Endlich dürfen sich die Seniorinnen von Eilsdorf wieder treffen

Das große Glück heißt Tanzen

Große Wiedersehensfreude herrschte beim ersten Treffen der Tanzseniorinnen nach der langen Corona-Zwangspause. Ab sofort wird wieder regelmäßig geprobt und die Gemeinsamkeit genossen.

Von Ramona Adelsberger 15.07.2021, 12:11
Die Eilsdorfer Tanzseniorinnen haben Aufstellung genommen und proben erste Schritte. Zum ersten Mal nach der langen Corona-Zwangspause haben sich die Damen wieder getroffen. Die Freude darüber ist ihnen in die Gesichter geschrieben.
Die Eilsdorfer Tanzseniorinnen haben Aufstellung genommen und proben erste Schritte. Zum ersten Mal nach der langen Corona-Zwangspause haben sich die Damen wieder getroffen. Die Freude darüber ist ihnen in die Gesichter geschrieben. Foto: Bernd Blum

Eilsdorf - „Wir waren alle mächtig aufgeregt, als wir uns zum ersten Mal nach der langen Zwangspause wieder getroffen haben“, erklärt Renate Voigt, die Leiterin der Seniorentanzgruppe von Eilsdorf. Die vergangenen Monate waren nicht einfach für die Frauen, die ausnahmslos alle zur Corona-Risiko-Gruppe gehören.

„Daher waren wir auch vernünftig und haben mit unserem ersten Wiedersehen wirklich gewartet, bis jede von uns ihre zweite Corona-Schutzimpfung erhalten hatte.“ Selbst die empfohlenen zwei Wochen nach der Impfung bis zum kompletten Impfschutz seien alle noch geduldig gewesen.

Doch dann gab es keine Halten mehr und zum ersten Treffen im Dorfgemeinschaftshaus von Eilsdorf waren alle da. Und nach einer ausführlichen Kaffeerunde wagten die Tanzseniorinnen dann auch die ersten Schritte und waren erstaunt, wie gut diese noch saßen.

Altersdurchschnitt beträgt 81 Jahre

1992 hatte sich die Eilsdorfer Seniorentanzgruppe gefunden und seither nie mehr aus den Augen verloren. Heute gehören 18 Frauen zwischen 66 und 89 Jahren zur Tanzgruppe, die somit einen stolzen Altersdurchschnitt von fast 81 Jahren aufweist.

Das jedoch ist Nebensache in dieser munteren Gruppe, die sich mit Tanz und Bewegung fit hält und sich als schöne Gemeinschaft von Frauen versteht, die freundschaftlich miteinander verbunden sind und Freud und Leid miteinander teilen.

Reisen ins In- und Ausland

„Unsere vergangenen Jahre waren geprägt von schönen Auftritten, gemeinsamen Reisen und vielen Festen wie Weihnachts- und Silvesterfeiern oder auch gemeinsam begangenen Jubiläen, so Renate Voigt. Vor allem an die Urlaubsfahrten erinnern sich die Seniorinnen sehr gern. Organisiert von Heinz Voigt ging es per Bus und sogar per Flieger ins In- und Ausland.

„Wir waren in Spanien, in der Türkei, in Österreich, der Schweiz, an der Nordsee und im Schwarzwald und sogar in London und Paris“, schwärmt Renate Voigt. „Solche gemeinsamen Erlebnisse und Erinnerungen schweißen zusammen.“ Zu diesen großen Anlässen durften auch die Ehepartner mit.

In all den Jahren haben sich die Damen immer regelmäßig alle zwei Wochen im Eilsdorfer Dorfgemeinschaftshaus getroffen, stets mit einer gemütlichen Kaffeeklatschrunde, aber immer auch mit Bewegung und Tanz. So waren stets schöne Stunden vorprogrammiert, die allen sehr wichtig geworden sind. Doch dann war alles anders.

„Durch Corona war plötzlich alles weg, vor allem aber fehlten die sozialen Kontakte. Lediglich Telefonieren konnten wir noch, das ist jedoch kein dauerhafter Ersatz für persönliche Gespräche und Begegnungen“, so Renate Voigt.

Viele der Tänzerinnen hätten ihre Ängste geäußert, dass das Seniorentanzen überhaupt nicht mehr weitergeht. Davon aber will Renate Voigt nichts wissen, sieht aber für die Zukunft einiges etwas gelassener.

„Wir wollen es langsam angehen lassen und uns wieder vierzehntägig treffen. Dabei aber soll das Zusammensein im Vordergrund stehen. „Wir wollen hauptsächlich zu unserer eigenen Freude tanzen, damit Körper und Geist fit bleiben.“ Dazu gehöre auch, dass jeder tanzen soll, wie er kann und mag.

Jubiläumsfest 2022

Erste vorsichtige Pläne für die nächste Zeit sehen eine gemeinsame Kremserfahrt in den Harz und eine schöne gemeinsame Weihnachtsfeier vor.

„Was 2022 wird, werden wir sehen, auf jeden Fall könnte bei uns ein Jubiläumsfest zum 30. anstehen. Aber wer weiß schon, was uns Corona noch so alles beschert und ob wir überhaupt feiern dürfen.“

Groß sei die Freude bei den Damen gewesen, dass es sich der Eilsdorfer Ortsbürgermeister Klaus Moetefindt (CDU) nicht nehmen ließ, zum ersten Treffen vorbeizuschauen, mit einer Flasche Wein in der Hand. „Damit hat er uns seine Erleichterung gezeigt, dass wir alle die Coronazeit gut überstanden haben und das gesellige Leben in Eilsdorf nun wieder beginnen kann.“

Mit Blick auf ihre schöne Gemeinschaft der Tanzseniorinnen, zu denen auch Frauen aus den Nachbarorten gehören, möchte Renate Voigt noch einen wichtigen Tipp loswerden. „Jedem sei geraten, sich irgendeinem Verein oder einer Interessengruppe anzuschließen.“

Das mache das Dorfleben aus, das schöner und bunter wird, je mehr sich Menschen sich öffnen. „Man kennt sich, man akzeptiert und respektiert sich.“

Dabei aber bleibe jeder so, wie er eben sei, genau so vielfältig wie das Leben.