Halberstadt l Tiergarten, Streuobstwiese, Zufahrt Halberstädter See – an allen drei Orten ist am Samstag aufgeräumt worden. „Schade, dass unserem Aufruf nicht mehr Leute gefolgt sind“, bedauerte Bianca Groß. Es seien immer die selben, die kommen, wenn es gilt, Hand an zu legen, sagte die Halberstädterin. So war es auch am Sonnabendvormittag auf dem Parkplatz am Halberstädter See. „Wir waren gerade mal neun Frauen und Männer“, sagte die engagierte Buchhändlerin aus der Voigtei, die die Platzwächter-Initiative ins Leben gerufen hat, um an „Problemplätzen“ in der Stadt für Ordnung zu sorgen.

Bremsbelege und Plastikmüll

Zu tun gab es für die kleine Truppe allerdings genug. „Wir haben hier zwar etwas weniger Müll als bei unserem Einsatz vor zwei Jahren gefunden, doch es war immer noch zu viel.“ In den Büschen fanden sie unter anderem ein Toilettenbecken, diverse Fahrzeugteile von Bremsbelegen bis zum Auspuff, Reste eines Kinderbettes, einen Staubsauger und Bauschutt. Hinzu kamen Flaschen aus Glas und Plastik und jede Menge Verpackungsmaterial.

„Es ist nicht nachzuvollziehen, warum das Zeug hier entsorgt wird, wo wir doch einen Wertstoffhof haben und größere Mengen Sperrmüll sogar kostenlos abgeholt werden“, bemerkte Meinolph Weigmann, der seit Jahren aktiv zupackt beim Frühjahrsputz der Stadt.

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Container mit Unrat gefüllt

Nach ihrem mehrstündigen Einsatz hatten die Platzwächter einen Container mit dem Unrat gefüllt und ganz andere Spuren vor den Toren des Naherholungsgebietes hinterlassen. „Wir haben auch jede Menge Laub und Dreck zusammengekarrt“, so Bianca Groß, „hoffentlich bleibt es sauber bis zum Beginn der Badesaison.“

Einsatz auf der Streuobstwiese

Emsige Frühjahrsputzer konnte man am Sonnabend auch am südlichen Ende der Stadt beobachten. Auf einer alten Streuobstwiese südlich der Klusberge, die nach und nach wieder instand gesetzt und mit jungen Bäumen aufgefrischt wird, hatten sich Mitglieder des Vereins Halberstädter Berge eingefunden, um Hand anzulegen. Die Aktiven um Vereinschef Mirko Zerwell teilten sich in zwei Gruppen, um unerwünschten Buschbewuchs zu entfernen und mit dem Material, das beim Freischneiden und Harken der Flächen zusammenkam, tiefe Mulden aufzufüllen. „Das können Tiere als Behausung nutzen und zugleich wird das Gelände ein bisschen ebener“, sagte Zerwell, der sich darüber freute, dass sich auch drei erst seit Kurzem im Verein des Jahres 2019 als Mitglieder registrierte Akteure zum Einsatz gemeldet hatten.

Autoreifen ausgebuddelt

Eine andere Gruppe hatte sich derweil daran gemacht, die vor einigen Jahren gepflanzten Obstbäume von ihren Stützen zu befreien. Bevor die Jutestricke zerschnitten und die Holzpfähle entfernt werden konnten, waren die erstmal von den als Verbissschutz angebrachten Drahtgittern zu befreien. Die jungen Stämme der Kirsch- und Birnbäume und der Halberstädter Jungfernäpfel wurden dann gegen zu intensive Sonnenbestrahlung erneut weiß gestrichen. Die Baumscheiben wurden von alten Gras und Kraut freigehackt. Auch auf diesem Teil der Streuobstwiese wurden Mulden aufgefüllt. „Nebenbei“ buddelten die Aktiven in ihrem mehrstündigen Einsatz alte Autoreifen frei, die schon fast überwuchert waren. Die Reifen wurden ebenso sauber getrennt aufgereiht wie Draht, Stricke, Holz und Unrat, damit alles ordentlich entsorgt werden konnte.

Auf der Wiese versuchen Verein und Abteilung Stadtgrün, vor allem den Halberstädter Jungfernapfel wieder vermehrt anzubauen, um diese alte regionale Obstsorte zu erhalten.