Halberstadt l Baustellen gibt es nicht etwa bei der Betreuung der tierischen Gäste in der Fundtierunterkunft Halberstadt, dort würde derzeit alles „super laufen“, attestiert Tiergartenleiter David Neubert. Verbesserungswürdig sind jedoch die Haltungsbedingungen für die Hunde. Daran wird zurzeit mit großzügiger finanzieller Unterstützung der in der Kreisstadt ansässigen Rolf P.C. & Edith Maria Manteufel-Stiftung gearbeitet.

Die Gebrechen der Anlage sind vielfältig: Die Dächer der Unterkunft sind marode, Regenwasser dringt ein, die Fugen des aus dem Jahr 2007 stammenden Fliesenfußbodens sind defekt. Ohne die Unterstützung der Rolf P.C. & Edith Maria Manteufel-Stiftung hätte sich an dem Missstand so schnell nichts geändert. Die Kassen der Stadt Halberstadt sind leer, sodass an allen Ecken und Enden der Rotstift angesetzt wird. Für die Umsetzung des Bauvorhabens sind immerhin 21.000 Euro notwendig. Das Geld stellt die Stiftung zur Verfügung.

Michael Haase, Vorstand der Rolf P.C. & Edith Maria Manteufel-Stiftung: „Alles, was im Sinn der Stifter Rolf P.C und Edith Maria Manteufel ist, unterstützen wir gern. Ihnen lag am Herzen, Haustieren, denen es schlecht geht, zu helfen. Insofern passt die Sanierung der Fundtierunterkunft in unser Engagement.“

Neuer Fußboden verhindert Hygiene-Probleme

Mittlerweile hat sich in der Fundtierunterkunft schon viel zum Besseren gewandelt, berichtet David Neubert. Von den insgesamt 16 Hundeboxen bekamen bereits acht einen nagelneuen Fußboden. Dabei handelt es sich um einen drei Millimeter dicken, sogenannten Industriefußboden – der ist säurefest, sehr gut zu reinigen und daher hygienischer als die alten Fliesen. „In den Fliesen­fugen können sich Krankheitskeime festsetzen und zum großen Problem für die Hunde werden. Da hilft auch ein noch so gründliches ­Putzen in den Boxen nichts. Die Gefahr ist mit den neuen Böden verschwunden“, erklärt Tierpfleger Florian Hartmann. David Neubert berichtet, dass es erst im vergangenen Jahr Hygiene-Probleme gab und Tiere den Zwingerhusten bekommen hätten.

„Eigentlich wollten wir schon viel weiter mit der Umsetzung des Projekts sein“, sagt der Tiergartenchef. Zwei Probleme hätten dem im Weg gestanden. Einmal sind die Auftrags­bücher der Handwerksfirmen so voll, dass diese nicht unbedingt Schlange bei der Vergabe von neuen Bauaufträgen stehen. Zum anderen habe das Wetter, nicht wie erhofft, mitgespielt. „Entweder war es zu kalt oder zu warm, um den neuen Fußboden in den Boxen zu verlegen“, so der Tiergartenchef.

Im nächsten Schritt ist die Erneuerung des Daches der beiden Boxenflügel vorgesehen. „Die vorhandenen Wellplastikplatten sind sehr empfindlich. Der spröde Werkstoff bricht sehr schnell. Hagel schlägt ­Löcher in das Plastikdach“, informiert Florian Hartmann. Nach einer statischen Verstärkung der vorhandenen hölzernen Dachkonstruktion werden beschichtete Aluminiumbleche verlegt, die nicht nur besser aussehen, sondern wesentlich robuster seien.

Bau soll im Frühjahr 2020 beendet sein

David Neubert rechnet damit, dass das Bauvorhaben im Frühjahr 2020 beendet sein wird. „Wir sind der Rolf P.C. & Edith Maria Manteufel-Stiftung sehr dankbar dafür, dass die Sanierung der Fundtierunterkunft überhaupt möglich ist“, betont David Neubert. Es sei eine sehr fruchtbare Zusammenarbeit, die bereits einige tolle Tierschutz-Projekte im Tiergarten auf den Weg gebracht habe. Unterstützt wurden unter anderem 2018 der Ausbau einer Auffang- und Pflegestation im Tiergarten für 11.000 Euro sowie das 2016 eingerichtete Greifvogelhospital, das insgesamt 35.000 Euro gekostet hat.

Die Lage in der Fundtierunterkunft sei entspannt, sagt David Neubert. Drei Hunde würden derzeit dort betreut beziehungsweise warten auf ein neues Zuhause. Innerhalb des Tierschutzvereins Halberstadt gründete sich ein Freundeskreis Hunde, der sich um die Vermittlung der Fundhunde sehr engagiert kümmert. Eigentlich hätten wir fünf Tiere in der Unterkunft. Zwei sind zurzeit in persönlicher Betreuung von Mitgliedern des Freundeskreises, die die Tiere sozialisieren.

 Unter den Vierbeinern, die sich direkt in der Unterkunft befinden, ist Ronja. Der Schäfer­hundmischling ist sieben Jahre alt und kam vor einen Monat in die Einrichtung. Ihr Herrchen musste sie aufgrund einer schweren OP für immer abgeben. „Ronja verträgt sich mit anderen Hunden und würde sich über ein Zuhause mit Haus und Grundstück freuen“, so der Tiergartenleiter.