Halberstadt l Er putzt, kontrolliert und repariert. Mehr Aktionismus als tatsächliche Notwendigkeit. „Man sucht sich halt eine Beschäftigung“, sagt Jens Ganso und zuckt mit den Schultern. Normalerweise wäre der Veranstalter dieser Tage im Stress zwischen Abi-Feiern und Stadtfesten. Doch seit Corona sind die Auftragsbücher leer. Wann seine Buden und Stände, die er gerade in seinem Lager in Halberstadt auf Vordermann bringt, wieder zum Einsatz kommen dürfen, ist offen.

„Seit März sind die Einnahmen gleich null“, berichtet der Inhaber der Veranstaltungs-COM GmbH. Ausgaben habe er dennoch. „Da kommt jeden Monat der Wert eines kleinen Autos zusammen.“ Rund 10.000 Euro würden für Fixkosten anfallen – Lohn und Abgaben für die Krankenversicherung nicht eingerechnet. „Natürlich habe ich privat wie beruflich über die Jahre Rücklagen gebildet. Aber die nehmen sich weg“, so Ganso.

Stadtfeste, Flohmärkte, Partys in der Mehrzweckhalle in Harsleben, der Töpfermarkt zu Ton am Dom und vieles mehr – alles Veranstaltungen, in die Ganso involviert gewesen wäre, die aber aufgrund der Corona-Pandemie und der Vorschriften, die von Land und Bund zur Eindämmung des Virus erhoben wurden, gestrichen oder verschoben werden mussten. „Ich dachte eigentlich immer, breit aufgestellt zu sein und nun das“, sagt der 57-Jährige. „Wenn ich die Ausfälle zusammenrechne, kommt da schon ein großes Auto zusammen.“

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