von der „Putzhexe“ aus Schwanebeck gesponsert wurde.

Ohnehin verzeichnet der Verein immer mehr Nicht-Aderstedter Vereinsmitglieder. „Einige sind verzogen und haben ihre Wurzeln aber nicht vergessen“, so Jens Klaus, der als einzigen „echten Ausländer“ gern seinen Mitstreiter Gerd Großmann bezeichnet, der aus Caputh in Brandenburg stammt und sein Glück in Aderstedt gefunden hat.