Halberstadt l Die Zentrale Erst-Anlaufstelle für Asylbewerber des Landes Sachsen-Anhalt (Zast) in Halberstadt steht ab sofort aufgrund eines Corona-Positivbefundes für zwei Wochen unter Quarantäne. Die Polizei hat am frühen Freitagmorgen damit begonnen, das Lager am Stadtrand der Harzer Kreisstadt komplett abzuriegeln. Die Zufahrtsstraße zu der früheren Kaserne der DDR-Grenztruppen, die seit vielen Jahren als Zast genutzt wird, ist weiträumig abgesperrt. Polizeibeamte stoppen jeglichen Fahrzeugverkehr und Passanten. 

848 Bewohner betroffen

Nach Angaben einer Sprecherin des Landesverwaltungsamtes in Halle sind 848 Bewohner der Zast von der Quarantänesperrung betroffen. Sie müssen nach Informationen der Volksstimme nun für zwei Wochen in der Anlage bleiben. Neuzugänge würden in Ausweichobjekten - beispielsweise in Magdeburg - untergebracht. Eine dortige Außenstelle der Zast war erst am Donnerstag leergezogen worden, um in einem Quarantänefall in Halberstadt ersatzweise Flüchtlinge aufzunehmen.

Mann stammt aus Kamerun

Bei dem jetzt positiv gesteteten Asylbewerber handelt es sich nach Angaben einer Sprecherin des Landesverwaltungsamtes um einen 27 Jahre alten Mann aus Kamerun. Er habe seit 18 Monaten in der Zast in Halberstadt gelebt und sei vor zwei Tagen nach Halle velegt worden. Dort erfolgte offenbar routinemäßig ein Test auf eine Corona-Infektion. Das positive Testergebnis wurde am späten Donnerstagnachmittag bekannt. Anschließend liefen in den Abend- und Nachtstunden behördenintern die Vorbereitungen für die Quarantänesperrung der Zast an.

Am Freitagmorgen begann die Polizei gegen 4.30 Uhr mit der Absperrung der Zast. Parallel dazu würden die aktuell 848 Bewohner über die Quarantäne informiert. Zudem sei die Suche nach direkten Kontaktpersonen des infizierten Mannes angelaufen. Dabei würden auch rund 100 Mitarbeiter der Zast - darunter beispielsweise Wachschützer und Reinigungspersonal - hinsichtlich direkter Kontakte zu dem Mann überprüft.