Bogensport

Bogenschützen im Huy setzen auf den Sommer

Mitten in der Corona-Zeit wurde das Bogen-Zentrum Huy in Röderhof aufgebaut und bisher sind die Mixed-Bow-Hunters gut durch die Krise gekommen. Zwar wurde die Deutsche Meisterschaft am letzten Maiwochenende abgesagt, dafür aber wirft ein Sommerturnier seine Schatten voraus.

Von Ramona Adelsberger
Aller Anfang ist schwer. Hier lernt Benjamin Korn aus Dingelstedt im Übungsparcours, wie er den Bogen halten muss. Der Chef des Röderhofer Bogenzentrums Michael Baxmann erklärt geduldig.
Aller Anfang ist schwer. Hier lernt Benjamin Korn aus Dingelstedt im Übungsparcours, wie er den Bogen halten muss. Der Chef des Röderhofer Bogenzentrums Michael Baxmann erklärt geduldig. Foto: B. Blum

Röderhof - Huy: Dieser Name des Höhenzuges nördlich des Harzes wurde in den vergangenen Monaten vermehrt von Freunden des Bogensports gegoogelt.

Denn, dass sich mitten in diesem Huy ein Bogenzentrum befindet und Bogenschützen hier „auf die Jagd“ gehen können, hat sich schnell herumgesprochen. In zwei 3D-Parcours (Gutshof und Röderhof) sind naturgetreue 3D-Ziele in Tiergestalt, „Targets“ genannt, platziert, die es zu treffen gilt. Seit über einem Jahr nehmen nun viele Bogensport-Enthusiasten und Neugierige teilweise sogar lange Fahrten bis in den Huy auf sich, um sich als Bow-Hunters (Bogen-Jäger) mit Pfeil und Bogen in der Natur auszutoben.

Bis auf zwei Monate im Spätherbst 2020 wurde in Röderhof bislang seit der Eröffnung sogar durchgehend geschossen - vorwiegend an den Wochenenden und stets mit Abstand und unter strenger Beachtung des Corona-Hygienekonzeptes, das sich bewährt hat.

Das besagt, dass maximal fünf Personen aus einem Haushalt, oder in Zweiergruppen in die Parcours gegangen werden darf. Und ohnehin gilt als eine der Grundregeln in den Parcours, dass es immer nur vorwärts zum nächsten Ziel geht und Gruppen nicht überholt werden dürfen. Somit ist es für die einzelnen Gruppen beinahe unmöglich, sich in den Parcours zu begegnen. „Wir erfüllen mit unserem kontaktlosen Individualsport im Freien alle Bedingungen und sind mit unseren Regeln gut über den Winter gekommen“, betont Michael Baxmann, der, gemeinsam mit Gattin Beate Baxmann und Chefsekretärin Louisa Ritter für die Organisation des Bogenzentrums verantwortlich zeichnet. Die drei gehören zu den Mixed-Bow-Hunters des TSV Groß-Dahlum, die hier im Huy geeignete Bedingungen für ihren Traum vom eigenen Bogenzentrum mit großzügigen naturbelassenen Parcours gefunden haben.

Und eigentlich sollte das Bogenzentrum in Röderhof am letzten Maiwochenende sogar aus allen Nähten platzen. „Wir hatten den Zuschlag für die Deutsche Meisterschaft in der 3D-Jagd, zu der 240 Schützen erwartet worden wären - eigentlich.“

Doch coronabedingt sei dieses Ereignis vom Vorstand des Traditionellen Bogensport-Verbandes abgesagt worden, bedauert Baxmann. Das gesamte Team hatte bereits eine Menge Arbeit in die Vorbereitungen gesteckt: „Ablauf, Planungen für zwei neue Meisterschaftsparcours, Hygienenkonzept - alles war fertig.

Daneben musste der normale Parcoursbetrieb am Laufen gehalten werden.“ Baxmann setzt nun auf das nächste Jahr und hofft, dass die Röderhofer 2022 erneut die Chance erhalten, diese Meisterschaft auszurichten.

Sommerturnier mit 150 Bogensportlern

Nun aber konzentrieren sich die Mixed-Bow-Hunters erst einmal ganz auf den 26. Juni. „Wir freuen uns sehr auf unser Sommerturnier, zu dem wir 150 Bogensportler erwarten.“ Als Grundlage für diese Wettbewerb diene das Hygienekonzept für die (coronabedingt verspätete) offiziellen Eröffnung des Bogenzentrums im Oktober 2020 mit einem Turnier, bei dem sich 120 Bogenschützen gemessen haben (die Volksstimme berichtete). „Unser Konzept hat im Herbst bereits ganz hervorragend funktioniert und wird sich auch diesmal wieder bewähren“, sind sich die Baxmanns sicher. Insgesamt 30 Stationen sind vorbereitet.

Dass das Sommerturnier binnen kürzester Zeit bereits ausgebucht war, zeigt das große Interesse der Bogensportler aus ganz Deutschland an den Parcours. „Wir hören immer wieder von Gästen, wie schön das bei uns ist“, betont Beate Baxmann.

Neue Schüsse auf den Sommerparcours

Und was gibt es sonst Neues bei den Mixed-Bow-Hunters? „Wir haben die Parcours umgestaltet und bieten einige neue Schüsse“, so Baxmann. Ohnehin sind die Sommerparcours immer etwas größer und weitläufiger, als die Strecken im Winter. „Wir haben auch einige neue Mitglieder gewinnen können, gleich sechs Kinder und Jugendliche aus der unmittelbaren Umgebung haben Feuer gefangen und sind zu ordentlichen Mitgliedern geworden.

Doch gibt es auch Nachrichten, die nicht so gut sind: „Leider mussten wir unseren seltenen Bergaufschuss abbauen, weil wir einige wichtige Flächen auf dem Gutshofparcours verloren haben“, bedauert Michel Baxmann. „Wir verhandeln aber schon mit anderen Waldbesitzern und finden bestimmt kurzfristige Lösungen, um eine ähnliche Herausforderung wie diesen ganz besonderen Schuss bald wieder anbieten zu können.“

Zurzeit gilt übrigens auch besondere Vorsicht, denn „echte“ Jäger sind unterwegs im Wald. „Wir befinden uns zur Zeit in der Hochphase der Jagd“, ist auf der Internetseite zu lesen. „Da unsere Parcours durch die Jägerschaft bejagt wird, gelten momentan verschärfte Regeln.

Das Betreten der Parcours ist nur zwischen 9.45 und 18.30 Uhr erlaubt.